Grußworte
2. Tagung der 11. Synode der EKD, Ulm, 25. bis 29. Oktober 2009
Grußwort der Church of England (schriftlich)
25. Oktober 2009
Sehr geehrte Frau Präses Göring-Eckardt,
Sehr geehrter Herr Bischof Huber,
Sehr geehrte Synodale und Gäste!
Es ist mir eine große Ehre, dieser Synode die Grüße und guten Wünsche der Church of England Gruppe in der Meissen-Kommission und ganz besonders des Ko-Vorsitzenden, Bischof Nicholas Baines, übermitteln zu dürfen. Er bedauert, selber nicht hier sein zu können, aber wird die Synode in seinen Gebeten begleiten, vor allem bei den Wahlen zum neuen Rat und eines oder einer neuen Vorsitzenden.
Für mich persönlich ist es eine Freude, an dieser EKD Synode hier in Ulm im Umkreis meiner angeheirateten schwäbischen Wahlheimat, teilnehmen zu können. Die Kirche meiner Herkunft ist die vereinigte Kirche von Südindien. Die ökumenischen Aufgaben, die ich seit Juni dieses Jahres im Council for Christian Unity der Church of England und im Auftrag des Erzbischofs von Canterbury wahrnehme, sind mir somit Herzenssache. Die Jahre der Mitarbeit in der Evangelischen Landeskirche in Württemberg waren eine wichtige Vorbereitung für meinen jetzigen Dienst besonders in der Meissen-Kommission.
Dem Aufruf des Erzbischofs Robert Runcie im Jahre 1983 zur Versöhnung zwischen den deutschen Kirchen und der Church of England sind inzwischen wesentliche konkrete Schritte gefolgt. Damals besuchte Runcie zum Anlass des fünfhundertsten Geburtstags von Martin Luther die noch getrennten Kirchen. Am Volkstrauertag in Dresden gedachte er des Feuersturms, das die Alliierten über diese Stadt entzündeten und erinnerte zugleich an die Zerstörung der Stadt Coventry. Er war damals ‚sichtlich bewegt’ von der Freundschaft und dem Friedenswillen der Menschen, denen er begegnete. Nach seiner Rückkehr nach England schlug er den leitenden Bischöfen von Ost- und West-Deutschland vor, über offizielle Ge-spräche den Weg zur Versöhnung und gegenseitiger Anerkennung zu beschreiten. Es folgten tiefschürfende Verhandlungen über Glaubensinhalte und Amtsverständnis, die zu einem breiten Konsens führten, die aber auch Unterschiede deutlich machten. Dennoch wurde sehr früh die volle, sichtbare Einheit der Kirche zum gemeinsamen Ziel erklärt.
Vieles, besonders an kreativen und bereichernden Beziehungen an der Kirchenbasis, ist in den 18 Jahren seit der Meissener Gemeinsamen Erklärung gewachsen und hat sich vertieft. Auf der offiziellen Ebene möchten wir an dieser Stelle die gute Zusammenarbeit mit dem ausgeschiedenen deutschen Ko-Vorsitzenden Bischof Jürgen Johannesdotter dankbar anerkennen und freuen uns auf die zukünftige Arbeit mit dem neuen Ko-Vorsitzenden Bischof Dr. Friedrich Weber. Wir sehen einem weiterhin spannenden und zielorientierten Miteinander in der Meissen Kommission entgegen, in der Überzeugung, dass unser ernsthaftes Bemühen um die sichtbare Einheit (visible unity) unabdingbar zu unserem Profil als Christen gehört. Auch das Engagement, um in Fragen der Kirchenreform in einer sich rapide verändernden Welt voneinander zu lernen, hat Vorrang auf der gemeinsamen Tagesordnung. Die kürzlich stattgefundene Tagung der Kommission in Whalley Abbey war sehr ermutigend. In England kündigen wir die Kirchentage an und freuen uns auf München und Dresden.
Wir wünschen dieser Synode ein segensreiches Arbeiten.
Pfarrer Dr. Leslie Nathaniel
Ko-Sekretär der Meissen-Kommission
