Beschlüsse

6. Tagung der 11. Synode der EKD, Düsseldorf, 7. bis 13. November 2013

Beschluss zum Klimaschutz

12. November 2013

Beschluss

der 11. Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland

auf ihrer 6. Tagung

zum

Klimaschutz

Zeitgleich mit der Tagung der Synode der EKD findet die Weltklimakonferenz in Warschau statt. Die Synode der EKD bittet den Rat der EKD, die bundesdeutsche Delegation eindringlich darum zu bitten, ihren Beitrag zu leisten, die Weltklimakonferenz nicht scheitern zu lassen; ein energischer Schritt zur Gestaltung eines globalen Fahrplans zur Reduktion der CO2-Emissionen bis zum Jahre 2050 ist jetzt erforderlich.

Die Synode der EKD ist dankbar für die Resolution des Ökumenischen Rates der Kirchen vom 8. November 2013 in Busan (Südkorea). Darin wurde noch einmal festgestellt, dass der Klimawandel die verwundbarsten Bevölkerungsgruppen besonders stark betrifft und die Frage der internationalen Gerechtigkeit als zentrale Herausforderung der Klimaverhandlungen anspricht. In Europa ist es längst überfällig, den Emissionshandel neu zu gestalten und mit harten Obergrenzen für die Freisetzung von Treibhausgasen zu kombinieren. Deutschland sollte sich bemühen, auf dem Gebiet des Klimaschutzes die Vorreiterrolle zurückzugewinnen, die es einmal hatte; die neue Bundesregierung müsste anspruchsvollen Klimazielen bis 2030/2050 höchste Priorität einräumen und diese als Querschnittsaufgabe in alle Politikbereiche übersetzen.

Konkret sollte sich die neue Bundesregierung für eine europäische Zieltrias aus Emissionsminderung, Steigerung der Erneuerbaren Energien und Energieeinsparung einsetzen. Wenn das Ziel, die Erderwärmung auf 2 Grad Celsius zu begrenzen, erreicht werden soll,

  • müssen bis 2030 mindestens 55 % an Treibhausgasen eingespart werden,
  • sollte der Anteil Erneuerbarer Energien am Strommix bis 2030 auf 75 % steigen und
  • sollten die Ziele des Energiekonzepts 2010 verbindlich in einem Energiewende-Rahmengesetz verankert werden.

Um ihren eigenen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten, bittet die Synode den Rat der EKD, den Landeskirchen zu empfehlen, an der Umsetzung ihrer Klimaschutzkonzepte weiter zu arbeiten beziehungsweise in Landeskirchen, in denen noch keine Klimaschutzkonzepte existieren, diese zu erarbeiten.

Der Rat der EKD wird zur Synode 2014 einen von der Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft e.V. (FEST) erarbeiteten Klimaschutzbericht vorlegen.

Der Ausschuss für Bewahrung der Schöpfung bittet das Präsidium der Synode, für die Tagung der Synode 2014 dafür einen eigenen Tagesordnungspunkt vorzusehen.

Düsseldorf, den 12. November 2013

Die Präses der Synode
der Evangelischen Kirche in Deutschland

Dr. Irmgard Schwaetzer


Die Veröffentlichung der Beschlüsse erfolgt unter dem Vorbehalt der endgültigen Ausfertigung durch die Präses der Synode!