Beschlüsse

Beschluss zum Rechtsextremismus

13. November 2013

Beschluss

der 11. Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland

auf ihrer 6. Tagung

zum

Rechtsextremismus

  1. Die Synode der EKD dankt dem Rat der EKD und der von ihm eingesetzten Steuerungsgruppe sowie dem Sozialwissenschaftlichen Institut der EKD für die Erstellung einer Metaanalyse zu vorhandenen Daten über rechtsextreme Orientierungen unter evangelischen Christinnen und Christen und die Vorlage von Empfehlungen zur Umsetzung des Synodenbeschlusses der 5. Tagung der 11. Synode der EKD vom 7. November 2012 in Timmendorfer Strand zum Rechtsextremismus.
  2. Den Empfehlungen der Steuerungsgruppe folgend, setzt sich die Synode der EKD für die Erstellung einer Sekundäranalyse zu rechtsextremen Einstellungen aus vorhandenen Datensätzen ein und bittet den Rat der EKD die Beauftragung eines unabhängigen Forschungsinstitutes mit der Erstellung einer EKD-weiten qualitativen Einstellungsbefragung bei Kirchenmitgliedern zu prüfen. Eine solche Studie soll Vorurteilsstrukturen und manifeste menschenfeindliche Einstellungen im Raum der Kirche aufdecken und Möglichkeiten einer angemessenen Präventions- und Bildungsarbeit aufzeigen.
  3. Die unabhängige Einstellungsuntersuchung im kirchlichen Raum soll die von der Steuerungsgruppe vorgeschlagene Konzentration auf bestimmte Personengruppen verschiedener Generationen und die von der Steuerungsgruppe als besonders auffällig identifizierten Themenbereiche Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit (Rassismus, Antiziganismus, Islamfeindlichkeit) und Sozialdarwinismus (wertes/unwertes Leben) beachten. Die Synode bittet den Rat der EKD darüber hinaus, eine Kommission aus fachkompetenten Akteurinnen und Akteuren in Wissenschaft, Kirche und der Arbeit gegen Rechtsextremismus einzurichten, welche die Entwicklung des Forschungsdesigns begleitet. In dieser Kommission soll die kompetente Beratung durch die BAG K+R und die KMIFA fortgesetzt werden.
  4. Die Synode der EKD ermutigt Christinnen und Christen in Kirchgemeinden und Landeskirchen sowie den Rat der EKD, im Engagement gegen menschenfeindliche Einstellungen und Aktivitäten nicht nachzulassen. Sie befürwortet die Gründung von Runden Tischen und Arbeitskreisen für Demokratie gegen Rechtsextremismus in allen Landeskirchen. Sie dankt den bereits bestehenden für ihre wertvolle Arbeit und unterstreicht erneut, dass sie Antisemitismus, Rassismus und andere menschenfeindliche Einstellungen gegenüber Gruppen als Problem auch innerhalb der Kirchen ernst nimmt und mit kompetenten Partnerinnen und Partner Lösungsvorschläge erarbeitet.

Düsseldorf, den 13. November 2013

Die Präses der Synode
der Evangelischen Kirche in Deutschland

Dr. Irmgard Schwaetzer

Die Veröffentlichung der Beschlüsse erfolgt unter dem Vorbehalt der endgültigen Ausfertigung durch die Präses der Synode!