Das jüngste Synodenmitglied in Würzburg
01. Mai 2009
Zum ersten Mal tagen die Kirchenparlamente der EKD, UEK und VELKD gemeinsam. Für die gliedkirchlichen Zusammenschlüsse ist ihre Zusammenarbeit im so genannten Verbindungsmodell geregelt, das Miteinander von UEK, VELKD und EKD spiegelt sich aber auch in der Biografie des jüngsten Synodenmitgliedes wider. Die zwanzigjährige Pauline Voß stammt aus Brandenburg und wurde in einer unierten Kirche getauft. Seit zwei Semestern studiert sie in Jena Medizin und ist nun Kirchenmitglied der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, die sowohl der Vereinigten Evangelisch-lutherischen Kirche als auch der Union Evangelischer Kirchen angehört.
In Jena engagiert sich die Studentin in der Evangelischen Studierendengemeinde. Ihre ESG-Pfarrerin ermunterte sie, die Jugend auf der EKM-Synode zu vertreten. Die ESG-Delegierten wählten sie als eine von drei Jugendsynodalen in die konstituierende Synode der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, so dass sie den Vollzug der Vereinigung der unierten Kirchenprovinz Sachen und der lutherischen Kirche Thüringens zur Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland miterleben konnte.
Pauline Voß ist es wichtig, dass die Jugend ihre Anliegen in kirchliche Gremien einbringen kann, daher lässt sie sich auch als mitteldeutsche Vertreterin von ihrer neuen Heimatkirche Mitteldeutschland in die EKD-Synode und die VELKD-Generalsynode wählen.
In Würzburg nimmt sie nun erstmalig an einer Synodaltagung der EKD und der VELKD teil. Aus ihrer Landeskirche bringt sie die Erfahrung mit, der Schlüssel zum Verstehen kirchlicher Strukturen sind ihre intern gebrauchten Abkürzungen. Wer diese Abkürzungen kennt, findet sich schnell zurecht. Zum ersten Mal im Synodenplenum das Wort zu ergreifen kostete sie Überwindung, doch die Nervosität verflog schnell. Obwohl es ihre erste VELKD-Generalsynode war, wurde Pauline Voß gleich ins Präsidium gewählt. Die Frage, ob sie nicht Nein sagen kann, verneint sie lächelnd. Nein könne sie schon sagen, doch persönlicher Einsatz sei gefragt, gerade wenn einem die Anliegen wichtig sind. Deshalb freut sie sich über ihre Wahl.
Die VELKD-Generalsynode ist abgeschlossen, die EKD-Synode liegt noch vor Pauline Voß. Ihre Erwartung an diese Synode? Da sich die Synode in Würzburg konstituiert, sind Wahlen der Schwerpunkt für die junge Synodale. Auch wenn sie ein Nachwendekind ist, nimmt sie immer noch Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland wahr. Sie erhofft sich deshalb eine gleichmäßige Verteilung der Ämter, damit die Jugend, Frauen und auch Christen aus Ostdeutschland angemessen repräsentiert sind und so ihre Anliegen einbringen können.
Auch als jüngstes Mitglied der Synode und ohne jahrelange Synodenerfahrung kommt sie gut mit den Strukturen und der Organisation der verbundenen Synodaltagung von EKD, UEK und VELKD klar. Es ist nur eine Kleinigkeit, aber einen kleinen Verbesserungswunsch hat sie doch an die Organisation: einheitliche Namensschilder für alle Mitglieder der Synodaltagung mit klarer Zuordnung. Aber – dies ist nur eine Kleinigkeit.
