Weitere Berichte und Referate
4. Tagung der 9. Synode der EKD (7.-12. November 1999, Leipzig)
Bericht über den Stand der Strukturreform der AG-KED
Die Diskussion um eine finanziell weniger aufwendige und nach außen überzeugendere Struktur des Kirchlichen Entwicklungsdienstes (AG KED) hat dazu geführt, daß die Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland im November 1998 in Münster beschlossen hat:
Die Synode nimmt aus dem Bericht des Lenkungsausschusses zur Kenntnis:
- Zwischen den fünf Mitgliedern der AG KED besteht Konsens, "ein gemeinsames Entwicklungswerk zu bilden, auch wenn zur Zeit Brot für die Welt diesem Werk nicht beizutreten in der Lage ist".
- "Kirchenkonferenz und Rat werden im Dezember den Rechtsrahmen beraten und möglichst schnell das neue Werk auf den Weg bringen".
Die Synode ist überzeugt, daß die unterschiedlichen Profile und Erfahrungen der AG KED der gemeinsamen Aufgabe dienen werden.
Die Gliedkirchen werden gebeten, ihrer Verantwortung für die Gemeinschaftsaufgabe des Kirchlichen Entwicklungsdienstes weiterhin gerecht zu werden.
Die Synode bekräftigt das Ziel der Bildung eines gemeinsamen Entwicklungswerkes und bittet um einen Bericht über die erzielten Ergebnisse während der nächsten Synodaltagung.
Bereits im März 1998 hatten Kirchenkonferenz und Rat der EKD einmütig ihre Absicht zum Ausdruck gebracht, die bisherigen AG KED-Organisationen in ein gemeinsames Entwicklungswerk zu integrieren, und zwar unter Einschluß von BfdW.
Als Konsequenz der Beschlüsse von Kirchenkonferenz und Rat sowie des Leitungsausschusses der AG KED sind folgende Reformschritte in der Umsetzung begriffen:
- Die fünf bisher selbständigen Mitglieder der AG KED werden in ein gemeinsames Werk mit eigener Rechtspersönlichkeit überführt.
- In einem ersten Schritt zur Verwirklichung dieses Zieles werden die Aufgaben von Dienste in Übersee (DÜ), der Evangelischen Zentralstelle für Entwicklungshilfe (EZE), des Kirchlichen Entwicklungsdienstes (KED) der EKD und des Ökumenisch-Missionarischen Weltdienstes (ÖMW) des Evangelischen Missionswerkes (EMW) zu einem eingetragenen Verein "Evangelischer Entwicklungsdienst (EED)" zusammengefaßt, der seine Arbeit am 01.01.2000 aufnehmen soll.
- Auch die Aktion Brot für die Welt (BfdW) soll in absehbarer Zeit dem EED beitreten. Das Kirchenamt der EKD ist beauftragt worden, entsprechende Verhandlungen mit dem Diakonischen Werk der EKD zu führen und der Kirchenkonferenz Ende 2001 über die Ergebnisse zu berichten.
- Zwischen dem EED und dem Diakonischen Werk - BfdW - soll eine Kooperationsvereinbarung geschlossen werden, die auch im Vorfeld des Beitritts das gemeinsame Handeln sicherstellt.
Gründungsmitglieder des Evangelischen Entwicklungsdienstes e. V. (EED) sind bisher 22 Gliedkirchen der EKD. Außerdem die Vereinigung Evangelischer Freikirchen, das katholische Bistum der Altkatholiken, die Selbständige Ev.-Luth. Kirche, das EMW und natürlich die EKD. Die altreformierte Kirche prüft derzeit eine Mitgliedschaft im EED.
Diese Mitglieder gründen das neue Werk in der Überzeugung, "daß nach dem biblischen Auftrag Verkündigung, die zum Glauben einlädt, und Dienst in der Gesellschaft, missionarisches Zeugnis und Entwicklungsdienst im Handeln der Kirche zusammengehören. ... Sie sehen es als ihre gemeinsame Aufgabe an, den kirchlichen Beitrag zur Überwindung der Armut, des Hungers und der Not in der Welt und ihrer Ursachen in ökumenischer Partnerschaft zu gestalten." (Satzung EED)
Das neue Werk wird etwa 140 bis 150 Personalstellen haben. Ihm werden pro Jahr für seine Arbeit insgesamt etwa 240 Millionen DM aus kirchlichen und staatlichen Haushalten zur Verfügung stehen. Den Mitarbeitenden ist in der Satzung des EED eine Übernahme der bestehenden Arbeitsverhältnisse zugesagt worden.
Der Aufsichtsrat des EED trat am 9. August 1999 zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen
Ihm gehören an:
Vorsitz:
Herr Landesbischof Dr.h.c. Christian Krause
Evang.-luth. Landeskirche in Braunschweig
Stellvertretender Vorsitz:
Herr OKR Dr. Beatus Fischer
Evang. Landeskirche in Baden
Frau OKRin Barbara Bauer Konsistorium der Ev. Kirche in Berlin
Mitglieder:
Frau Karin Aulicke
Evang.-luth. Landeskirche Hannover
Herr Thomas Kemper
Missionssekretär
Vereinigung Evang. Freikirchen
Herr Bischof Dr.h.c. Rolf Koppe
Kirchenamt der EKD
Herr Dr. Winfried Laaser
Brot für die Welt
Frau Prälatin Dorothea Margenfeld
Evang. Landeskirche in Württemberg
Herr Bischof Axel Noack
Evang. Kirche der Kirchenprovinz Sachsen
Herr Präsident Ernst-Joachim Pagenstecher
Evang.-reformierte Kirche
Herr Justitiar Gerhard Raith
Diakonisches Werk der EKD
Herr Prälat Dr. Stephan Reimers
Bevollmächtigter des Rates der EKD
Herr Kirchenpräsident Prof. Dr. Peter Steinacker
Evang. Kirche in Hessen und Nassau
Herr Propst em. Karl Wengenroth D.D.
Katholisches Bistum der Alt-Katholiken u.
Selbständige Evang.-Luth. Kirche
Herr Missionsdirektor Dr. Joachim Wietzke
Evangelisches Missionswerk
Herr Vizepräsident Klaus Winterhoff
Evang. Kirche von Westfalen
Der Aufsichtsrat hat ein weiteres Mal am 8. September 1999 getagt. Die erste Mitgliederversammlung des EED ist für den 1. März des Jahres 2000 vorgesehen.
Die Empfehlungen der Synode der EKD zur Strukturreform und zur entwicklungspolitischen Bildung sind zur Beratung im Aufsichtsrat des EED in den nächsten Sitzungen vorgesehen. Zur Zeit sind ebenfalls in Beratung die Aufbaustruktur des EED und Kooperationsvereinbarungen zwischen EED und dem Diakonischen Werk der EKD sowie mit DÜ, EMW, EZE und EKD. Im Stadium der Erarbeitung durch eine paritätisch von Mitarbeitervertretern und Geschäftsführungen besetzte Kommission befinden sich auch der Rahmenvertrag für den Überleitungsträger der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ein Sozialplan.
Die Rahmenbedingungen für die zukünftige Struktur des kirchlichen Entwicklungsdienstes sind jetzt klar umrissen. Aus bisher fünf selbständigen Organisationen und verschiedenen unselbständigen Einrichtungen der AG KED wird ein einziges Werk, wobei auf dem Wege dahin Brot für die Welt zunächst noch Teil des Diakonischen Werks bleibt. Damit sind die Voraussetzungen für noch sparsameres Wirtschaften, für eine überzeugende Außendarstellung, für verbindlichere Entscheidungsabläufe und damit für eine bessere Handlungsfähigkeit gegeben. Für Partnerorganisationen in Übersee wird das komplexe Bild, das der kirchliche Entwicklungsdienst bisher geboten hat, einfacher und überschaubarer.
Die evangelischen Kirchen haben sich mit der Diskussion über ein neues Entwicklungswerk und mit dem vorliegenden Ergebnis zur Weiterführung ihres Entwicklungsauftrags bekannt. Die verfaßte Kirche in Gestalt der EKD, der Landeskirchen und der Freikirchen haben ihre Verantwortung für diesen Arbeitsbereich unterstrichen und ihren Einfluß in den Leitungsgremien des EED entsprechend verstärkt. Es besteht Hoffnung, daß sich dadurch auch die Kommunikation mit den Kirchen in Deutschland und ihren ökumenischen Einrichtungen und Arbeitsfeldern intensivieren läßt. Damit werden die Anliegen des kirchlichen Entwicklungsdienstes auf allen Ebenen innerhalb der Kirchen mehr Beachtung finden zugunsten der bleibenden ökumenischen Verpflichtung, Armut, Hunger und Not in der Welt und ihre Ursachen zu überwinden.
(Diese Darstellung ist lediglich als chronologischer Überblick gedacht. Ein Bericht wird der Synode mündlich erstattet, da die nächste Aufsichtsratssitzung erst am 6. November 1999 stattfindet.)

