Mobiltät verändern

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Bahn-Tagesreisen

2 Jahrhunderte: 1840 - 2040

Moderne Verkehrsmittel ver­kürzen den zur Raumüberwindung er­forderlichen Zeitaufwand. Gemes­sen in Zeiteinheiten 'schrumpft' der Raum. Dieses Schrumpfen kann durch sogenannte "Zeitkarten" sichtbar gemacht werden. In Zeitkarten wer­den die Ele­mente einer Karte so darge­stellt, daß der Ab­stand zwi­schen zwei Punkten nicht pro­por­tional zur räumli­chen Di­stanz zwischen ihnen ist wie bei topographi­schen Karten, sondern propor­tional zur Reise­zeit zwi­schen ihnen. Diese Ände­rung des Karten­maß­stabs führt zu Verzer­run­gen der Karte ge­genüber dem 'ge­wohn­ten' Kartenbild.

"Durch die Eisenbah­nen wird der Raum getötet, und es bleibt uns nur noch die Zeit übrig. Hätten wir nur Geld genug, um auch letz­tere an­stän­dig zu töten! In vierein­halb Stun­den reist man jetzt nach Orléans, in eben­so viel Stun­den nach Rouen. Was wird das erst geben, wenn die Linien nach Belgien und Deutsch­land aus­ge­führt und mit den dortigen Bahnen verbunden sein werden! Mir ist als kämen die Berge und Wälder aller Län­der auf Paris ange­rückt. Ich rie­che schon den Duft der deutschen Linden; vor meiner Türe brandet die Nordsee".

Heinrich Heine in Paris, 1843

Zeitkarte 1840

 

1840.

Trotz Ausbau der Chausseen zu Anfang des 19. Jahrhunderts sind im Zeitalter der Postkutsche Reisegeschwindigkeiten von mehr als zwölf Kilometern je Stunde kaum zu erreichen. Aachen und Minden bilden die Grenzen des von Dortmund in einem Tag erreichbaren Gebiets. Alle weiter entfernten Städte können nur mit einem Übernachtungsaufenthalt erreicht werden. Vor allem im Süden bildet das wenig erschlossene bergige Sauerland eine Barriere zwischen dem Ruhrgebiet und Frankfurt.

 

1854.

Die Karte zeigt die dramatische Ausdehnung des Dortmunder Einzugsbereichs durch die Eisenbahn. Nun sind mit den deutschen und holländischen Nordseehäfen die Hauptrohstoffquellen und mit den belgischen Industriegebieten und Berlin die wichtigsten Absatzmärkte der Ruhrwirtschaft in einem Tag erreichbar. Damit sind die Voraussetzungen für den Aufstieg Dortmunds als Industriestadt gegeben.

1910.

Um die Jahrhundertwende ist das europäische Eisenbahnnetz vollendet. Als bedeutender Eisenbahnknoten liegt Dortmund im Herzen Europas. Die wichtigsten europäischen Zentren Paris, Wien und Berlin sind in weniger als einem Tag erreichbar, Skandinavien und England rücken näher.

1970.

In den sechzig Jahren seit 1910 hat sich das europäische Eisenbahnnetz kaum verändert. Die Elektrifizierung und schnellere Lokomotiven bringen jedoch noch einmal eine Erweiterung des Einzugsbereichs von Dortmund. London, Stockholm und Mailand sind nun in einem Tag zu erreichen.

1997.

Der Einzug des Eisenbahn-Hochgeschwindigkeitsverkehrs leitet eine neue Epoche der Kontraktion des Raums ein. Der Train à Grand Vitesse (TGV) in Frankreich und der Intercity Express (ICE) in Deutschland führen vielfach zu einer Halbierung der Reisezeiten, der neu eröffnete Kanaltunnel bindet das englische Bahnnetz an den Kontinent an.

Zeitkarte 2040

2040.

Die Ausbaupläne der europäischen Eisenbahnverwaltungen lassen weitere Beschleunigun- gen erwarten. Ein Netz von transeuropäischen Hochgeschwindigkeitsbahnen wird die Regionen Europas verbinden und bisher am Rande gelegene Regionen auf der iberischen Halbinsel, auf dem Balkan und in Osteuropa an das Herz Europas anbinden. Reisen mit den schnellsten Zügen ist mehr als zwanzig mal so schnell wie mit der Postkutsche. Europa wächst zusammen - auch ökonomisch und sozial?

Quelle: Spiekermann & Wegener, Stadt- und Regionalforschung (S&W), Dortmund
http://www.spiekermann-wegener.de/mod/time/time.htm

Die Grafiken wurden im Rahmen der Ausstellungsposter der AGU auf dem Kirchentag in Stuttgart präsentiert.


Das Portal Mobilität wurde für 2015 vom Rat für nachhaltig Entwicklung als Projekt der Werkstatt-N ausgezeichnet. Dieses Projekt der AGU gibt Anregungen und Impulse zum Mitmachen. Der Start erfolgte im Rahmen der Deutschen Aktionstage Nachhaltigkeit 2014 des Rates für nachhaltige Entwicklung 


Tourism Watch bei Brot für die Welt engagiert sich gemeinsam mit ökumenischen Partnern für einen nachhaltigen, sozial verantwortlichen und umweltverträglichen Tourismus in Entwicklungsländern und gibt den Informationsdienst TourismWatch heraus.


 Der VCD e.V. macht sich seit 1986 als gemeinnützige Organisation für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität stark.


 Der ADFC ist ein bundesweiter, gemeinnütziger Verein mit mehr als 140.000 Mitgliedern. Er ist die Interessenvertretung der Alltags- und Freizeitradler und arbeitet in den Schwerpunkten:

* Verkehrsplanung
* Verkehrspolitik
* Tourismus
* Umweltschutz
* Verkehrspädagogik
* Technik/Sicherheit
* Verbraucherschutz
* Gesundheitsvorsorge
* Fahrraddiebstahlschutz
* Fahrradmitnahme in öffentlichen Verkehrsmitteln


Angesichts der immensen Herausforderung, die der Klimawandel für Natur und Gesellschaft darstellt, haben sich über 110 Organisationen zu einem Bündnis zusammengeschlossen.

Mehr Mobilität und weniger Verkehr – unter diesem Motto setzt sich der BUND für eine nachhaltige Mobilität ein. 


In seinem Grundsatzprogramm Verkehr beschreibt der NABU die Folgen des motorisierten Verkehrs und nennt gleichzeitig Auswege für eine umweltfreundliche und zukunftsfähige Mobilität in Deutschland und Europa.


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Publikationsdatum dieser Seite: Dienstag, 10. Juli 2018 22:20