Beschlüsse

7. Tagung der 11. Synode der EKD, Dresden, 9. bis 12. November 2014

Beschluss zu wirksamen Maßnahmen gegen Menschenhandel mit Flüchtlingen auf der Sinai-Halbinsel

12. November 2014

Beschluss

der 11. Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland

auf ihrer 7. Tagung

zu

wirksamen Maßnahmen gegen Menschenhandel
mit Flüchtlingen auf der Sinai-Halbinsel


Mit großer Betroffenheit und Sorge nimmt die Synode der EKD die Situation des Menschenhandels mit Flüchtlingen auf der Sinai Halbinsel zur Kenntnis. Weiten Teilen der Öffentlichkeit, auch in den Kirchen, ist die Dramatik dieser Situation noch zu wenig bekannt.

Sie bittet den Rat der EKD, sich gegenüber der Bundesregierung und den europäischen Institutionen dafür einzusetzen, dass

  • eine konsequente Strafverfolgung des Menschenhandels und der Folter in der Region geschieht und die Zusammenarbeit über Interpol verstärkt wird,
  • Ermittlungen von Europol zum Fluss von Lösegeldzahlungen aus der EU in die Region aufgenommen werden,
  • Untersuchungen durch die Vereinten Nationen erfolgen, welche Rolle eritreische Behörden im organisierten Menschenhandel spielen,
  • stärkere Sicherheitsvorkehrungen zum Schutz von Flüchtlingslagern durch UNHCR getroffen werden,
  • Opfer von Menschenhandel weder illegal zurückgeschoben noch zur Vorbereitung dazu in Abschiebehaft genommen werden,
  • die Freilassung aller Ex-Geiseln und Überlebenden aus Abschiebehaft in den genannten Ländern erfolgt,
  • weiter Entwicklungshilfe für Eritrea an die Verbesserung der Menschenrechtslage in diesem Land gebunden wird.


Dresden, den 12. November 2014

Die Präses der Synode
der Evangelischen Kirche in Deutschland

Dr. Irmgard Schwaetzer


Die Veröffentlichung der Beschlüsse erfolgt unter dem Vorbehalt der endgültigen Ausfertigung durch die Präses der Synode!