Klimapolitik und CO2-Kompensation

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Gefährdetes Klima

Unsere Verantwortung für Gottes Schöpfung.

Die vorliegende Studie ist das Ergebnis einer ebenso intensiv wie kooperativ und kontrovers geführten Diskussion im Beirat des Beauftragten des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland für Umweltfragen. Der Beirat hat der Neigung zu "einfachen Antworten" und Patentrezepten widerstanden und auf die komplexe Vernetztheit der Probleme hingewiesen.

Über die unser Leben bedrohende ernste Gefahr einer Klimakatastrophe und über das Ziel einer Verringerung der Emission klimagefährdender Gase bestand im Beirat Übereinstimmung. Auch über die Wege zu diesem Ziel war der Beirat weitgehend einig.

Der Umweltbeirat hat sich vor fünf Jahren im Zusammenhang mit der Art der Energieversorgung in den alten Bundesländern schon einmal zur Klimagefährdung geäußert. Nach der Vereinigung Deutschlands sind neue Problemfelder hinzugekommen. Auch die Kirchen und Christen in den neuen Bundesländern hatten im Rahmen des konziliaren Prozesses in der damaligen DDR über "Wege aus der Gefahr" nachgedacht.

Diese Studie ist kein abschließendes Wort der Evangelischen Kirche in Deutschland, vielmehr ein Impuls für das weiterführende Gespräch über Strategien und Maßnahmen gegen die drohenden Gefahren für unser Erdklima. Dabei müssen wir - wie schon im Beirat - auch in unserer Kirche das Gespräch für unterschiedliche Positionen offen halten. Dies ist besonders dann strapaziös, wenn man von der Richtigkeit eigener Sichtweisen und der Priorität eigener Lösungsstrategien fest überzeugt ist. Als Christen wissen wir um die Endlichkeit und Begrenztheit aller Erkenntnis. Erforderlich ist der konstruktive Streit auf der Grundlage gegenseitigen Respektes.

Erforderlich ist vor allem auch der Mut zu unpopulären Empfehlungen für gesellschaftliches und politisches Handeln. Die Veränderungen mit dem Ziel einer Verminderung der durch unser Wirtschaften erzeugten klimaschädigenden Gase, die in dieser Studie angemahnt werden, werden sich einschneidend auf unseren gewohnten Lebensstil auswirken. Keiner verabschiedet sich gerne von liebgewordenen Standards. Wenn wir aber nicht rechtzeitig Vorsorge treffen, werden die sich verschlechternden Umweltbedingungen von uns und unseren Nachkommen unerbittlich Tribut einfordern.

Angesichts der Schwierigkeiten der Einigung auf gemeinsame, erdumfassende Maßnahmen ist zu fragen, ob die Fähigkeit des Menschen, sich schnell genug zu ändern, mit dem Zeitmaß der Anforderungen Schritt hält. Für Christen besteht kein Grund zu leichtfertigem Optimismus. Wir leben aber auch von einer Hoffnung, von der der Apostel Paulus sagt, daß sie nicht zuschanden werden läßt Die Studie des Umweltbeirates erscheint im Vorfeld der 1. Tagung der Vertragsstaatenkonferenz zum Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen über Klimaänderungen ("1. Vertragsstaatenkonferenz der Klimarahmenkonvention"), die vom 28. März bis zum 7. April 1995 in Berlin stattfinden wird. Die Studie leistet einen Beitrag zur Thematik dieses "UN-Klima-Gipfels" aus kirchlicher Sicht.

Hannover, im Februar 1995

Landesbischof Dr. Klaus Engelhardt
Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland

Kontakt

Prof. Dr. Hans Diefenbacher
Forschungsstätte der Ev. Studiengemeinschaft (FEST)
Schmeilweg 5
69118 Heidelberg
Tel. 0 62 21 / 91 22 - 34
Fax 0 62 21 / 16 72 57
hans.diefenbacher@fest-heidelberg.de
http://fest-heidelberg.de/

Projektbüro Klimaschutz

In der jährlichen Antragsphase von Januar bis März eines Jahres können wieder kirchliche Antragesteller für drei Monate Anträge an die Förderprogramme der nationalen Klimaschutzinitiative des Bundesumweltministeriums stellen. Weitere Informationen und Beratung für die kirchlichen Antragsteller beim Projektbüro Klimaschutz der EKD.


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Publikationsdatum dieser Seite: Montag, 28. Januar 2019 21:48