EKD würdigt Kohl als großen Europäer

Helmut Kohl
Helmut Kohl 1997 auf der 9. Synode der Evangelischen Kirche in Wetzlar.

Hannover (epd). Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat den gestorbenen Altkanzler Helmut Kohl gewürdigt. Als Mensch und Politiker habe Kohl „Weitblick mit Realismus“ und „Visionen mit Freundschaft“ verbunden, erklärten der EKD-Ratsvorsitzende, der bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, und die Präses der EKD-Synode, Irmgard Schwaetzer, am 15. Juni in einem Kondolenzschreiben an Kohls Witwe Maike Kohl-Richter. Der CDU-Politiker Kohl starb am 16. Juni im Alter von 87 Jahren in seinem Geburtsort Ludwigshafen.

Die Rolle Kohls in der europäischen Einigung

„Ohne das Vertrauen, das Helmut Kohl bei vielen Politikern in aller Welt genoss, wäre die deutsche Einheit nicht so schnell und so friedlich zustande gekommen“, schreiben Bedford-Strohm und Schwaetzer. Zugleich hoben die EKD-Vertreter die maßgebliche Rolle Kohls für die europäische Einigung hervor: „Gemeinsam mit anderen jungen Europäern wollte Kohl symbolisch die Schlagbäume beseitigen.“

Das Schengener Abkommen, das die Grenzkontrollen zwischen den beteiligten Staaten abschaffte, und die Wirtschafts- und Währungsunion seien in erheblichem Maße sein Werk.  „Gerade jetzt – in einer Zeit, in der die Europäische Union von vielen Menschen infrage gestellt wird – erinnert die Evangelische Kirche in Deutschland mit Dank an den Beitrag Helmut Kohls dazu, diese Union zu entwickeln und den Frieden auf unserem Kontinent zu stärken.“