...alles stirbt einmal...
I. Erste Annäherung an das Thema Tod
"Was ist das" fragt der Frosch?
Schwanenwinter
II. Abschied und Trauer
Der rote Faden
Leb wohl, lieber Dachs
Meine Schwester ist ein Engel?
III. Tod aus nächster Nähe
Hat Opa einen Anzug an?
Ein Wolkenlied für Omama
Abschied von Rune
Sadako
IV. Leben und Tod gehören zusammen
Kannst du pfeifen, Johanna
Der rote Wolf

Der rote Wolf

Friedrich Karl Waechter

Russische Soldaten marschieren auf einem Bild über die Hakenkreuzfahne, kurz vorher flieht der "rote Wolf" als Welpe mit den Menschen von Osten nach Westen. Aber er fällt vom Wagen, wird von einer Wölfin aufgenommen und mit deren Jungen aufgezogen. Der kleine Hund bewährt sich innerhalb des Rudels und darf bleiben. Dieses freie Leben geht zu Ende, als seine Wolfsgefährtin in ein Fangeisen gerät und vom kleinen Hund zu der Schlucht gezogen wird, an deren Grund "der Vater aller Wölfe liegt."
Nun kehrt der Hund zu den Menschen zurück, wo er bei dem Mädchen Olga ein gutes und behütetes Leben führt, bis Olga ihn, den Gealterten, auf eigenen Wunsch ebenfalls zur Schlucht führt.

Auf den letzten Seiten lässt Wächter die Erinnerungen des Hundes an sein vergangenes Leben in schneller Folge wie vor dem inneren Auge vorbeirauschen: Er schafft dazu eine verkleinerte, gleichsam zeitraffende Bildfolge, die alle Seiten des Buches noch einmal aufnimmt. Noch im Sterben ist das Bewußtsein ganz dem diesseitigen Leben zugewandt, der Tod bleibt ohne jenseitiges Ziel. "Mein Leben zog noch einmal an mir vorbei, und ich freute mich an meinem langen, wunderbaren und reichen Leben".

Thematischer Schwerpunkt:

Wächter erzählt in einer knappen und direkten Sprache, die keine Nebensätze kennt. Es geht um Flucht, Krieg, um Verlorengehen und Gefundenwerden. Der "rote Wolf" führt eine Existenz, deren Rückseite immer-fort Bedrohung und Tod heißt, und die den alten Spruch, dass der Tod zum Leben gehöre, in jedem Augenblick bewußt und wahr werden läßt.

Während die Tiere wie auch das Kind Olga einen natürlichen Tod akzeptieren können, hat der Mensch dies verlernt; dafür macht er sich überall auf der Welt schuldig am gewaltsamen Tod. In den Kriegsszenen, die auch in das Leben der Tiere eingreifen, macht Wächter dieses Paradox deutlich. In der Wildnis und im Tierreich entpuppt sich der Tod als ständiger Begleiter des Lebens, und als unvermeidliches Ende wird er weniger tragisch erfahren. Dies kann das Gespräch mit Kindern über den Tod erleichtern.

Barbara von Korff-Schmising

Zürich: Diogenes-Verlag
1998-58 S.; 28 cm
ISBN 3-257-00848-1
geb.: 29,90

Zielgruppe:

Kinder ab 6 Jahren und Erwachsene jeden Alters

Weitere Anregungen:

In dem Maße, in dem der kleine Hund ihre Herzen erobert, werden Kinder in die Geschichte eintauchen und im Gespräch mit Älteren die historische Einbettung erfahren. Ebenfalls einsetzbar ist das Buch im Gespräch mit älteren Menschen, z.B.als Bilderbuch-Kino bei Veranstaltungen mit anschließender Gesprächsmöglichkeit.

Herausgeber:
Deutscher Verband Evangelischer Büchereien e.V. (DVEB)
Bürgerstraße 2a
37073 Göttingen
Telefon: 0551/ 500 759-0
Telefax: 0551/704415
e-mail: dveb@dveb.info

Redaktion: DER EVANGELISCHE BUCHBERATER
Gabriele Kassenbrock

Design: Sabine Steiner, Arbeitsstelle Internet