Bericht des Rates der EKD (Präses Manfred Kock)

4. Tagung der 9. Synode der EKD (7.-12. November 1999, Leipzig)

1. Unsere Zeit in Gottes Händen

Manfred Kock

"Siehe, ich bin bei euch alle Tage, bis an der Welt Ende" - Dieses Wort Christi ist die Losung unserer Kirche für das Jahr 1999; ein Geleitwort für alle, die ihr Leben in der Nachfolge Christi gestalten wollen. Es hilft in schwierigen Zeiten standzuhalten. Es macht Mut, für die einzutreten, die Hilfe brauchen. Es ist die Grundlage unserer Kirche, ihrer Sendung "in alle Welt" zu folgen.
Das Wort hat uns begleitet in den schwierigen Fragen, die unsere Kirche in diesem Jahr bewegt haben. Es wird auch die Verheißung sein, wenn wir beim kommenden Jahreswechsel uns dessen vergewissern, der unsere Zeit in Händen hält.

Eine gewisse Hochspannung breitet sich aus beim "Jahrtausendwechsel", in unseren Breiten jedenfalls. Für die Mehrheit der Menschen auf unserem Planeten jedoch spielt das Datum des Jahrtausendwechsels gar keine Rolle. Sie haben andere Zeitmaße, die bestimmt sind von der Sorge um das Überleben angesichts von Hunger und Krieg, von Flucht und Vertreibung. In diesem Licht relativieren sich unsere Sorgen um die Glaubensmüdigkeit vieler Christen, um die Arbeitsplätze in unserem Land, um die Finanzen der Kirche.

Wenn wir auf das Jahr seit der letzten EKD-Synode zurückblicken, haben wir viel Grund zur Nachdenklichkeit, aber auch zur Dankbarkeit. Es gibt Grund zur Sorge, aber mehr noch zur Hoffnung, wenn wir in die Zukunft blicken.

"Unsere Zeit in Gottes Händen" - dieses Motto haben wir für die Jahrtausendwende gewählt. Unter diesem Motto wollen wir bedenken, was war und was wird.



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