Zahlen und Fakten zu Bildung und Erziehung

Statistik zur Evangelischen Kirche in Deutschland

Entgegen dem demographischen Trend wächst die Zahl der evangelischen Kindertagesstätten. Und evangelische Schulen ermöglichen jungen Menschen individuelle Förderung, Teilhabe und profilierte Abschlüsse. Der reformatorischen Bildungstradition weiß sich die Evangelische Kirche bis heute verpflichtet.

Junge macht Schreibübungen.

Der Lebensform des Lehrens und Lernens gelte das größte Wohlgefallen Gottes, meinte der Reformator Philipp Melanchthon und versammelte um seinen Tisch in Wittenberg oft Studenten. Dabei wurde in mehr als 11 Sprachen kommuniziert. So erschloss er den christlichen Glauben in Offenheit für Gottes internationale Welt und in Verbindung mit Freude am Lernen und eigener Urteilsfähigkeit.

Dieser reformatorischen Bildungstradition weiß sich die Evangelische Kirche verpflichtet. Sie übernimmt bis heute in der Gesellschaft und in ihren Kirchengemeinden Bildungs(mit)verantwortung als Trägerin von Schulen, Hochschulen, Akademien und Kindertagesstätten so wie von Angeboten der Erwachsenen-, Konfirmanden-, Kinder- und Jugendbildungsarbeit. Sie begleitet den Religionsunterricht an öffentlichen Schulen und setzt sich für die Religionslehrerfortbildung ein.

„Bildung ermutigt, in der befreienden Kraft des Evangeliums von Jesus Christus bei allen gesellschaftlichen Aufgaben verantwortungs- und hoffnungsvoll mitzuwirken.“

Rat der EKD, Kirche und Bildung, 2010

Es geht darum, ihn oder sie im Horizont der christlichen Tradition und neuester Erkenntnisse zu fördern. Daher ist Evangelische Bildungsarbeit weltoffen positioniert und dialogisch. Entgegen dem demographischen Trend wächst die Zahl der evangelischen Kindertagesstätten. Hier wird die Vielfalt der Kinder Gottes bejaht und gefördert. Der Anteil der Kinder mit mindestens einem ausländischen Elternteil und der inklusiv in die Regelgruppen integrierten Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf ist in evangelische Kindertagesstätten besonders hoch.

Eng arbeiten sie mit den rund 100 evangelischen Familienbildungsstätten oder Familienbildungswerken im Raum der EKD zusammen oder haben sich selbst zum Familienzentrum weiterentwickelt, in dem Familien in allen Konstellationen Kontaktflächen, Beratung und Unterstützung finden.

Beitrag für eine menschenfreundliche und gerechte Gesellschaft

In den 1.134 Schulen in evangelischer Trägerschaft finden junge Menschen schulische Angebote vor, die in allen Schularten von der Grundschule bis zur Berufsbildung individuelle Förderung, Teilhabe und profilierte Abschlüsse ermöglichen. Beachtlich ist die hohe sonderpädagogische Expertise, die das evangelische Schulwesen im jahrzehntelangen Engagement für Kinder und Jugendliche mit Behinderungen gewann.

Rund 50 Prozent der Schulen in evangelischer Trägerschaft arbeiten im berufsbildenden Bereich und leisten in der Ausbildung benachteiligter Jugendlicher oder in sozialen und erzieherischen Berufen einen besonderen Beitrag für eine menschenfreundliche und gerechte Gesellschaft.

Quelle: EKD-Statistik „Äußerungen des kirchlichen Lebens 2015“

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Cover Broschüre 'gezählt' - Daten und Fakte zum kirchlichen Leben

gezählt. Zahlen und Fakten zum kirchlichen Leben

EKD-Statistik Broschüre 2016