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Passagen - Gedankengänge zwischen Kultur und Glauben
Charles Taylor - ein säkulares Zeitalter
Der kanadische Philosoph und Politikwissenschaftler Charles Taylor gilt als der große Theoretiker der Vielfalt. Seit 1982 war Taylor, inzwischen emeritiert, Professor an der McGill Universität in Montreal. Seine Forschungen wurden mehrfach ausgezeichnet (Hegel-Preis 1997, Templeton-Preis 2007, Kyoto-Preis 2008).
In seinem neuesten Werk "Ein säkulares Zeitalter" (Suhrkamp 2009) erzählt Taylor die Geschichte der Säkularisierung. Entgegen der gängigen Säkularisierungstheorie von der Verdrängung der Religion durch Vernunft und Wissenschaft, der "Entzauberung der Welt", stellt Taylor fest, dass die Religion selbst das Säkulare hervorgebracht hat. Im Mittelpunkt seiner Ausführungen steht das moderne Subjekt, das sich vor veränderte Bedingungen des Glaubens gestellt sieht, in denen der Glaube an Gott nur noch eine Option unter vielen möglichen darstellt.
Als bekennender Katholik hat sich Charles Taylor immer an Gesellschaftstheorien gestört, die den Glauben von Menschen nicht ernst nehmen. Denn ohne den Glauben zu verstehen, so sein Credo, kann man den Menschen nicht verstehen.
Anmeldung: Bitte melden Sie sich für diese Veranstaltung bei der Evangelischen Akademie Sachsen-Anhalt e.V. an (03491.4988-0; info@ev-akademie-wittenberg.de).
Kosten: 8 €
