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Schwanenwinter
Keizaburo Tejima
Schauplatz der Geschichte ist die japanische Insel Hokkaido, auf der die
Schwäne den Winter an einem See verbringen. Wenn es Frühling wird,
kehren sie zu ihrem Sommerquartier in den hohen Norden zurück.
So geben es die Gesetze der Natur vor, so will es der Jahreslauf. Doch ein
junger Schwan ist zu schwach, um sich seiner Familie anzuschließen. Er ist
todkrank.
Die Schwanenfamilie muß ohne ihn aufbrechen. Zur Sicherheit der fünf
gesunden Familienmitglieder wird das Kranke aufgegeben. In seiner
Einsamkeit ängstigt es sich, jammert und schreit. Auch die Eltern und
Geschwister halten die schmerzhafte Trennung nicht aus - sie kehren
zurück, beschützen das schwache Wesen, begleiten es in den Tod. Dann
erst treten sie ihre unaufschiebbare Reise an. Nach dem bewusst vollzogenen
Abschied bleiben die Gedanken der Schwäne auch am Ziel ihrer Reise bei
dem Verstorbenen. In einer Lichtspiegelung am Himmel erkennen sie es
wieder, sind bei ihm, können trauern und finden schließlich gemeinsam
Trost - in Gedanken und in der Natur. Auch im Norden scheint die
Frühlingssonne.
Thematischer Schwerpunkt:
Der japanische Künstler gestaltet diese außergewöhnliche und anrührende
Tiergeschichte in einer Vermischung von Kulturen und Traditionen; so
nimmt er Symbole aus Christentum (Himmel) und Antike (Wasser) auf. Der
innere Kampf der Schwanenfamilie zwischen den (grausamen) Naturgesetzen
und der beziehungsvollen Zuwendung zum Sterbenden wird deutlich.
Das Buch besticht durch seine künstlerische Gestaltung. Die
klar strukturierten, hauptsächlich türkis-wasserblau kolorierten, kräftigen
Holzschnitte wirken stark auf die Empfindung des Betrachters. Dazu passen
die grafisch kunstvoll in die Bildlandschaft eingesetzten Texte, sie begleiten
in wunderbarer Einfachheit das Geschehen ruhig und poetisch.
Weitere Anregungen:
Ob das Buch mit Kindern - ab 5 Jahren - betrachtet, mit Größeren
gemeinsam gelesen oder als Einzellektüre empfohlen wird, sei jedem
überlassen. Je mehr man sich mit ihm beschäftigt, desto beeindrucken-
der erscheint seine gesamte Botschaft. Es ist ein Bilderbuch, dessen Tiefe
dermaßen anspricht, daß es auch Erwachsenen, die ein Kind verloren
haben, viel geben kann.
Lioba Betten
Frankfurt am Main: Moritz-Verlag
1996 - 41 S.; 31 cm
Aus dem Japanischen übersetzt
ISBN 3-89565-049-8
geb.: 28,00
Zielgruppe:
Kinder ab 5 Jahren, zum Vorlesen
und gemeinsamen Betrachten,
aber auch Erwachsene.
Herausgeber:
Deutscher Verband Evangelischer Büchereien e.V. (DVEB)
Bürgerstraße 2a
37073 Göttingen
Telefon: 0551/ 500 759-0
Telefax: 0551/704415
e-mail: dveb@dveb.info
Redaktion:
DER EVANGELISCHE BUCHBERATER
Gabriele Kassenbrock
Design: Sabine Steiner, Arbeitsstelle Internet
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