Grußworte

2. Tagung der 11. Synode der EKD, Ulm, 25. bis 29. Oktober 2009

Grußwort des Generalsekretärs der Evangelischen Kirchen in Europa (GEKE), Bischof Dr. Michael Bünker (schriftlich)

25. Oktober 2009

Sehr geehrte Präses Katrin Göring-Eckardt,

Hohe Synode,
liebe Brüder und Schwestern,

im Namen der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europe danke ich Ihnen für die Einla-dung zu dieser zweiten Tagung der Synode hier in Ulm. Die Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa ist die Organisation fast aller evangelischen Kirchen in Europa. Ihr Gründungsdokument ist die Leuenberger Konkordie von 1973, mit der die mehr als 450-jährige Epoche der Kirchenspaltung zwischen lutherischen und reformierten Kirchen beendet wurde. Auf der Grundlage eines gemeinsamen Verständnisses des Evangeliums gewähren die Unterzeichnerkirchen einander Kanzel- und Abendmahlsgemeinschaft. Sie verpflichten sich ferner zu gemeinsamen Zeugnis und Dienst auf lokaler, regionaler und europäischer Ebene sowie zur theologischen Weiterarbeit. Ich freue mich sehr, Ihnen als ein Zeichen der euro-päischen Verbundenheit die Grüße der Leuenberger Kirchengemeinschaft überbringen zu dürfen.

In der Kirche arbeitet man ehrenamtlich – das entspricht übrigens auch noch dem österreichischen Sprachgebrauch allgemein, in der bundesrepublikanischen Gesellschaft engagiert man sich bürgerschaftlich - und in Europa engagiert man sich freiwillig. Sie haben sich in prophetischer Vorausschau für Ihre Synodaltagung ein Thema gewählt, das europäische Dimensionen hat. Die Europäische Kommission hat das Jahr 2011 zum Jahr der Freiwil-ligentätigkeit ausgerufen. Vor Kurzem ist der Wettbewerb für Logo und Slogan der Kam¬pagne abgeschlossen worden. Im Dezember gibt die Kommission das Ergebnis bekannt. Es wäre interessant gewesen, aus ihrem Diskurs zu erfahren, welcher europäische Aspekt des Themas, wie ihn die protestantischen Kirchen verstehen, ins Rennen geschickt wäre.

Ich sehe nicht, dass die Begriffe Ehrenamt, bürgerschaftliches Engagement oder Freiwilligentätigkeit mit verschiedenen Inhalten gefüllt seien, auch wenn sie auf unterschiedlichen Ebenen und in unterschiedlichen Diskursen gebraucht werden.

Ihre Reflexion über das kirchliche Ehrenamt enthält auch eine europäische Dimension. Im Rahmen der Ökumenischen Tagung in diesem Frühjahr trug Herr Minister Laschet vor, dass für die heutigen Engagierten vor allem die Lernpotentiale das Ehrenamt attraktiv machen. Hier liegen im europäischen Rahmen noch nicht ausgeschöpfte Möglichkeiten. Denn ein Freiwilligeneinsatz über europäische Grenzen hinweg im Rahmen eines kirchlichen Netzwerkes eröffnet große Erfahrungsräume und Bildungschancen. Der Bedarf in diesem Bereich wächst stark bei jungen Menschen, wie zunehmende Nachfragen nach Freiwilligentätigkeit im europäischen Ausland zeigen. Hier stehen wir erst am Anfang unserer inneneuropäischen Zusammenarbeit.

Ich wünsche Ihrer Synodaltagung einen angeregten Diskurs und umsetzbare Ergebnisse, die unsere europäische Zusammenarbeit befördern.



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