...alles stirbt einmal...
I. Erste Annäherung an das Thema Tod
"Was ist das" fragt der Frosch?
Schwanenwinter
II. Abschied und Trauer
Der rote Faden
Leb wohl, lieber Dachs
Meine Schwester ist ein Engel?
III. Tod aus nächster Nähe
Hat Opa einen Anzug an?
Ein Wolkenlied für Omama
Abschied von Rune
Sadako
IV. Leben und Tod gehören zusammen
Kannst du pfeifen, Johanna
Der rote Wolf

Sadako

Eleanor Coerr (Text).
Ed Young (Bild)

Das Bilderbuch Sadako geht auf Eleanor Coerrs Kinderroman "Sadako und die tausend Kraniche" zurück. Es handelt sich um die Geschichte eines ca. 11-j-hrigen Mädchens aus Hiroshima, das 10 Jahre nach dem Atombombenabwurf auf ihre Heimatstadt Opfer der "Strahlenkrankheit" wurde und starb.

Sadako ist ein sportliches und zielbewusstes Mädchen, so treffen sie der lange Krankenhausaufenthalt, Untätigkeit und körperliche Schwäche besonders schwer. Der Tod eines anderen an Leukämie erkrankten Jungen läßt Sadakos Hoffnung auf die eigene Genesung zunächst schwinden, erlöst sie dann aber aus ihrer Passivität. Fieberhaft beginnt sie bunte Papierkraniche zu basteln, ein Symbol der Unsterblichkeit und Hoffnung in der japanischen Mythologie. Sadako wird im Gegensatz zu ihrem Freund ungebrochen und voller Lebensmut sterben.

Ed Youngs Bilder zu dieser eher nüchtern erzählten Geschichte sind der eigentlich fesselnde Teil des Buches. Körnige Pastell-Kreide-Zeichnungen präsentieren sich voller Bewegung und Abwechslung; eine zarte Farbigkeit und überraschende Perspektiven und ein bewegtes Layout lassen zunächst ihren ästhetischen Reiz in den Vordergrund treten. Erst bei genauerem Hinsehen erschließt sich hinter den kühnen Linien und zart verschatteten Gesichtern das Engagement des Illustrators, seine Fähigkeit, diesem hoffnungslos erkrankten Mädchen in allen ihren Leidensphasen Würde zu verleihen.

Thematischer Schwerpunkt:

Sadakos vergeblicher Kampf gegen das Sterben wurde ein Sieg über das Vergessen. Ihre Freunde bastelten weiter Kraniche, sie schrieben Sadakos Geschichte auf, setzten ihr ein Denkmal in Hiroshima und bezogen ihr individuelles Schicksal mit in die Gedenkfeiern und Friedensgebete ein, die alljährlich an die Zerstörungen und Opfer durch die Atombombe erinnern. So bringt dieses Bilderbuch auch eine politische Dimension des Sterbens zur Sprache: Sadakos Tod ist nicht unergründliches Fatum, sondern Teil eines von Menschen verschuldeten kollektiven Schicksals. Die gegen den Tod ankämpfende Sadako verkörpert die Aufforderung, menschliches Leben zu achten und sich aktiv für den Frieden zu engagieren.

Barbara von Korff-Schmising

Berlin: Altberliner-Verlag 1995,
48 S.; 24 x 29 cm
Aus dem Amerikanischen übersetzt
ISBN 3-357-00677-4 geb.: 32,00

Zielgruppe:

Obwohl die sprachlich knappe Erzählung den Illustrationen den Vortritt läßt, richtet sie sich vor allem an jugendliche und erwachsene Betrachter (für Kinder ab 10 Jahren). Weiterführende Anregungen: Die künstlerisch anspruchsvollen Illustrationen führen in fremde Bräuche und religiöse Vorstellungen ein. Rituelle Handlungen, in denen die Japaner ihrer Toten gedenken, Disziplin, Durchhaltevermögen und Kampfgeist, mit denen Sadako sich gegen ihre Krankheit wehrt, fordern zum Vergleich mit hiesigen Traditionen, Riten und Bräuchen und moralischen Werten auf. Die Vergangenheit der Katastrophe von Hiroshima mündet unmittelbar in die Aktualität von Tschernobyl und die Folgen atomarer Verseuchung. Es könnten weitere Informationen zu Hiroshima und Tschernobyl erarbeitet werden und praktische Initiativen für die Opfer aktueller Katastrophen, vor allem kranke, traumatisierte, verwaiste oder verstümmelte Kinder, ergriffen werden

Herausgeber:
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