Himmel

Der Himmel ist die Wohnung Gottes.

Der Himmel ist in der Bibel der Wohnort Gottes. Der Himmel ist aber dadurch nicht göttlich, sondern – wie die Erde – ein Teil der Schöpfung. Deshalb ist Gott auch „größer“ als der Himmel; in der Bibel steht, dass der Himmel Gott nicht „fassen“ kann (1 Kön 8,27). Dass Gott im Himmel wohnt, war eine verbreitete Vorstellung zur Zeit des Alten Testaments.

Zur Zeit des Alten Testaments stellte man sich im Alten Orient, also in den Gebieten rund um Mesopotamien, zu denen auch Israel gehörte, die Welt mit drei Stockwerken vor. Unten in der Tiefe befand sich das Urmeer, über dem Meer ruhte die Erde, und über der Erde wölbte sich der Himmel. Der Himmel trug den Himmelsozean, der mit dem Urmeer verbunden war. Die Vorstellungen von diesem Himmelsgewölbe sind sehr bildlich. Es wird zum Beispiel mit einem Zelt verglichen: Der Himmel wird ausgespannt wie ein Zeltdach (Jes 40,22). Der Himmel kann auch ein Haus sein mit Fenstern, durch die es regnet (Gen 7,11), das auf Säulen ruht (Hi 26,11) oder auf Grundfesten (2 Sam 22,8[KC4] ). Diese Grundfesten können erbeben, wenn Gott zornig ist.

Weil der Himmel Teil von Gottes Schöpfung ist, gilt für ihn dasselbe wie für die Erde: Er wird von Gott am Ende der Zeiten „neu“ gemacht. Dann werden alle Menschen in Gottes Reich wohnen.

Eines der wichtigsten Bilder für die Geschehnisse am Ende der Zeiten ist das „himmlische Jerusalem“. Von ihm wird gesagt, dass es auf die Erde herabkommt (Offb 21,2). Damit verbunden ist die Vorstellung, dass Gott dann bei den Menschen wohnen wird: „Er wird bei ihnen wohnen, und sie werden seine Völker sein, und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein.“ (Offb 21,3)

Der Himmel ist für Christinnen und Christen kein unerreichbares Jenseits. Jesus Christus hat den Himmel für die Menschen geöffnet, weil er als Mensch von Gott gekommen ist und auch wieder zu Gott zurückgekehrt ist. Er hat das Anbrechen von Gottes Reich auf der Erde verkündigt, das in der Bibel auch „Himmelreich“ genannt wird. Deswegen beten Christinnen und Christen im Vaterunser, dass es werden möge „wie im Himmel so auch auf Erden“. Himmel und Erde sind also zwei Bereiche, die jetzt noch getrennt sind, aber dazu bestimmt sind, zusammenzukommen.

Weiterführende Inhalte und Links

  • Fragen

    Kommen Tote in den Himmel?

    Antwort: Dass Tote in den Himmel kommen, ist eine sehr tröstliche Vorstellung, denn sie bedeutet, dass sie bei Gott sind. Dort sind sie sicher und geborgen. Die christliche Hoffnung geht aber noch einen Schritt weiter: Wenn Gottes Reich endgültig Wirklichkeit wird, werden alle Toten auferstehen und die Menschen werden in Gottes Reich wohnen. Dieses Leben wird nicht auf den Himmel beschränkt sein, denn die komplette Schöpfung wird verwandelt werden. Auch die Erde wird neu werden (Jes 65,17; Offb 21,1).

    Können Christen auch an andere Welten im All glauben?

    Antwort: Ja. Christinnen und Christen glauben, dass Gott die Welt geschaffen hat mit allem, was darinnen ist. Sie glauben, dass er in Ewigkeit für seine Schöpfung sorgen wird. Das schließt nicht aus, dass die Welt größer ist, als es Menschen zurzeit wissen oder annehmen.

  • Diskussion

    Christinnen und Christen stellten sich den Himmel im Lauf der Geschichte sehr unterschiedlich vor. Es gibt zwei grundverschiedene Richtungen: Die eine stellte Gott in den Mittelpunkt, die andere das Leben der Menschen. In den ersten Jahrhunderten nach Christus und im Mittelalter stellte man sich vor, dass die Existenz der Menschen im Himmel darin bestünde, Gott von Angesicht zu Angesicht zu sehen und ihn anzubeten. In der Renaissance waren die Vorstellungen dann eher davon geprägt, dass das menschliche Leben im Himmel weitergehe. Vor allem Künstler wie Hieronymus Bosch stellten sich den Himmel wie das wiederhergestellte Paradies vor, in dem die Menschen ähnlich wie Adam und Eva leben würden.

    Die Reformatoren betrachteten wieder die Anbetung Gottes als zentrale Tätigkeit der Menschen im Himmel. Später war dann der Glaube an den Fortschritt der Menschheit bestimmend. Zum Beispiel ging der Philosoph Gottfried Wilhelm Leibniz, der im 17. Jahrhundert lebte, davon aus, dass dieses Fortschreiten unendlich sei und sich die Menschheit im Himmel immer weiterentwickeln würde. Dieser Fortschrittsglaube erschien Menschen im 20. Jahrhundert eher unheimlich. Auch der Umstand, dass viele dieser Vorstellungen reine Spekulation waren und auch nicht in der Bibel vorkamen, wurde kritisiert.

    Theologen wie Jürgen Moltmann wandten sich wieder der Bibel zu, wo sie die Stellen wiederentdeckten, die von der Erneuerung der Schöpfung sprechen. Diese Erneuerung schließt nicht nur den Himmel, sondern auch eine neue Erde mit ein. Die Vorstellungen darüber, wie groß die Kontinuität zwischen dem menschlichen Leben jetzt und dem menschlichen Leben dann sein wird, gehen allerdings auseinander. Die größten Fragen beim Nachdenken über den neuen Himmel und die neue Erde sind, wie sich das menschliche Empfinden von Raum und Zeit verändern wird. Wie werden Menschen so etwas wie Ewigkeit erleben? Und wie ist das, wenn alle Menschen „bei Gott“ wohnen?

  • Links
  • Wolkenhimmel
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    Christi Himmelfahrt

    Jesu Himmelfahrt wird in der Bibel mit einer beeindruckenden Szene geschildert: 40 Tage lang war Jesus nach der Auferstehung mit seinen Jüngern zusammen, dann „wurde er vor ihren Augen emporgehoben, und eine Wolke nahm ihn auf, weg vor ihren Augen“ (Apg 1,11).  Das Fest Christi Himmelfahrt wird 40 Tage nach Ostern gefeiert.

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  • Eine Pfarrerin steht mit drei Jugendlichen vor einem Altar in der Kirche.

    Dass Jesus in den Himmel aufgefahren ist und dort zur Rechten Gottes sitzt, ist im Apostolischen Glaubensbekenntnis festgehalten. Auch andere Grundlagen des christlichen Glaubens sind in diesem Bekenntnis formuliert. Hier können Sie es nachlesen.

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  • Ein Pfarrer steht in einer von Kerzen erleuchteten Kirche am Altar.
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    Am Ewigkeitssonntag wird der Verstorbenen gedacht. Im Gottesdienst werden die Namen aller verlesen, die im zurückliegenden Jahr gestorben sind. Mit dem Ewigkeitssontag endet das Kirchenjahr.

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