Fernsehgottesdienste im ZDF
Eine Gemeinde für alle
Die evangelischen Fernsehgottesdienste im ZDF sind eine Besonderheit: Jeden zweiten Sonntag von 9.30-10.15 Uhr teilen Menschen ihr Leben und ihren Glauben mit anderen über ein modernes Medium. Authentisch, denn die Gottesdienste kommen ganz bewusst aus 'echten' Gemeinden - und das seit mehr als 25 Jahren mit stetig wachsendem Erfolg.
Über 900.000 Zuschauer sehen heute durchschnittlich die ZDF-Fernsehgottesdienste. Dabei bleibt es längst nicht mehr beim reinen Zuschauen. Die große Fernsehgemeinschaft feiert zu Hause an den Bildschirmen mit, beschäftigt sich vor und nach der Sendung mit dem Themen des Gottesdienstes und diskutiert die aufgeworfenen Fragen und Antworten unter anderem über das Internet. Es ist eine Gemeinde für alle geworden, ein fester Bestandteil des Lebens von Menschen rund um den Globus, die im gemeinsamen Glauben an Gott, Jesus Christus und die biblische Botschaft eine ordnende Kraft sehen und daraus Hoffnung schöpfen.
Das Fernsehen ist dabei also ganz bewusst öffentliches 'Medium'. Es vermittelt, verbreitet und diskutiert die christlichen Lebenswerte des Evangeliums in der Gesellschaft. Gott ist sozusagen auf Sendung - und Kirche bezeugt ihren Platz in der Welt. Ihr Öffentlichkeitsauftrag ist unbestritten und eine öffentliche christliche Stimme, die gesellschaftliche, soziale und diakonische Themen aufspürt und verkündet notwendig. 'Öffentlich-rechtlich' bedeutet dabei unabhängig sein und einem ethisch höheren Ziel, einer Gesamtheit dienend. Nur auf diesem Weg kann eine Botschaft glaubhaft und nachhaltig vermittelt werden. Das ZDF als Sender sieht in den Fernsehgottesdiensten eine eigene Facette seines öffentlich-rechtlichen Profils.
Die inhaltliche Verantwortung für Verkündigung, Liturgie und Predigt, die innere Gestaltung insgesamt liegt freilich bei den Kirchen. Die evangelischen Gottesdienste werden dazu von den beiden Senderbeauftragten der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) theologisch begleitet. Sie sind verantwortlich für die konkrete Vorbereitung und Auswahl der Gottesdienste und bringen ihre Kompetenz im Blick auf die mediale Umsetzung ein, denn eine erfolgreiche ZDF-Gottesdienstübertragung erfordert in gleichem Maße theologisch-homiletische, liturgische, journalistische, dramaturgische, bild- und tontechnische Kenntnisse.
Gottesdienste im Fernsehen wollen die Verkündigung in den Gemeinden dabei nicht ersetzen, können sie aber ergänzen. Sie zeigen evangelisches Leben in all seinen Facetten und werden dafür auch mal aus dem Ausland gesendet. Überall wird gebetet, gesungen und gepredigt und doch immer anders. Es soll die Solidarität der Kirche in Lebenssituationen liturgisch gefeiert werden, sozusagen vom Krankenhaus bis zum Knast, von der Kirchenbaracke bis zur Kathedrale. Die Gottesdienstübertragungen im ZDF wollen den deutschsprachigen Protestantismus in seiner bunten Skala ausleuchten und ein Botschafter der Menschlichkeit in den Massenmedien sein.


