Beschlüsse

6. Tagung der 11. Synode der EKD, Düsseldorf, 7. bis 13. November 2013

Beschluss zum Schutz der Biodiversität

12. November 2013

Beschluss

der 11. Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland

auf ihrer 6. Tagung

zum

Schutz der Biodiversität

Die Synode begrüßt die gemeinsam von den Arbeitsgemeinschaften der Umweltbeauftragten der Gliedkirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland und der deutschen Bistümer erarbeiteten Handlungsempfehlungen zum Schutz der Biodiversität, wie sie in der Schrift „Bio¬diversität und Kirchen – eine Empfehlung der kirchlichen Umweltbeauftragten“ vom März 2013 zusammengestellt wurden. In dieser Schrift heißt es:

„Wir bitten kirchenleitende Gremien,

  • geeignete organisatorische Maßnahmen zu treffen, um die Einhaltung der gesetzlichen Grundlagen zum Biodiversitätsschutz durchgängig sicherzustellen;
  • im Bereich Land- und Forstwirtschaft sowie beim Umgang mit Gewässern und auf an Gewässer angrenzenden Grundstücken die Richtlinien zur eigenen Bewirtschaftung oder Verpachtung anhand der hier vorgestellten Kriterien zu überprüfen,
  • die Friedhofssatzungen gegebenenfalls an die vorgestellten Überlegungen anzupassen,
  • sich auf landespolitischer Ebene für den Erhalt der Biodiversität einzusetzen.

Wir bitten die haupt- und ehrenamtlich Aktiven in Kirchengemeinden und kirchlichen Einrichtungen,

  • eine Bestandsaufnahme der Gebäude und Außenanlagen im Blick auf mögliche Verbesserungen im Bereich Biodiversitätsschutz vorzunehmen und zumindest die leicht umzusetzenden Maßnahmen bald durchzuführen;
  • zu überlegen, wie das Thema Biodiversität in die Verkündigung und in die Bildungsarbeit der Gemeinde aufgenommen werden kann;
  • sofern nicht bereits geschehen, ein Umweltmanagement nach der Europäischen Umweltmanagement-Verordnung EMAS oder den Leitlinien des kirchlichen Umweltmanagements, des ‚Grünen Hahns‘ beziehungsweise des ‚Grünen Gockels‘ in absehbarer Zeit einzuführen, um die Umweltwirkungen der Gemeinde systematisch zu verbessern;
  • sich offen zu zeigen für gemeinsamen Umwelt- und Naturschutz außerhalb der kirchlichen Liegenschaften und Gebäude durch den Aufbau von Netzwerken mit den verschiedensten, auch außerkirchlichen Gruppen.“

Damit wird in praktischer Absicht an die vom Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland und der Bischofskonferenz verfasste Erklärung „Verantwortung wahrnehmen für die Schöpfung“ aus dem Jahre 1985 angeknüpft, in der es heißt: „… nicht allein menschliches, sondern auch tierisches und pflanzliches Leben verdienen Wertschätzung, Achtung und Schutz. Die Ehrfurcht vor dem Leben setzt voraus, dass Leben ein Wert ist und dass es darum eine sittliche Aufgabe ist, diesen Wert zu erhalten“. Dem Schutz der biologischen Vielfalt ist deshalb durch die Kirchen eine verstärkte Aufmerksamkeit zu schenken.

Die Synode empfiehlt dem Rat der EKD, die Landeskirchen, die Kirchengemeinden und die Einrichtungen und Werke zu bitten, sich intensiver mit den Fragen zum Erhalt der Artenvielfalt in Fauna und Flora zu befassen, denn Christinnen und Christen leben von der Zusage Gottes, das Leben nicht ein zweites Mal zu vernichten (1. Mose 9.11). Mit den Zeichen des Regenbogens schloss Gott den Bund mit allen lebenden Wesen und vertraute seine Schöpfung der Verantwortung den auf der Erde lebenden Menschen an. Diesem Auftrag entsprechend sind wir als Christenmenschen aufgefordert, die Erde und alles, was auf ihr lebt, wächst und gedeiht, zu bewahren.

Düsseldorf, den 12. November 2013

Die Präses der Synode
der Evangelischen Kirche in Deutschland

Dr. Irmgard Schwaetzer

Die Veröffentlichung der Beschlüsse erfolgt unter dem Vorbehalt der endgültigen Ausfertigung durch die Präses der Synode!