Grußworte

2. Tagung der 11. Synode der EKD, Ulm, 25. bis 29. Oktober 2009

Grußwort der Kommission der Orthodoxen Kirche in Deutschland, Vorsitzender Dr. h.c. Metropolit Augoustinos

26. Oktober 2009

Metropolit Augoustinos

Hohe Synode,
es ist mir eine besondere Freude, Ihnen auch in diesem Jahr die aufrichtigen Segens¬wünsche und herzlichen Grüße der orthodoxen Christinnen und Christen unseres Landes, meiner Mitbrüder im Bischofsamt, der Geistlichen und der Laien, zu überbringen. Es ist eine gute Tradition geworden, dass wir uns gegenseitig besuchen, wenn unsere jeweiligen Lei-tungsgremien tagen, und es zeugt von einer gewachsenen Ökumene in Deutschland, dass die Anwesenheit des orthodoxen Metropoliten bei der EKD-Synode nicht eine Sensation, sondern der Normalfall ist.

Für uns als Zaungäste ist Ihre diesjährige Synode aus zwei Gründen interessant: Zum einen ist der anstehende Wechsel im Ratsvorsitz der Evangelischen Kirche in Deutschland natür¬lich ein Ereignis, das weit über den eigenen Kirchturm hinaus Bedeutung hat; zum anderen ist Ihr diesjähriges Schwerpunktthema „Ehrenamtliches Engagement in Kirche und Gesell¬schaft“ etwas, das für die Orthodoxie in Deutschland eine „conditio sine qua non“ ihrer Exis¬tenz darstellt. Nur so ist es uns in den letzten Jahren und Jahrzehnten möglich gewesen, kirchliche Strukturen in Deutschland zu schaffen, Kirchenbauten zu erwerben oder zu errichten, vor allem aber ein Gemeindeleben zu pflegen - trotz aller Schwierigkeiten einer sogenannten Diasporasituation und einer Zugehörigkeit zu verschiedenen orthodoxen Diö¬zesen in ein und demselben Land. Es wird Sie, liebe Synodale, freuen, zu hören, dass der vierten Präkonziliaren Konferenz der Orthodoxen Kirche, die im Juli dieses Jahres in Chambésy bei Genf stattfand, die Vertreter aller orthodoxen autokephalen Kirchen, die offizi¬elle Gründung von Bischofskonferenzen in verschiedenen Gegenden der Welt, auch in Deutschland, beschlossen haben. Dies wird zur Folge haben, dass unsere bislang existie¬rende KOKiD, die „Kommission der Orthodoxen Kirche in Deutschland“, voraussichtlich einen neuen Namen und einen verbindlicheren Status erhalten wird. Auch wir freuen uns darüber und sind gespannt auf die in unserer Kirche anstehenden Entwicklungen.

Nicht vergessen wollen wir aber auch das zweite Feld ehrenamtlicher Arbeit, das in Ihrem Schwerpunktthema benannt ist: die „Gesellschaft“. Das Engagement in der hiesigen gesell-schaftlichen Realität kirchlicher und ziviler Art ist für uns ein weiterer Schritt des Heimisch-Werdens hierzulande. Neben der Mitarbeit in vielen kirchlichen und ökumenischen Gremien ermutigen wir unsere Gläubigen zur Mitgliedschaft in hiesigen Parteien und Verbänden oder Vereinen. Dass hier noch mehr geschehen muss, zeigt die Tatsache, dass es etwa – soweit mir bekannt ist – im Deutschen Bundestag und den Landtagen der Bundesländer, noch keine Abgeordneten orthodoxen Bekenntnisses gibt. In einigen Kommunalparlamenten ist dies allerdings schon der Fall; dies zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Anders gesagt: „Die Orthodoxen sind angekommen.“ Und gleichzeitig gilt: „Das Ehrenamt in Kirche und Gesellschaft muss weiter gefördert werden!“

In diesem Sinn wünsche ich Ihnen gute Beratungen und eine gesegnete Zeit hier in Ulm.


 



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