Mündlicher Bericht des Evangelischen Missionswerkes in Deutschland (EMW)

4. Tagung der 9. Synode der EKD (7. - 12. November 1999, Leipzig)

Herbert Meißner (Direktor)

Hohe Synode, liebe Schwestern und Brüder!

Im November 1975 - also genau vor 25 Jahren - hat die Synode der EKD der Gründung des Evangelischen Missionswerkes zugestimmt. 25 Jahre EMW - ein Grund zur Besinnung, aber auch zur Freude und Dankbarkeit. 11 Jahre davon habe ich im EMW mitarbeiten und es mitgestalten können und ich freue mich, dass mir heute die Gelegenheit gegeben wird, zum ersten Mal während meiner Amtszeit unseren Bericht mündlich einzubringen.

Als das EMW gegründet wurde, wurde leidenschaftlich um das richtige Verständnis von Mission gerungen, vor allem um die angemessene Zuordnung von Zeugnis und Dienst, von Weltmission und kirchlicher Entwicklungszusammenarbeit. Manche von Ihnen können sich sicherlich noch an die Auseinandersetzungen zwischen der Arbeitsgemeinschaft Evangelikaler Missionen (AEM) und dem EMW erinnern. Ich stelle dankbar fest, dass es in diesen Fragen - die insbesondere vom Ökumenischen Rat der Kirchen und der Lausanner Bewegung und den ihnen verbundenen Kirchen und Einrichtungen ausgetragen wurden - zu einer erfreulichen Konvergenz gekommen ist. Ich freue mich, dass wir heute an gemeinsamen Aufgaben arbeiten und nun schon zum zweiten Mal den Vorsitzenden der AEM als Gast unserer Mitgliederversammlung begrüßen konnten.

Auch auf der internationalen Ebene gibt es Bewegung zu einem gemeinsamen Verständnis von Zeugnis und Dienst, das sich auch in Strukturen abbildet: 1996 wurde der Weltmissionskonferenz empfohlen, einer Änderung ihrer Satzung zuzustimmen und die Kommission für Weltmission und Evangelisation aufzulösen. Nach Vorarbeit durch das EMW unter den europäischen Missionsräten und in Absprache mit ihnen habe ich der Weltmissionskonferenz vorgeschlagen, die Kommission nicht aufzulösen, sondern sie vielmehr zu erweitern und andere Akteure in der Missionsarbeit, über die wir sonst nur reden und uns manchmal auch ärgern, zur verbindlichen Mitarbeit einzuladen. Die Konferenz ist diesem Vorschlag gefolgt und hat mit überwältigender Mehrheit beschlossen, dem Zentralausschuss des Ökumenischen Rates der Kirchen zu empfehlen, die Satzung der Kommission so zu verändern, dass auch Vertreterinnen und Vertreter aus der röm. kath. Kirche, aus den Pfingstkirchen und aus evangelikalen Verbänden als Mitglieder in der Kommission mitarbeiten können. Der Zentralausschuss ist auf seiner Tagung im September diesen Jahres dieser Empfehlung gefolgt, hat die notwendige Satzungsänderung beschlossen und eine neue Kommission für Weltmission und Evangelisation mit 30 Personen berufen.

Wir beobachten derzeit eine interessante Entwicklung: Während das Wort "Mission" in vergangenen Jahren oft Skepsis und Ablehnung hervorrief, bricht heute ein neues Interesse an der missionarischen Dimension der Kirche auf. Zwar ist das Wort Mission immer noch strittig und ruft immer wieder - gerade auch in der kirchlichen Mitarbeiterschaft - Unbehagen hervor, doch die Erkenntnis setzt sich zunehmend durch, dass Mission die Identitäts- und Zukunftsfrage der Kirche ist.

Alle, die in der Mission mitgearbeitet haben, wissen, dass wir auch Lasten der Missionsgeschichte tragen und genötigt sind, daraus zu lernen. Und trotzdem hat Gott diese Arbeit angenommen und gesegnet - sonst gäbe es heute viele unserer Partnerkirchen nicht. Ich fürchte deshalb, dass sich hinter dem Rat, den Begriff Mission aufzugeben, nicht nur Kritik an einem historisch belasteten Begriff, sondern vielmehr Verunsicherung gegenüber der universalen Heilszusage in Jesus Christus verbirgt.

Deshalb begrüßen wir, dass die Synode der EKD - und nicht nur sie - Mission zum Schwerpunktthema in diesem Jahr gemacht hat und freuen uns, dass wir an der Vorarbeit mitwirken konnten. Wir hoffen, dass der thematische Teil unseres Jahresberichtes, der Ihnen schriftlich vorliegt, bei der Arbeit zum Schwerpunktthema hilfreiche Anstöße vermittelt, denn "Mission ist ... die Eine Kirche Gottes in ihrer Bewegung."

25 Jahre EMW - und wie geht es weiter? Um die Ausgangslage für Veränderungen deutlich zu machen, erlauben Sie mir einen kurzen Rückblick.

Der Gründung des EMW ging ein längerer Beratungsprozess voraus. Der Rat der EKD und der Deutsche Evangelische Missions-Rat (DEMR) hatten eine "Gemeinsame Kommission" eingesetzt, die Vorschläge erarbeiten sollte, wie Aufgaben der Mission in ökumenisch verbindlicher Form gestaltet werden können. Die Kommission empfahl, dass "EKD, Freikirchen, kirchliche Missionszentren und alle die Missionsorganisationen, die zu einer verbindlicheren Zusammenarbeit bereit sind, gemeinsam ein Evangelisches Missionswerk als rechtlich selbständiges Organ gründen. Es müsste die gleichberechtigte Mitarbeit der Freikirchen ermöglichen, um so in Sachen Weltmission die Funktion eines nationalen Christenrates als Gegenüber zu CWME/WCC (Kommission für Weltmission und Evangelisation/Ökumenischer Rat der Kirchen) - und anderen internationalen, regionalen und nationalen kirchlichen Zusammenschlüssen verantwortlich - und das heißt durchaus auch kritisch - wahrnehmen zu können." (Bericht der Kommission Seite 2). Im Auftrag des Rates und der Kirchenkonferenz wurde der Synode im November 1974 über diese Verhandlungen berichtet und empfohlen, der Bildung eines Missionswerkes zuzustimmen. Dieser Vorschlag wurde begründet:

"Jede partikulare Kirche, auch die EKD und ihre Gliedkirchen, sind lediglich Teilhaber an der Mission Jesu Christi. Daraus wird in dem Vorschlag die Folgerung gezogen, dass hierzulande heute wenigstens die evangelische Christenheit zu einer gemeinsamen Wahrnehmung ihrer missionarischen Aufgabe eingeladen werden soll. Es geht bei dem Vorschlag nicht darum, für den partikularen Bereich der EKD ein Missionswerk der EKD zu bilden. Vielmehr wird vorgeschlagen, der evangelischen Christenheit..., das heißt der EKD und ihren Gliedkirchen, den Freikirchen und den missionarisch tätigen Verbänden und Gemeinschaften mögliche Formen der Zusammenarbeit zu öffnen" (Berichtsband der Synode 1974, S. 262).

Die Synode hat diesen Bericht beraten, "die darin aufgezeigte Entwicklung zu größerer Gemeinsamkeit bei der Wahrnehmung missionarischer Aufgaben" (a.a.O. S. 133f) begrüßt und die Weiterarbeit dem Rat der EKD übertragen. Auf dieses Votum hin hat der Rat der EKD am 8.11.1974 beschlossen: "Die EKD beteiligt sich an dem geplanten Evangelischen Missionswerk", das 1975 als Evangelisches Missionswerk in der Bundesrepublik Deutschland und Berlin West e.V. seine Arbeit aufnahm.

In der DDR hatten sich bereits 1964 Missionsgesellschaften und -einrichtungen in der "Arbeitsgemeinschaft Evangelischer Missionen in der DDR" (AGEM) zusammengeschlossen. AGEM war Ausdruck für eine bleibende missionarische Verantwortung zu den bestehenden Arbeitsgebieten und ehemaligen Missionsfeldern. Nach der Wende beschlossen die Arbeitsgemeinschaft Evangelischer Missionen in der DDR (1990) und das Evangelische Missionswerk im Bereich der Bundesrepublik Deutschland und Berlin West (1991), ihren missionarischen Auftrag zukünftig gemeinsam unter neuem Namen im Evangelischen Missionswerk in Deutschland e.V. wahrzunehmen und ihm die Aufgaben der AGEM und des "alten" EMW in vollem Umfang zu übertragen. Die Erfahrungen der Zeugnis- und Dienstgemeinschaft der Kirchen in der DDR liegen uns vor in einem Dokument zur Neubesinnung auf den ökumenisch missionarischen Auftrag unter dem Titel "Mission - Gerechtigkeit - Partnerschaft". Das EMW hat dies dokumentiert und kommentiert.

Schon bald nach dem Zusammenschluss haben wir uns - gerade auch auf dem Hintergrund der kirchlichen Erfahrungen in der DDR und der sich abzeichnenden finanziellen Entwicklung - mit der Frage befasst, wie unsere Kirchen in Zukunft ihr Zeugnis und ihren Dienst ausrichten und ihre Gemeinschaft gestalten könnten und welche Aufgaben es dabei für das EMW geben würde. Die Geschäftsstelle hat zusammen mit unserem Vorstand und der Mitgliederversammlung versucht, Perspektiven für unser Werk zu definieren und seine zukünftigen Arbeitsschwerpunkte festzulegen.

Wir sind davon ausgegangen, dass die kirchlichen Finanzen, die im Westen in der Vergangenheit die Errichtung zahlreicher gemeindlicher und übergemeindlicher Dienste und Dienststellen ermöglicht hatten, in den kommenden Jahren zurückgehen würden und wir es dabei nicht nur mit einem konjunkturellen Einbruch zu tun haben würden. Wir waren davon überzeugt, dass prioritär gemeindliche Arbeitsbereiche, auch in ihren missionarischen und evangelistischen Vorhaben, unterstützt und übergemeindliche Strukturen diesen Entwicklungen angepasst werden müssen. Wir waren uns bewusst, dass diese Entwicklung Konsequenzen für die Vielfalt von Einrichtungen, aber auch für deren interne Arbeitsabläufe haben würde. Wir sind deshalb schon 1994 - bei damals noch steigenden Mitgliedsbeiträgen - davon ausgegangen, dass wir bis 1999 die Besetzung unseres Stellenplanes auf 75% reduziert haben müssen und haben bereits damals mit der Umsetzung begonnen.

Das hatte für uns und unsere Mitglieder, vor allem die regionalen Missionswerke, Konsequenzen. Schon lange bevor Kirchenkonferenz und Rat der EKD die Überprüfung von Doppelarbeiten und Doppelstrukturen in Auftrag gaben und den Lenkungsausschuss einsetzten, haben wir gemeinsam überprüft, wo durch verbesserte Kooperation und Vermeidung von Doppelungen Mittel eingespart oder für neue Aufgaben zur Verfügung gestellt werden können. Dabei haben wir festgestellt, dass es Doppelungen gibt, die ohne Verlust von Inhalten abgebaut werden können. So nimmt z.B. das Berliner Missionswerk stellvertretend und im Auftrag der anderen Mitglieder die Beziehungen zu den Kirchen in Kuba wahr. Wir haben aber auch festgestellt, dass Begriffe wie "Doppelungen" oder "Doppelstrukturen" der lebendigen Wirklichkeit und dem Reichtum ökumenischer Beziehungen nicht gerecht werden.

In vielen Gemeinden und Kirchenkreisen sind Partnerschaften zu Gemeinden und Kirchenkreisen in Übersee entstanden. Das ist eine Bereicherung in unserem ökumenischen Austausch. Diese Partnerschaften bergen aber auch eine Reihe von Problemen. Deshalb haben Leitungen von Partnerkirchen die mit ihnen langjährig verbundenen Missionswerke gebeten, diese Partnerschaften zu begleiten.

Dazu ein Beispiel: Ein Dekan einer Partnerkirche hatte bei seinem Partnerkirchenkreis hier einen Kindergarten beantragt. Das war ein großer Brocken, doch der Partnerschaftsausschuss beschloss, dieses Projekt anzupacken. Die Kirchenleitung der Partnerkirche erfuhr erst später von dem Vorhaben und meldete Bedenken an, nicht nur im Blick auf den Standort, sondern vor allem mit Rücksicht auf die entstehenden Personal- und Sachkosten, die der Partnerschaftsausschuss nicht zusagen wollte und konnte. In einem Gespräch des Bischofs mit dem Partnerschaftsausschuss erklärte der Superintendent, dass sein Kirchenkreis auf die Bitte des dortigen Dekans reagiere und es ihm gerne überlassen wolle, welches Projekt gefördert werden solle. Wenn sein Kirchenkreis hier einen Kindergarten brauche, würde er auch nicht den Bischof um Genehmigung bitten. Der Kindergarten wurde gebaut und muss nun aus dem Diözesanhaushalt unterhalten werden.

Viele Gemeinden und Kirchenkreise standen zunächst einer Begleitung ihrer Partnerschaftsarbeit durch ihr regionales Missionswerk sehr skeptisch gegenüber und haben sie als einen Versuch der Bevormundung verstanden. Inzwischen werden regionale Missionswerke von Gemeinden und Kirchenkreisen im Bereich ihrer Trägerkirchen in der Regel als Berater und Dienstleister in Partnerschaftsbeziehungen gerne in Anspruch genommen. Erfahrungen zeigen aber, dass es unrealistisch ist, zu erwarten, dass z.B. eine Gemeinde in Oberfranken sich in ihrer Partnerschaftsarbeit durch ein Missionswerk in Wuppertal, Berlin, Leipzig oder Hamburg begleiten lässt und begleiten lassen kann.

Das EMW und die ihm angeschlossenen Werke und Verbände haben großes Interesse, Arbeitsabläufe zu straffen und ihre Arbeit so auch bei reduzierten Finanzierungsmöglichkeiten zu optimieren.

So haben wir die Publikationen, die vom EMW und seinen Mitgliedern herausgegeben werden, analysieren lassen. Da regionale Missionswerke angewiesen sind auf die Pflege ihrer je eigenen Freundes- und Spenderkreise, sind nicht in allen Bereichen Gemeinschaftsproduktionen möglich. Im Bereich der EMW - Studien- und Öffentlichkeitsarbeit ist es aber gelungen, zu bestimmten Themen gemeinsam Material herauszugeben, auch in Kooperationen über den EMW-Mitgliedsbereich hinaus, z.B. mit der ACK zum ÖRK-Jubiläum, mit Gruppen und Werken zum Schuldenerlass oder mit ACK und MISSIO die erst im vergangenen Monat erschienene Studie "Aufbruch zu einer missionarischen Ökumene". Zur besseren Nutzung zur Verfügung stehender Ressourcen ist zur Zeit ein gemeinsamer Medienprospekt aller Missionswerke im Druck, der Auskunft geben soll über die bei den Missionswerken verfügbaren Materialien, so dass diese auch über den Einzugsbereich einzelner Werke hinaus zur Verfügung gestellt werden können. Wir haben uns auch mit der Anfrage der Synode von Friedrichroda, ob EMW-Materialien auch in Zukunft in der Regel kostenfrei abgegeben werden, auseinandergesetzt. Die direkt vom EMW herausgegebenen Publikationen können aus steuerrechtlichen Gründen nicht verkauft werden. Bezieherinnen und Bezieher werden aber seit einiger Zeit auf die Gestehungskosten hingewiesen und um eine Spende gebeten. Wir sind dankbar für die schnell wachsende Bereitschaft, sich auf diese Weise an den Kosten zu beteiligen.

Alle kirchlichen Arbeitsbereiche müssen sich derzeit neuen finanziellen Gegebenheiten anpassen. Das gilt sowohl für das EMW als auch die EKD. Doch wie kann dies sinnvoll gestaltet werden?

In den Erläuterungen zum Entwurf des Haushaltsplans 2000, der Ihnen vorliegt, heißt es auf Seite 122: "Finanzbeirat, Haushaltsausschuss und Rat der EKD haben sich innerhalb der Strukturanpassungsdebatte übereinstimmend dafür ausgesprochen, eine Beseitigung von Doppelstrukturen mit dem Kirchenamt, der Arbeitsgemeinschaft Kirchlicher Entwicklungsdienst (AGKED) sowie den regionalen Missionswerken anzustreben." Wir begrüßen und unterstützen dieses Vorhaben. Gegenüber der Vorgehensweise haben wir jedoch Bedenken und erwarten mehr Transparenz in der Strukturdebatte. Ich möchte das an drei Beispielen verdeutlichen:

In den Erläuterungen zum Haushalt heißt es weiter: "Auf diesem Hintergrund (der Beseitigung von Doppelstrukturen) ist eine Absenkung der EKD-Förderung (zum EMW-Haushalt) um ein Drittel bis zum Jahr 2000 vorzusehen." Die erste Hälfte dieser Kürzung um 16,67 % ist 1999 schon umgesetzt worden und für 2000 wird eine weitere Kürzung um 10 % vorgeschlagen, bevor überhaupt Ergebnisse der Strukturanpassungsdebatte vorliegen.

Der Synodale Prof. Dr. Reihlen hat 1997 in Wetzlar darauf hingewiesen, "dass das Evangelische Missionswerk als unabhängige Einrichtung in Gemeinsamkeit mit den Partnerkirchen errichtet (wurde). Darauf wird bei eventuellen Kompetenzverlagerungen im Zusammenhang mit Sparmaßnahmen zu achten sein... Der Synodalausschuss will ausdrücklich eingeschaltet werden, ehe die Verhältnisse, die neu Platz greifen sollen, eingefroren sind, solange sie also noch in gewissem Umfang gestaltbar sind" (Berichtsband S. 349f). Dieser Erwartung, die auch Mitglieder des EMW teilen, ist bisher zu unserem Bedauern nicht entsprochen worden.

Unseres Wissens untersucht der Lenkungsausschuss derzeit mögliche Doppelstrukturen und Doppelarbeiten bei EMW und Missionswerken. Dazu ist ein Gutachten erstellt worden. Wir halten es für notwendig, dass dieses Gutachten auch den betroffenen Werken zur Kenntnis und möglichst sogar zur Stellungnahme gegeben wird, bevor daraus Schlussfolgerungen gezogen und Beschlüsse gefasst werden.

Das EMW ist ein Dach- und Fachverband, der vor 25 Jahren auf Initiative von Rat und Kirchenkonferenz der EKD als Instrument verbindlicher ökumenischer Zusammenarbeit in Aufgaben der Weltmission gegründet wurde. In diesem Verbund ist die EKD das größte, aber eben eins unter 24 Mitgliedern. Notwendige Strukturanpassungen können deshalb nicht allein von der EKD beschlossen werden, sondern sind mit den anderen Mitgliedern zu vereinbaren. Das gilt m.E. auch für die Beteiligung der EKD an der Finanzierung des EMW, zu dessen Haushaltsaufkommen sie im Jahr 2000 noch mit 27,6 % (vor fünf Jahren waren es noch 33%) des Gesamtvolumens beteiligt sein wird.

Das EMW möchte die Strukturveränderungen konstruktiv mitgestalten. Unsere Mitgliederversammlung hat in großer Einmütigkeit beschlossen, Mitglied im Evangelischen Entwicklungsdienst zu werden und damit einen Teil seiner entwicklungsbezogenen Zusammenarbeit mit Kirchen und Organisationen der weltweiten Ökumene an den EED abzugeben. Der EED muss - gerade auch um der ökumenischen Partner willen - ein Erfolg werden. Das EMW hat sich verpflichtet, seinen Beitrag zum Gelingen dieses neuen Instrumentes zu leisten. Es versteht seinen Beitritt zum EED aber als einen Schritt auf dem Weg zu einem umfassenden Werk, in dem die Einheit von Zeugnis und Dienst, Entwicklung, Mission und ökumenischer Partnerschaft institutionelle Gestalt gewinnt

Die Missionsbewegung hat sich stets mit neuen Herausforderungen auseinandergesetzt. Dabei ging es immer um Inhalte und die dafür angemessenen Strukturen. Dafür suchen wir einen transparenten und sachgerechten Dialog mit unseren Mitgliedern, die sich bei seiner Gründung zu ökumenisch verbindlicher Zusammenarbeit in der Wahrnehmung der missionarischen Verantwortung verpflichtet hatten. Den Zusammenhalt dieser ökumenisch verbindlichen Zusammenarbeit halte ich für eines der Hauptkriterien bei allen Entscheidungen über einzelne Aufgabenfelder. Ob das Ergebnis richtig ist, wird sich messen lassen müssen an dem programmatischen Satz von Walter Freytag 1959 vor der Generalsynode der VELKD: "Mission ist nicht mehr Sache der einzelnen Missionsgesellschaften und Kirchen allein. Wir stehen vor der neuen Wirklichkeit einer Christenheit, die sich der Gemeinsamkeit ihres Missionsauftrages bewusst wird."



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