...alles stirbt einmal...
I. Erste Annäherung an das Thema Tod
"Was ist das" fragt der Frosch?
Schwanenwinter
II. Abschied und Trauer
Der rote Faden
Leb wohl, lieber Dachs
Meine Schwester ist ein Engel?
III. Tod aus nächster Nähe
Hat Opa einen Anzug an?
Ein Wolkenlied für Omama
Abschied von Rune
Sadako
IV. Leben und Tod gehören zusammen
Kannst du pfeifen, Johanna
Der rote Wolf

Schwanenwinter

Keizaburo Tejima

Schauplatz der Geschichte ist die japanische Insel Hokkaido, auf der die Schwäne den Winter an einem See verbringen. Wenn es Frühling wird, kehren sie zu ihrem Sommerquartier in den hohen Norden zurück. So geben es die Gesetze der Natur vor, so will es der Jahreslauf. Doch ein junger Schwan ist zu schwach, um sich seiner Familie anzuschließen. Er ist todkrank.

Die Schwanenfamilie muß ohne ihn aufbrechen. Zur Sicherheit der fünf gesunden Familienmitglieder wird das Kranke aufgegeben. In seiner Einsamkeit ängstigt es sich, jammert und schreit. Auch die Eltern und Geschwister halten die schmerzhafte Trennung nicht aus - sie kehren zurück, beschützen das schwache Wesen, begleiten es in den Tod. Dann erst treten sie ihre unaufschiebbare Reise an. Nach dem bewusst vollzogenen Abschied bleiben die Gedanken der Schwäne auch am Ziel ihrer Reise bei dem Verstorbenen. In einer Lichtspiegelung am Himmel erkennen sie es wieder, sind bei ihm, können trauern und finden schließlich gemeinsam Trost - in Gedanken und in der Natur. Auch im Norden scheint die Frühlingssonne.

Thematischer Schwerpunkt:

Der japanische Künstler gestaltet diese außergewöhnliche und anrührende Tiergeschichte in einer Vermischung von Kulturen und Traditionen; so nimmt er Symbole aus Christentum (Himmel) und Antike (Wasser) auf. Der innere Kampf der Schwanenfamilie zwischen den (grausamen) Naturgesetzen und der beziehungsvollen Zuwendung zum Sterbenden wird deutlich. Das Buch besticht durch seine künstlerische Gestaltung. Die klar strukturierten, hauptsächlich türkis-wasserblau kolorierten, kräftigen Holzschnitte wirken stark auf die Empfindung des Betrachters. Dazu passen die grafisch kunstvoll in die Bildlandschaft eingesetzten Texte, sie begleiten in wunderbarer Einfachheit das Geschehen ruhig und poetisch.

Weitere Anregungen:

Ob das Buch mit Kindern - ab 5 Jahren - betrachtet, mit Größeren gemeinsam gelesen oder als Einzellektüre empfohlen wird, sei jedem überlassen. Je mehr man sich mit ihm beschäftigt, desto beeindrucken- der erscheint seine gesamte Botschaft. Es ist ein Bilderbuch, dessen Tiefe dermaßen anspricht, daß es auch Erwachsenen, die ein Kind verloren haben, viel geben kann.

Lioba Betten

Frankfurt am Main: Moritz-Verlag
1996 - 41 S.; 31 cm
Aus dem Japanischen übersetzt
ISBN 3-89565-049-8
geb.: 28,00

Zielgruppe:

Kinder ab 5 Jahren, zum Vorlesen
und gemeinsamen Betrachten,
aber auch Erwachsene.

Herausgeber:
Deutscher Verband Evangelischer Büchereien e.V. (DVEB)
Bürgerstraße 2a
37073 Göttingen
Telefon: 0551/ 500 759-0
Telefax: 0551/704415
e-mail: dveb@dveb.info

Redaktion: DER EVANGELISCHE BUCHBERATER
Gabriele Kassenbrock

Design: Sabine Steiner, Arbeitsstelle Internet