Bericht des Rates der EKD - „Im Geist Gottes bekennen“
1. Tagung der 11. Synode der EKD, Würzburg, 30. April bis 03. Mai 2009
IV. Welcher Geist leitet uns?
Bischof Dr. Wolfgang Huber, Ratsvorsitzender der EKD
02. Mai 2009
(14) Die Frage nach dem Geist, der Menschen in ihrem Handeln bestimmt, ist zur Schlüsselfrage unserer Zeit geworden.
Noch nie zuvor habe ich gegensätzliche Botschaften, auch in Briefen, mit solcher Intensität erhalten wie in den letzten Wochen. Die einen sagen: Es ist an der Zeit, den Geist der Nächstenliebe und des Gottvertrauens in die Öffentlichkeit zu tragen. Die anderen sagen, nein, der Glaube soll aus der Öffentlichkeit herausgehalten werden, und wiederholen den alten, falschen Satz, Religion sei Privatsache – gegensätzliche Botschaften. Aber in diesem Streit auch über eine solche Frage spüren wir zugleich: Überall wird gefragt, woran wir uns orientieren können.
Der Amoklauf von Winnenden aber auch vorgestern die Amokfahrt im niederländischen Apeldoorn beim Königinnentag der Niederlande haben uns auf Schrecken erregende Weise die Augen dafür geöffnet, dass wir noch wachsamer, noch sensibler auf den Geist achten müssen, der nach unserem Nächsten wie nach uns selbst greifen will. Dass in solchen Taten das Böse am Werk war, ist unübersehbar. Dieses Böse entzieht sich jeder Erklärung; denn erklären hieße ja immer, Gründe anzugeben. Aber für das Böse gibt es keinen Grund. Es ist vielmehr ein Abgrund; wer sich ihm anvertraut, stürzt ins Bodenlose. Doch auch dorthin reicht Gottes Hand. Nur indem wir vor Gott treten und uns für ihn öffnen, können wir die Logik und den Geist des Bösen durchbrechen. Nur indem wir vor Gott treten, können wir beides: der Opfer gedenken und auch die Täter nicht aus dem Blick verlieren.
(15) In ganz anderer Weise tritt uns die Frage nach dem Geist, der uns bestimmt, im Zusammenhang mit den Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise entgegen. Wir erkennen jetzt in besonderer Deutlichkeit den Geist unserer Zeit. Es ist ein Geist des Haben-Wollens. Er verlockt zu einem Wettrennen um die günstigsten Angebote und die schnellsten Erträge. Er suggeriert, auch unabschätzbare Risiken seien hinzunehmen. Er erklärt die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich zu einer unvermeidlichen Bedingung wirtschaftlicher Dynamik.
Wir spüren die gewaltige Macht dieses Zeitgeistes und seine Abgründigkeit zugleich. Ein Kommentator vermerkte dazu: „Ein Kapitalismus, der nicht abgibt, sondern Reichtum nur bei den Reichen sammelt, verwandelt sich über kurz oder lang in einen Feudalismus, der nur mit Gewalt und ohne demokratische Legitimation herrscht.“(30) Mit solchen zugespitzten Worten wird die Frage nach einer sozialen Marktwirtschaft laut, die sich in den Wohlstand aller Bürger verdient macht.(31)
Der Spagat, in den eine solche Situation uns gerade zwanzig Jahre nach der friedlichen Revolution zwingt, lässt sich leicht beschreiben, aber nur schwer aushalten. Denn es ist eine Zeit, in der sich die Seele an manchen Nachrichten wund reibt. Zwar ist es um die Meinung, die internationalen Finanzmärkte regulierten sich am besten selbst, still geworden; aber wie der Übergang auf tragfähige Regelungen gelingen kann, ist einstweilen noch offen. Denn aus der Kritik an den Auswüchsen des Turbokapitalismus gibt es ja keinen Ausweg in eine planwirtschaftliche Alternative; deren Scheitern gehörte vor zwanzig Jahren vielmehr auch zu den Voraussetzungen für den Weg in die Freiheit.
Eine bewusste politische Gestaltung der Marktwirtschaft ist nötig. Eine politisch und sozial gebändigte Marktwirtschaft braucht neue Regelungen und neue Instrumente, wenn sie dem Gebot der Nachhaltigkeit genügen soll. Wir sehen im Leitbild der Nachhaltigkeit eine Verpflichtung, die sich unmittelbar aus der biblischen Zusage ergibt: „Die Erde ist des Herrn und was darinnen ist, der Erdkreis und die darauf wohnen.“(32) Auch in der jetzigen Phase, einer in ihren Dimensionen noch gar nicht übersehbaren wirtschaftlichen Unsicherheit treten wir dafür ein, dass die Ordnung der Wirtschaft konsequent an den Prinzipien der Nachhaltigkeit und an den Lebenschancen der künftigen Generationen orientiert wird, wie wir das bereits in der Denkschrift über „Unternehmerisches Handeln in evangelischer Perspektive“ im vergangenen Jahr hervorgehoben haben.(33)
Die drohende wirtschaftliche Rezession und der damit verbundene Anstieg der Arbeitslosigkeit lassen uns fragen, welcher Geist uns bestimmt. In welchem Geist wollen wir miteinander leben? In welchem Geist kann die Krise bewältigt werden? Unter den Beschäftigten vieler Wirtschaftsunternehmen zeigt sich ein neuer Geist der Solidarität. Doch zugleich muss man sich nüchtern die Folgen bewusst machen, die der größte wirtschaftliche Einbruch seit sechzig Jahren nach sich zieht. Der befürchtete Anstieg der Arbeitslosigkeit ist für die Betroffenen und für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft außerordentlich gravierend. Ich kann mir in der evangelischen Kirche und über sie hinaus überhaupt keinen Menschen vorstellen, dem dies nicht ans Herz greift und der sich nicht fragt: Wie wird es Menschen gehen, die jetzt vor der Frage stehen, wie lange ihr Arbeitsplatz wohl noch erhalten bleibt. Dennoch sage ich genauso klar: Ich halte das Einfordern sozialer Verantwortung für wichtiger als die Ankündigung sozialer Unruhen. In einer Zeit, in der Menschen um ihre Arbeitsplätze bangen, hat die Verantwortung für den Erhalt und die Schaffung von Arbeitsplätzen höchste Priorität. Da müssen alle zusammenarbeiten und diese Priorität auch ausdrücklich anerkennen.
(16) Doch andere Aspekte sozialer Verantwortung sind ebenso bedrängend. Dafür nur ein Beispiel: Nach den Auskünften des Deutschen Pflegerats leben derzeit in Deutschland rund 2.250.000 pflegebedürftige Menschen, die auf tägliche Hilfe angewiesen sind. 709.000 von ihnen werden in einem Pflegeheim versorgt. Innerhalb von wenigen Jahrzehnten wird sich die Zahl der in Deutschland notwendigen Pflegeplätze verdoppeln.
Aber wer wird pflegen? Viel Leidenschaft, aber auch viel Leidensbereitschaft gehört zu diesem Beruf. Gesellschaftliche Anerkennung findet er nicht in ausreichendem Maß, gute Bezahlung auch nicht. Gerade wurde für Pflegehilfskräfte ein gesetzlicher Mindestlohn vorgesehen. Was die dafür gefundene Regelung im Blick auf das Selbstbestimmungsrecht der Kirchen und ihrer Diakonie bedeutete, will ich jetzt nicht weiter erörtern. Mir geht es um etwas anderes: Dass die Pflege ein Kandidat für den Mindestlohn ist, bildet in sich selbst für mich ein Alarmsignal.
Unter den Berufswünschen ohne Studium schafft es der Pflegeberuf nicht unter die ersten 25 Plätze. Doch pflegebedürftig sind viele. Aber niemand denkt gerne daran. Den Grund – oder jedenfalls einen Grund – sehe ich in Folgendem: In alten Menschen im Pflegeheim begegnet mir meine eigene Zukunft. Ihr weiche ich in dieser Frage lieber aus.
Meine eigenen Ängste spiegeln sich in meinen kritischen Urteilen darüber, wie es im Pflegeheim zugeht. Weil ich das eigene Alter verdrängen will, lasse ich es an Wertschätzung für Menschen fehlen, die als Pflegekräfte arbeiten. Das ist ein Teufelskreis, von dem ich fest überzeugt bin, dass wir als Kirche eine besondere Verantwortung dafür haben, diesen Teufelskreis zu durchbrechen.
Für 25 Euro werden heute die Winterreifen in der Werkstatt gewechselt. Genau dieselbe Summe steht für eine „erweiterte große Körperpflege“ zur Verfügung. Die Hilfe beim Aufstehen und beim Gang zur Toilette, das Aus- und Ankleiden, das Waschen, Duschen oder Baden, die Mundpflege, das Kämmen und Rasieren – derselbe Preis wie das Wechseln von vier Rädern. Am Bett zu sitzen, dem Patienten zuzuhören, die Hand zu streicheln, einen gemeinsamen Spaziergang zu machen – das alles ist gar erst gar nicht vorgesehen.
So kann es nicht bleiben. „Du sollst Vater und Mutter ehren“, der respektvolle Umgang mit dem Alter ist mit diesem Gebot gemeint. Mehr Wertschätzung und auch mehr Geld werden für die Pflege benötigt. Berufliche Pflege braucht die nötige Unterstützung. Dann kann auch ehrenamtlicher Einsatz Wichtiges beitragen. Aber niemand sollte denken, ehrenamtlicher Einsatz könnte ersetzen, was in der beruflichen Pflege versäumt wird.
(17) Alle Entwicklungen verdienen besondere Beachtung, in denen die Liebe zum Nächsten neue Aufmerksamkeit findet. Die Pflege der alt gewordenen Eltern ist nicht mehr für alle ein Tabuthema. Väter besinnen sich in neuer Weise auf ihre Rolle in der Familie. Arme und bisher Chancenlose erfahren neue Zuwendung. Immer mehr Menschen interessieren sich für einen Lebensstil, der nachhaltig mit den verfügbaren Ressourcen umgeht. Die Folgen unseres Handelns für die Generation der Kinder und Kindeskinder wird auf neue Weise wichtig.
Wenn wir auf die wirtschaftliche Krise mit einem Geist der Solidarität, der Zuwendung und der Nachhaltigkeit reagieren, dann zeigt sich in der Krise wirklich eine Chance. Doch das wird nur der Fall sein, wenn wir zum Umdenken bereit sind, wenn wir uns wirklich einem neuen Geist aussetzen, wenn aus der „frohen Befreiung aus den gottlosen Bindungen dieser Welt“ wirklich ein „freier, dankbarer Dienst an Gottes Geschöpfen“ wird. Nichts ist dringlicher.
(18) Freilich heißt es in der zweiten These der Barmer Theologischen Erklärung auch: „Wir verwerfen die falsche Lehre, als gebe es Bereiche unseres Lebens, in denen wir nicht Jesus Christus, sondern anderen Herren zu eigen wären, Bereiche, in denen wir nicht der Rechtfertigung und Heiligung durch ihn bedürfen.“ Dieser schroffe Einspruch gegen die Vorstellung von einer Eigengesetzlichkeit gesellschaftlicher Bereiche, darunter auch der Einspruch gegen die Vorstellung von einer Eigengesetzlichkeit wirtschaftlichen Handelns nötigt uns zu der Frage, welchen ethischen Bindungen denn das Handeln in diesem Bereich unterworfen sein soll.
Ich will fünf solche Bindungen aus meiner Sicht formulieren:
Als ersten Maßstab will ich das Vertrauen nennen. Wir haben auf bestürzende Weise gelernt, dass auch für wirtschaftliches Handeln Vertrauen noch kostbarer ist als Geld und dass sich Vertrauen noch schwerer wieder erlangen lässt als Kapital. Vertrauen hat es offenbar mit der Frage zu tun, ob man sich an die goldene Regel hält: „Alles nun, was ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, das tut ihnen auch.“(34)
Daraus ergibt sich ein zweiter Prüfstein. Er heißt Reziprozität, Wechselseitigkeit. Die Reformen der Agenda 2010 tragen ganz offensichtlich bei vielen Menschen immer noch an der Bürde, dass der Eindruck herrscht, sie hätten den gesellschaftlichen Zusammenhalt nicht gestärkt, sondern geschwächt. Denn sie haben den einen Teil der Bevölkerung nicht aus der Befürchtung befreien können, von einem sozialen Absturz bedroht zu sein, während ein anderer Teil der Bevölkerung sein Vermögen immer weiter zu steigern vermochte. Dass dabei in manchen Bereichen die Gewinne privatisiert, die Verluste aber sozialisiert werden, verstärkt das Gefühl mangelnder Reziprozität, mangelnder Wechselseitigkeit.(35)
Mein drittes Stichwort heißt, das aufzunehmen, was die Vorgängersynode vor zwei Jahren in Würzburg gesagt hat: Teilhabe. Unser Verständnis von Gerechtigkeit ist wesentlich durch die Eröffnung von Teilhabe definiert. Deshalb müssen wir weiter darauf dringen, unser Bildungssystem so zu organisieren, dass es einen gleichen Zugang zu Befähigung und Beteiligung fördert.(36)
Das vierte Kriterium ist Solidarität. Ich bin froh darüber, dass die Solidarität mit den Armen in der Welt ein entscheidendes Kriterium bei den Verhandlungen der G20 dargestellt hat. Es ist ein in den letzten Jahren besonders gering geschätztes Kriterium, das jetzt wiederkehrt. Wir werden gerade in der jetzigen Situation an den Milleniums-Entwicklungszielen festhalten müssen, auf die wir uns auch als Evangelische Kirche in Deutschland verpflichtet haben.(37)
Das letzte Stichwort klang schon an. Es heißt Nachhaltigkeit. Wir waren stolz auf eine Entwicklung der Fiskalpolitik, bei der die Neuverschuldung zurückgefahren wurde. Doch nun steht die Frage im Raum, was mit den gewaltigen Schulden passiert, die durch Rettungsschirme, Bürgschaftsfonds und Investitionspakete zusätzlich aufgehäuft werden, zusätzlich zu den eine Billion und 650 Milliarden Schulden der öffentlichen Hände, die schon existieren, und die nicht dadurch abgebaut wurden, dass die Neuverschuldung reduziert wurde. Welchen gewaltigen Berg hinterlassen wir da unseren Kindern und Enkeln? So müssen wir fragen.
Eine Antwort auf die Frage, was das für die nächste Generation bedeutet, hat – so, wie ich es sehe und verstehe – noch niemand gegeben. In ähnlicher Weise stellt sich die Frage, wie eine verantwortliche Klimapolitik Raum erhalten soll, wenn die Kompensation der Schäden einer fehlgeleiteten Entwicklung der Finanzmärkte alle Aufmerksamkeit und alle verfügbaren finanziellen Mittel auf sich zieht.
(19) Die Barmer Theologische Erklärung betrachtet, dem Geist ihrer Zeit folgend, gesellschaftliche Verantwortung noch stark unter der Perspektive staatlichen Handelns. Dass der Zivilgesellschaft eine eigenständige Verantwortung zukommt, tritt noch nicht in dem nötigen Umfang in den Blick. Doch was über den Staat gesagt wird, verdient auch heute noch nachdenkliche Aufmerksamkeit. Die Kirche sieht in ihm eine aus Gottes Anordnung entspringende Wohltat; denn sie betrachtet ihn ganz von der Aufgabe her, für Recht und Frieden zu sorgen. Sie rückt ihn ganz in das Licht der Hoffnung auf Gottes Reich und dessen Gerechtigkeit; daraus leitet sie die gemeinsame Verantwortung der Regierenden und Regierten ab.
In diesen Zusammenhang steht die oft diskutierte und umstrittene Aussage, „dass der Staat nach göttlicher Anordnung die Aufgabe hat, in der noch nicht erlösten Welt, in der auch die Kirche steht, nach dem Maß menschlicher Einsicht und menschlichen Vermögens unter Androhung und Ausübung von Gewalt für Recht und Frieden zu sorgen.“(38)
So plausibel diese Aussage ist – innerlich wehren wir uns gegen die unmittelbare Verkoppelung zwischen der Einsicht, dass wir in der „noch nicht erlösten Welt“ leben, und der Folgerung, dass deshalb die „Androhung und Ausübung von Gewalt“ für die Wahrung von Recht und Frieden unentbehrlich seien. Dass Soldaten im Auslandseinsatz ihr Leben riskieren, macht uns ratlos und bestärkt immer wieder Zweifel an dem eingeschlagenen Weg, aus dem es doch keinen einfachen Ausstieg gibt. Der Tod eines Soldaten bei einem Anschlag am vergangenen Mittwoch in Afghanistan hat uns erneut in dramatischer Weise die möglichen Folgen eines Militäreinsatzes vor Augen geführt. Wir trauern um diesen Soldaten und beten für seine Angehörigen und Freunde.
Wir halten als Christen an der vorrangigen Option für die Gewaltfreiheit fest. Wir haben als evangelische Kirche den „gerechten Frieden“ als Leitgedanken unserer Friedensethik anerkannt.(39) Wir folgen bei der Prüfung der äußersten Situationen, in denen es zum Einsatz militärischer Gewalt keine Alternative gibt, nicht einer Doktrin des gerechten Kriegs, sondern halten uns an die Kriterien einer Ethik der rechtserhaltenden Gewalt.
Eine solche Ethik enthält in meinen Augen keine Rechtfertigung dafür, Waffenexporte als einen normalen Bestandteil des wirtschaftlichen Austauschs anzusehen.
Gegenwärtig allerdings werden wir Deutschen als „Europameister des Waffenexports“ bezeichnet. Ich sage es ehrlich: über diese Bezeichnung freue ich mich überhaupt nicht, ganz im Gegenteil, sie beschämt mich. Von einem Jahr zum andern hat sich die Ausfuhr von Waffen aus Deutschland um dreizehn Prozent erhöht. Nun rangiert unser Land in dieser Art von Geschäften direkt hinter den USA und Russland vor allen anderen europäischen Ländern. Krisengebiete unserer Erde werden dabei nicht ausgespart; eines Tages müssen Soldaten der Bundeswehr im Auslandseinsatz unter Umständen die Gewalt unterbinden, die mit in Deutschland hergestellten Waffen oder mit in Deutschland hergestellten Waffenteilen verübt werden soll. Für mich ist das ein paradoxer Gedanke.(40)
(20) Für keinen Bereich erkennen wir eine Eigengesetzlichkeit an; darin liegt die stärkste Provokation des Barmer Bekenntnisses von 1934. Mit einem Hinweis auf diese Provokation will ich schließen.
Auf alle Bereiche unseres Lebens schauen wir mit dem Blick des Glaubens, der Liebe und der Hoffnung. Gottvertrauen, Barmherzigkeit und Zuversicht leiten unsere Schritte. Dieser Geist hilft uns, Neues zu wagen, den Mitmenschen nicht aus dem Auge zu verlieren und der Zukunft gegenüber aufgeschlossen zu bleiben. Dieser Geist gibt uns den Mut, das zu gestalten, was wir gestalten können, und das Gedeihen in Gottes Hand zu legen.
Auch für eine Synode ist es eine überzeugende Devise: im Vertrauen auf Gottes Geist anzupacken, was uns aufgetragen ist und das Vollenden in Gottes Hand zu legen.
Ich danke Ihnen fürs Zuhören.
Fußnoten:
(30) Jens Jessen, in: DIE ZEIT vom 2. April 2009.
(31) Thomas Strobl, Wohlstand für alle, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30. April 2009, 31 ff.
(32) Psalm 24, 1.
(33) Unternehmerisches Handeln in evangelischer Perspektive. Eine Denkschrift des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Gütersloh 2008, 21. 100 f.
(34) Matthäus 7, 12.
(35) Zur konstitutiven Bedeutung von Reziprozität für gesellschaftlichen Zusammenhalt siehe Heinrich Bedford-Strohm, Gemeinschaft aus kommunikativer Freiheit. Sozialer Zusammenhalt in der modernen Gesellschaft. Ein theologischer Beitrag, Gütersloh 1999, 253 ff., 359 ff., 435 ff.
(36) Vgl. Gerechte Teilhabe. Befähigung zu Eigenverantwortung und Solidarität. Eine Denkschrift des Rates der EKD zur Armut in Deutschland. Mit einer Kundgebung der Synode der EKD, Gütersloh 2006.
(37) Schritte zu einer nachhaltigen Entwicklung. Die Milleniumsentwicklungsziele der Vereinten Nationen. Eine Stellungnahme der Kammer für nachhaltige Entwicklung der EKD zur Sondervollversammlung der Vereinten Nationen, Hannover 2005.
(38) Vgl. Wolfgang Huber, Aufgaben und Grenzen des Staats. Politische Ethik im Anschluss an die 5. Barmer These, in: ders., Folgen christlicher Freiheit. Ethik und Theorie der Kirche im Horizont der Barmer Theologischen Erklärung, 2. Aufl. Neukirchen 1985, 95-112.
(39) Aus Gottes Frieden leben – für gerechten Frieden sorgen. Eine Denkschrift des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Gütersloh 2007.
(40) Vgl. Gemeinsame Konferenz Kirche und Entwicklung, Rüstungsexportbericht 2008, Bonn/Berlin 2008.
