Bericht des Rates

Nikolaus Schneider, Ratsvorsitzender der EKD

04. November 2012

Gottvergessenheit?

„Jesus ist kommen, Grund ewiger Freude: Zeitfragen und Zeitansagen“ – damit betitelt der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Präses Nikolaus Schneider, den Ratsbericht. Ein Schwerpunkt des Berichts ist der gegenwärtige Zustand des Gottesglaubens. „Untersuchungen zeigen: Es gibt eine Unkenntnis Gottes in zweiter und dritter Generation“, erklärt Schneider. „Gott, Glaube, Kirche sind Teil einer Fremdsprache, mit der manche Menschen genauso viel anfangen können wie mit Mandarin oder Kisuaheli.“

Atheismus

„Ein Abdrängen der Religion ins Private kann zur Konsequenz haben, dass die aggressiven und fundamentalistischen Fehlformen von Religionen in Hinterhöfen und Parallelgesellschaften entstehen oder gepflegt werden“, warnt Nikolaus Schneider, Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland. Zusammen mit jüdischen und muslimischen Gläubigen trete die EKD ein für das Recht auf positive, sichtbare Religionsausübung in der Gesellschaft. In Zusammenhang damit äußert sich Schneider auch zur Diskussion um religiös begründete Beschneidung: „Es wäre fatal, wenn Deutschland das einzige Land der Welt wäre, dass Beschneidung rechtlich in Frage stellen würde.“

Ökumene

„Weil heute die meisten Christenmenschen ihre konfessionelle Bindung nicht mehr für heilsentscheidend halten, leiden viele Menschen – gerade auch in unserem Land – unter der Trennung der Kirchen“. Das sagt Nikolaus Schneider, Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, und beschreibt in seinem Ratsbericht die ökumenische Gemeinschaft mit der römisch-katholischen Schwesterkirche. „Für die römisch-katholischen Geschwister ist die in Reformation und Gegenreformation verloren gegangene Einheit der westlichen Kirche kein Grund zum Feiern, sondern ein auch mit Kummer zu bedenkendes ‚Datum‘“.