Wolfgang Huber zum Internationalen Gebetstag für den Frieden

Videobotschaft des Ratsvorsitzender der EKD (Video: englisch, Text: deutsch)

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Im Namen der Evangelischen Kirche in Deutschland grüße ich die Christen und Kirchen in den Vereinigten Staaten von Amerika, mit denen wir uns gemeinsam für Frieden und Gerechtigkeit einsetzen. "Die Kraft und die Verheißung des Friedens" lautet der von ihnen vorgeschlagene Schwerpunkt der Ökumenischen Dekade zur Überwindung von Gewalt in diesem Jahr. Das ist in der Tat ein inspirierendes Bekenntnis unseres Glaubens.

An diesem Gebetstag für den Frieden gelten unsere Gedanken und Gebete daher besonders all jenen, die sich den zerstörerischen Kräften und Spiralen der Gewalt entgegenstellen. Wir wollen heute für all die vielen Initiativen und Projekte beten, die sich für eine Überwindung der Gewalt in unseren Familien, unseren Gemeinschaften und in den internationalen Beziehungen einsetzen.

Gegenwärtig gibt es viele Krisengebiete in der Welt, in denen die Macht der Gewalt ungebrochen scheint. Gewalt hat ihre eigene Logik: Rufe nach einer starken Hand scheinen Sinn zu machen, insbesondere wenn es um komplexe Phänomene wie Terrorismus und ethnische Gewalt geht. Wir sind uns auch der ambivalenten Seite der Religionen bewusst geworden, die sowohl ihr Potenzial für die Schaffung von Frieden als auch für die Anstiftung zu Hass und Zerstörung offenbaren.

Aber wo immer Menschen auf den Geist des Friedens im Namen Jesu Christi vertrauen, machen sie die Erfahrung, dass dieser Geist reelle Kraft entfaltet, auf die sie zählen können und die neue Möglichkeiten eröffnet. Als Christen in Deutschland schöpfen wir Mut aus unserer jüngsten Geschichte, in der vor fünfzehn Jahren eine gewaltfreie christliche Bewegung zum Fall der Mauer beigetragen hat. Wir müssen für die Verheissung des Friedens offen sein, um seine Kraft und seine Möglichkeiten zu erfahren.

Der Internationale Gebetstag für den Frieden gibt uns die Möglichkeit, gemeinsam mit der weltweiten christlichen Gemeinschaft zu beten. Wir möchten euch bitten, in euren Gebeten besonders der Kirchen in Europa zu gedenken, die vor der Herausforderung stehen, zum Aufbau eines friedlichen Europa in einer gerechten Weltordnung beizutragen.

Lasst uns Gott um seine Lenkung und seinen Geist bitten.

Botschaft anlässlich des Internationalen Gebetstags für den Frieden am 21. September 2004.



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