Bericht des Evangelischen Missionswerkes
4. Tagung der 9. Synode der EKD (7. - 12. November 1999, Leipzig)
Wirtschaftsstelle Evangelischer Missionsgesellschaften GmbH (WEM)
Die im Kalenderjahr 1998 getätigten Umsätze beliefen sich auf 30,7 Millionen Mark.Wir sind froh und dankbar, dieses Ergebnis erzielt zu haben, trotz weiter zurückgehender Haushalte der Kirchen, Missionen und Hilfswerke. In Teilbereichen konnte die nach wie vor fallende Tendenz leicht gebremst und ein Aus-gleich für Rückgänge in anderen Bereiche gefunden werden. Dies gilt vor allem für die Katastrophenhilfelieferungen, besonders für das Diakonische Werk, aber auch andere Auftraggeber.
Neue Wege wurden beschritten beim Abschluß eines Kooperationsabkommens mit einer lokalen Nichtregierungsorganisation (NRO) in Kenia mit einer langfristigen Absicherung des Beschaffungsvolumens für die WEM. Des weiteren trägt die Zusammenarbeit mit einem Vertreter in Nicaragua erste Früchte. Hier leistet die WEM einen willkommenen Beitrag zur Beschaffungsplanung lokaler NROs und Institutionen, wobei der Vertreter als der erste und direkte Ansprechpartner fungiert.
Maßgebliche Kunden in Ländern wie Kongo, Simbabwe, Sierra Leone, um nur einige zu nennen, sind ganz ausgefallen, wegen der dortigen, zum Teil noch immer nicht beendeten politischen und ökonomischen Krisen. Hier wird die Problematik für die WEM deutlich, wenn die in jahrelanger Arbeit aufgebauten Beschaffungs- und Lieferstrukturen unerwartet in Schwierigkeiten geraten und eine schnelle Umorientierung nicht möglich ist.
Auch 1998 war es notwendig, durch Reisen zu den Partnern, nicht nur bestehende Kontakte zu pflegen, sondern auch das bestehende Umsatzniveau zu sichern. Schwerpunkte waren wieder Länder in Afrika, insbesondere Tansania, Uganda, Kenia und Mosambik. Dazu gehörte die Begleitung der Arbeit der kirchlichen Beschaffungsstellen in Übersee, vor allem der verbliebenen, noch voll funktionsfähigen Büros in Tansania, Äthiopien und Indien. Allerdings war es trotz intensiver Bemühungen nach wie vor nicht möglich, die indische Regierung zur Gewährung von Steuernachlässen für kirchliche Beschaffungen zu bewegen. Der positive Eindruck der konstanten Arbeit in diesen drei Büros täuscht nicht darüber hinweg, daß die Arbeit in Uganda, Simbabwe, Ghana und Nicaragua praktisch zum Erliegen gekommen ist. Hoffnung besteht, daß im Kongo, bei entsprechender politischer Stabilität, wieder mit einem Aufschwung gerechnet werden kann.
Die Umsätze sind seit 1993 rückläufig (insgesamt über 30 Prozent). Der Beirat der WEM hatte daraufhin beschlossen, 1998 eine Untersuchung durch die Deutsche Gesellschaft für Mittelstandsberatung (DGM) durchführen zu lassen, deren Ergebnisse zum Teil bereits umgesetzt wurden. In ihrer Analyse geht die DGM nicht davon aus, daß die WEM künftig realistische Marktchancen hat. Trotzdem hat der Beirat beschlossen, daß unter bestimmten Voraussetzungen der Betrieb weitergeführt werden soll. Dazu gehören unter anderem ein Personalabbau von 31 auf 20 Personen, der bis zum 1. Juni 1999 bereits vollzogen wurde. Außerdem sollen die Geschäfte auf bestimmte Produkte und auch auf bestimmte Länder reduziert werden, damit kostengünstiger gearbeitet werden kann. Nur in Ausnahmefällen sollen kleinere Anfragen bearbeitet werden, wenn sichergestellt ist, daß die anfallenden Kosten erstattet werden. Der Beirat geht davon aus, daß der Personalbestand von 20 Personen nur gehalten werden kann, wenn ein Mindestumsatz von 25 Millionen Mark erreicht wird. Ziel ist es, der WEM auch in Zukunft einen Platz als kompetenter Beschaffungstelle und den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen einen Arbeitsplatz zu sichern.

