Weitere Berichte und Referate

4. Tagung der 9. Synode der EKD (7.-12. November 1999, Leipzig)

Vortrag zum 10. Jahrestag des Mauerfalls

Superintendent i.R. Friedrich Magirius

"Die Güte des Herrn ist's, dass wir nicht gar aus sind, seine Barmherzigkeit hat noch kein Ende, sondern sie ist alle Morgen neu, und deine Treue ist groß"
Klagelieder Jeremia 3, 22f

Der 9. Oktober 1989 in Leipzig
Station im Prozess des Zusammenbruchs der DDR und des Aufbruchs der Demokratie

Sehr geehrte Mitglieder der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland, meine Damen und Herren, liebe Brüder und Schwestern,

der Bitte des Präsidiums will ich gern nachkommen, gerade heute und hier einen Bericht zu geben über die Ereignisse in Leipzig, wie es dazu kam und was sich daraus entwickelt hat, um Ihnen, wie es in dem Anschreiben des Herrn Präses hieß - "die mit starker Hilfe unserer Kirche unternommenen Bemühungen um Veränderungen in der DDR vor Augen zu führen". Als Pfarrer an der Nikolaikirche und als Superintendent des Kirchenbezirkes Leipzig-Ost in den Jahren 1982-95 will ich die Entwicklung nachzeichnen in vier Schritten, die zu dem unvergesslichen Datum hinführten und in vier Schritten, die darauf folgten.

1. Die Friedensgebete erwuchsen aus der Friedensarbeit unserer Kirche als Antwort auf die wachsende Militarisierung des öffentlichen Lebens und die weitere atomare Aufrüstung in West und Ost Anfang der 80iger Jahre.

Schon Mitte der 60iger Jahre war es den Kirchen gelungen, der DDR als einzigem sozialistischem Staat die Einrichtung von Bausoldaten abzutrotzen. Auf die Einführung des Wehrkundeunterrichts als Pflichtfach für alle Schüler und Lehrlinge im Jahre 1978 antwortete der Bund der Ev. Kirchen in der DDR nicht nur mit Protesten bei der Regierung, sondern mit einem Programm "Friedenserziehung" für alle Gemeindegruppen. In Friedensseminaren und seit 1980 in Friedensdekaden wurden die brennenden Fragen besprochen. Das Symbol "Schwerter zu Pflugscharen" wurde von jungen Leuten als Aufnäher öffentlich getragen und von den Behörden bekämpft. Das Besondere der Friedensgebete war nicht ihre "Existenz" an sich oder gar deren Erfindung. Einer Jungen Gemeinde am Rande der Stadt in Probstheida genügten nicht die zehn Tage im Herbst. Sie bat mich darum, regelmäßig Woche für Woche in unserer zentralen Kirche Friedensgebete zu halten. Das Besondere ist, dass sie seit Herbst 1982 bis auf den heutigen Tag Montag für Montag um 17.00 Uhr treu durchgehalten worden sind, manchmal nur in einer kleinen Schar, doch stets ein Angebot von meist jüngeren, sensiblen, wachen Leuten mit ihren Problemen und ihrem Suchen nach gangbaren Wegen. Bald übernahmen Gruppen im Wechsel die Gestaltung, die sich für die Erhaltung des Friedens, den Schutz der Umwelt, für Solidarität mit Menschen in der "Dritten Welt", für Menschenrechte und gegen den Geist und die Praxis der Abgrenzung einsetzen. Neben den aktuellen Informationen wird ein entsprechender Bibeltext ausgelegt, die bewegenden Anliegen im Fürbittgebet zusammengefasst und dazwischen gesungen. Und immer dann, wenn es um drängende und viele bewegende Fragen geht, füllt sich die Kirche bis auf den letzten Platz.

2. Wir haben den Freiraum für die offene Arbeit in St. Nikolai genutzt, den sich unsere Kirche aus den Erfahrungen der "Bekennenden Kirche" in der NS-Zeit bewahrt hat.

Rückblickend ist es kaum noch vorstellbar, was es bedeutet, wenn das gesamte Leben in all seinen Bereichen von einer Partei- und Staatsführung beherrscht und ideologisch geprägt wird, wenn nicht nur Politik und Wirtschaft, sondern ebenso Kultur und Freizeit dem Machtanspruch unterliegen.

Nicht dankbar genug können wir sein, dass unsere Kirche sich diese relative Unabhängigkeit bewahrt hat, ganz im Gegensatz zu vielen Ländern im Ostblock. Wenn auch ständig versucht wurde, uns nur die Ausübung religiöser Handlungen zu gestatten, haben wir unermüdlich dagegengehalten, dass das Christsein das Ganze der menschlichen Existenz umfasst, dass Glauben und Leben zusammengehören und wir uns selbstverständlich auch für das Wohl unserer Gesellschaft einsetzen.

So wurde aus dem alten Hinweisschild, dass die Kirche trotz der vielen Baustellengerüste ringsum "geöffnet" sei, das inhaltliche "Nikolai - Kirche - offen für alle" ganz im Sinn Dietrich Bonhoeffers, dass "Kirche nur Kirche ist, wenn sie für andere da ist". Das grosse schützende Dach hielten wir offen

  • für die kleine Schar von Jugendlichen, die schon 1983 nur mit Kerzen in der Hand auf dem Marktplatz demonstrierten und von der Polizei verfolgt wurden;
  • für die "Lange Nacht für den Frieden" der ökumenischen Jugendarbeit;
  • für Lesungen von Schriftstellern, für Beiträge von Liedermachern, die Auftrittsverbot hatten;
  • für Ausstellungen von Künstlern, die nirgends sonst ihre Werke zeigen durften;
  • für Einkehr und Besinnung von Gehetzten und Belasteten, die bei mancher Orgelmusik wieder zu sich selber fanden.

3. Bewusst suchten wir beides zu verbinden: das auf umfassende Veränderung drängende Anliegen der Gruppen und die Aufgabe aktueller Verkündigung und Fürbitte.

Bei der Neukonstituierung der Synode unseres Kirchenbezirkes 1985 schlug ich vor, neben dem Bau- und Finanzausschuss einen weiteren "Arbeitskreis für Frieden und Gerechtigkeit" zu bilden. Zehn Synodale, Laien und Pfarrer, fanden sich bereit, mit den Vertretern der damals vorhandenen Gruppen zusammenzuarbeiten. Auf diese Weise konnte das Interesse der Kirchengemeinden neu geweckt werden. Zugleich wurde gegenüber den staatlichen Stellen deutlich, dass hier gemeinsam die Verantwortung für die offene Arbeit getragen wird. Dieses Miteinander bewährte sich zunächst gut. Doch im Laufe der Zeit bildeten sich immer neue Gruppen - zuletzt waren es weit über zwanzig -, die den Freiraum der Kirche auch für rein politische Forderungen und Ziele ausnutzten. Die junge Generation ist es gewesen, die ohne Rücksicht nach vorn drängte und politische Veränderungen forderte. Den meisten lag noch an dem Zusammenhalt mit anderen kirchlichen Basisgruppen, die sich jährlich an den Tagungen "Frieden konkret", 1987 in Leipzig, an Vorbereitungstreffen für den Konziliaren Prozess beteiligten und in einem internen Netzwerk verbunden waren. Andere wollten gern das Friedensgebet zum Politforum umfunktionieren und drängten auf Öffentlichkeit auf den Vorplatz der Kirche oder bei ersten Demonstrationen, besonders wenn westliche Journalisten z.B. zur Leipziger Messe in der Stadt waren. Da wir die Verantwortung für das Ganze zu tragen hatten und ich mich dafür einsetzte, dass die Kirche als Kirche bei der Veranstaltung erkennbar blieb, gab es manche Schwierigkeiten und Missverständnissse. Doch die Friedensgebete wurden weiter durchgehalten.

4. Mit den zunehmenden Spannungen in der gesellschaftlichen Entwicklung wuchs die Kritik an unseren Friedensgebeten sowohl von den staatlichen Organen als auch von kirchlichen Kreisen.

Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten und die Unzufriedenheit wuchsen. Gewisse Reiseerleichterungen in Familienangelegenheiten Ende der 80iger Jahre sollten die Stimmung verbessern. Das Gegenteil war der Fall. Von Woche zu Woche drängten immer mehr Menschen zu den Friedensgebeten in die Kirche, die ihren Antrag auf Ausreise aus der DDR gestellt hatten. Sie mussten unterschreiben, sich untereinander nicht zu treffen. So suchten sie die Kirche auf, die meisten ohne jede innere Bindung oder Interesse. Wie schon vorher oft, wurden wir zur Abteilung Kirchenfragen bestellt. Alle unsere Rückfragen, ob denn die wachsende Zahl der Antragsteller nicht zur Änderung der Politik führen müsste, wurden strikt abgelehnt. Wir sollten endlich die Friedensgebete beenden oder an den Stadtrand verlegen. Polizei riegelte nun montags die Zufahrtsstrassen ab, kesselte die Besucher nach dem Friedensgebet auf dem Nikolaikirchhof ein, riss einzelne Menschen heraus, warf sie auf Lastwagen. Hundestaffeln wurden eingesetzt, Pressekampagne gestartet. Filmkameras der Stasi auf den Dächern kontrollierten das Geschehen. Am 1. September 1989 wurde der gesamte Kirchenvorstand ins Ratshaus geholt. Doch alle Drohungen und Einschüchterungen bewirkten nichts.

Am 4. September 1989 zur Messeeröffnung kam es zum Handgemenge mit Demonstranten, die Losungen hochhielten, doch von Stasileuten sofort weggerissen wurden. Die Antragsteller sammelten sich um Westreporter: "Wir wollen raus." Unsere Gruppen, die für Veränderungen eintraten riefen: "Wir bleiben hier." Immer unüberhörbarer kam nun aber auch die Kritik aus kirchlichen Kreisen: Wie lange wollt ihr in Nikolai die Arbeit fortsetzen? Ist für uns Christen in diesem Lande nicht ohnehin das Leben schwierig genug! Hört doch endlich auf! Auch einige Gruppen wollten sich nicht weiter beteiligen. Umso stärkender, dass unsere ökumenischen Nachbarn zu uns standen: Die Katholische Propsteikirche und die Reformierte Kirche öffneten ihre Gotteshäuser zu parallelen Friedensgebeten.

5. Mit Mitteln der Gewalt soll "Ruhe und Ordnung" durchgesetzt werden. Der 9. Oktober wird zum Tag der Entscheidung.

Während die Regierung am 7. Oktober den 40. Jahrestag feiert, werden in Berlin und in vielen Städten Diskussionsrunden aufgelöst, Demonstranten festgenommen und abtransportiert. Am 8. Oktober kommt es zu heftigen Auseinandersetzungen auf dem Hauptbahnhof in Dresden, wo Menschen versuchen, die aus Prag kommenden Züge mit den Besetzern der Botschaft zu stürmen. Eine Menschengruppe wird eingekesselt, bis es endlich zu ersten Verhandlungen mit der Gruppe der 20 und dem Oberbürgermeister kommt. Schon am Morgen des 9. Oktober wird berichtet, dass Armee- und Polizeieinheiten in Leipzig zusammengezogen werden. "Heute wird endgültig den konterrevolutionären Umtrieben ein Ende bereitet, wenn erforderlich auch mit Gewalt." So warnt der Kampfgruppenkommandeur in der Zeitung. Seine Mannschaften werden mit scharfer Munition ausgerüstet. Krankenhäuser müssen Betten und Blutkonserven bereithalten. Schüler und Studenten sollen das Zentrum verlassen, die Geschäfte ab 15.00 Uhr schließen. Mittags besetzen Parteigruppen der Universität und andere Einrichtungen unsere Kirche. Schnell schließen wir die Emporen, damit Plätze frei bleiben für die Teilnehmer des Friedensgebetes. Schon um 16.00 Uhr muss die Kirche wegen Überfüllung geschlossen werden. Doch immer mehr Menschen füllen den Kirchhof. Mühsam bahnen wir uns den Weg durch die Menge. Eindringlich mahnen unser Landesbischof, Vertreter der Katholischen Priesterkonferenz und der Basisgruppen zur Gewaltlosigkeit. "Der Geist des Friedens muss heute mit jedem von uns hinausgehen auf die Strasse." Ein Appell von Masur und SED-Parteisekretären wird über den Stadtfunk verbreitet: "Wir bitten um Besonnenheit." Nach dem Gebet setzt sich die unübersehbare Menschenmenge in Bewegung. Jeder achtet auf seinen Nachbarn. Nur keine Provokation. Keine Störung. Nur der alle vereinende Ruf: "Wir sind das Volk." Immer mehr Menschen strömen herbei. Schließen sich an, verschmelzen im Zug um den ganzen Stadtring: 70.000. Und das Wunder geschieht. Kein Schuss fällt. Wie Gespenster stehen noch in den Strassen die Räumfahrzeuge, Wasserwerfer, gepanzerte Ungeheuer. Doch die Vernunft hat gesiegt. Sie kommen nicht zum Einsatz. Eine friedliche Revolution hat Veränderungen ausgelöst. Der Funke springt über auf das ganze Land. Tief bewegt treffen wir uns als Vertreter der vier Kirchen am Abend in meinem Zimmer und danken dem Herrn, dass er uns beschützt, Frieden geschenkt hat.

6. Der Herbst wird zum "Aufbruch zur Demokratie"

Noch immer versuchen die Funktionäre die alten Strukturen zu erhalten. Sie signalisieren Gesprächsbereitschaft und versprechen, an umfassenden Erleichterungen und Verbesserungen mitzuarbeiten. Trotz des Personalwechsels im ZK bleibt es das Ziel, Einfluss und Macht zu erhalten. Doch der Wunsch auf totalen Wandel ergriff unterdessen die ganze Bevölkerung. Alle waren von dem alten Druck befreit.

  • Menschen, eben noch vorsichtig, sich öffentlich zu äußern, sprechen frei und diskutieren begeistert. Bei den Sonntagsgesprächen im Gewandhaus und in der Uni drängen die Leute an die Mikrofone, um ihre Kritik und ihre Vorschläge zu einer Neugestaltung vorzubringen.
  • Menschen, eben noch zurückgezogen in ihre Nischen, nutzen die Versammlungsfreiheit. Die neugegründeten Gruppierungen und Parteien bekommen Zulauf. Vereine werden gegründet.
  • Menschen, eben noch gebeugt und angepasst, üben sich in aufrechtem Gang. Von Woche zu Woche sind immer mehr Leute bei den Demonstrationen. Mit phantasievollen Losungen und Transparenten werden Wünsche und Forderungen genannt, Vorstellungen geäußert, wie es weitergehen soll.

In diesen Wochen treffen wir uns regelmäßig in den Konventen, um die Entwicklung zu begleiten und zu fördern.

7. Mit dem Fall der Mauer beginnt die Euphorie der Wiedervereinigung.

Unvergessen bleibt das heutige Datum. Vor uns stehen die Bilder, wie sich Deutsche aus Ost und West in den Armen liegen. Niemand war auf diese Entwicklung vorbereitet. Denn nun folgten nur noch Stationen mit dem einen Ziel, so schnell wie möglich die gleichen Lebensverhältnisse zu erlangen, wie in der Bundesrepublik und vor allem die gleichen materiellen Voraussetzungen. Aus dem Ruf "Wir sind das Volk" wurde bald auf den Demonstrationen der Ruf "Wir sind ein Volk". Ich gestehe, dass angesichts der sich bis dahin feindlich gegenüberstehenden Machtblöcke ich mir nicht habe vorstellen können, noch zu meinen Lebzeiten, noch in diesem Jahrhundert in einem gemeinsamen Deutschland leben zu können.

Natürlich bin ich, wie die große Mehrheit aller Mitbürger, von Herzen dankbar. Und doch bleibt emotional ein ungelöster Rest: Zehn Jahre danach - wir sind Beitrittsgebiet geworden. Alles ist den Verhältnissen der BRD angeglichen, alles systematisch übernommen. Selbst die kirchlichen Strukturen. Nichts an eigenen Erfahrungen zählt. Das ergibt diesen schwer erklärbaren Konflikt, äußerlich geeint, mental getrennt zu sein. Die der Kirche Entfremdeten sind nicht, wie manche erwarteten, in die Kirche zurückgekehrt. Jugendliche lassen sich nicht konfirmieren, sie gehen zur Jugendweihe. Die Säkularisierung schreitet voran. Mitgestaltung, Mitverantwortung, Demokratie, wie wir sie begonnen hatten zu lernen, ist nicht gefragt. Die Erneuerung ist abgebrochen. Angesichts des neuen Anpassungsdruckes um des Erhaltens des Arbeitsplatzes willen, an das neue Gesellschaftssystem ist die Chance versäumt worden, noch einmal gemeinsam zu beginnen.

8. Für die Zeit des Übergangs wurden Menschen des Vertrauens gesucht.

Bis zu den ersten freien Wahlen im Jahr 1990 entstand ein Vakuum. Die bisher Verantwortlichen entzogen sich ihrer bisherigen Aufgaben, zogen sich zurück, räumten das Feld und sicherten sich oft genug neue Ausgangspositionen. Wer übernahm die Verantwortung für die Hilfstransporte von den Partnerstädten, für die Auflösung der Objekte des Staatsicherheitsdienstes, für die entstandene Unruhe in den Haftanstalten, für die Leitung der Stadt, nachdem die Stadtverordnetenversammlung zurücktrat und der OBM wegen Wahlbetruges eingesperrt war?! Überall waren Männer und Frauen der Kirche dabei in den Bürgerkommitees, in den Gesprächskreisen, an den Runden Tischen.

Nachdem wir nicht mehr eingeengt blieben, hinter Kirchenmauern den Freiraum Kirche auszufüllen, sondern erwartet wurden mitten im Alltag, ist es vielen schwergefallen, sich aus dem sicheren Bereich in die pluralistische Welt und deren starke Wirklichkeit aufzumachen. Und doch haben alle, die es gewagt haben, dies nicht bereut, sondern vieles dazugelernt. Vielleicht ist das heute die Aufgabe gerade in dieser hektischen umtriebenen säkularen Welt, einfach dazwischen zu sein. Mit "Interesse" können wir am besten den Mitmenschen dienen und für sie eintreten, möglichst jeder mit seinen Gaben und Möglichkeiten. Für uns im Rathaus in Leipzig sind viele dabei, die ich aus den Zeiten der Friedensgebete kenne, die sich heute gerade um die kümmern, die Hilfe brauchen.

9. Statt geduldig auf eine langsame totale Angleichung zwischen Ost und West zu warten, hoffe ich, dass uns gemeinsame Aufgaben besser voranbringen.

Trotz aussichtsloser Perspektive haben wir damals vor 20 Jahren mit Bemühungen um Veränderung der damaligen Situation begonnen. Wenn sich heute neue Hindernisse und Hemmnisse auftun, wenn die Entwicklung positiv sich weitergestalten soll, Gleichgültigkeit und Resignation sich breit machen, so hoffe ich, dass unsere Kirche aufs neue die Kraft erbittet, sich nicht mit dem Status quo abzufinden, sondern, notfalls wieder gegen den Strom, gewisse Schritte in die Zukunft zu wagen. Die Themen, die einst bei den "Ökumenischen Veranstaltungen des Konziliaren Prozesses" vorgedacht wurden, warten weiterhin noch auf Umsetzung. Erinnerung an 1989 sollte uns heute in lebendiger Partnerschaft zwischen Gemeinden und Kirchen neu beleben, die Aufgaben Schritt für Schritt anzupacken, für Gerechtigkeit, Frieden, Bewahrung der Schöpfung einzutreten. Unsere Gesellschaft braucht die Würzkraft, die Jesus seiner Gemeinde verheißen hat: Ihr seid das Salz der Erde.



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