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Zur Ermittlung und Kompensation der CO2-Emissionen bei (Synodal)-Tagungen

- Eine Arbeitsanleitung -

Der Klimawandel ist ein globales Umweltproblem, zu dem wir alle beitragen. Treibhausgase schädigen das Klima unabhängig davon, wo sie entstehen. Für den Klimaschutz ist es daher unerheblich, wo die Emissionen eingespart werden: Emissionen an einem Ort können durch Klimaschutzmaßnahmen an einem anderen Ort ausgeglichen werden. Selbstverständlich ist der beste Weg, das Klima zu schützen, die Vermeidung von CO2-Emissionen.  Doch ein noch so „klimafreundliches“ Verhalten kann nicht alle CO2-Emissionen vermeiden, solange man die betreffende Aktivität nicht komplett einstellt. 
 
Im Laufe des Jahres 2007 entstand daher die Überlegung, die Tagung der EKD-Synode im November 2007 erstmals möglichst „klimafreundlich“ durchzuführen, um so einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Die Bemühungen bezogen sich dabei von vornherein unter anderem auf die Kompensation der aufgrund der Tagung anfallenden CO2-Emissionen. Nachdem der erste „Testlauf“ positiv bewertet wurde, wurden auch die CO2-Emissionen der EKD-Synodaltagung in Bremen im November 2008 kompensiert; die beiden Tagungen der EKD-Synode im Jahr 2009 (Würzburg und Ulm) sollen ebenfalls einbezogen werden.

Wie kann eine solche Kompensation von CO2-Emissionen vorgenommen werden? Prinzipiell sind zwei Wege möglich: zum einen die Vermeidung von CO2-Emissionen in der Zukunft durch die Investition in innovative Technik, zum anderen die „Entsorgung“ von CO2 durch Aufforstung neuer Waldflächen. Zwar können Kompensationsprojekte nicht mit  „naturwissenschaftlicher Exaktheit“ bis auf zwei Stellen hinter dem Komma genau durchgeführt werden; wie bei allen langfristigen Projekten gibt es Unwägbarkeiten.

Auch die Berechnungen der Emissionen selbst können nur bis zu einem gewissen Grad präzise sein. Werden

  1. die Berechnungen jedoch mit hinreichender Sorgfalt durchgeführt,
  2. die Kompensationsprojekte sorgfältig ausgewählt,
  3. die notwendigen Investitionen tatsächlich getätigt und
  4. die Projekte in angemessenen Zeitabständen evaluiert,

dann weisen Kompensationsprojekte als Versuch, unvermeidbare CO2-Emissionen auszugleichen, in die richtige Richtung.  Sind diese vier Bedingungen erfüllt, ist unseres Erachtens der Vorwurf verfehlt, die Kompensation von CO2-Emissionen sei in Wahrheit nichts als eine moderne Form des mittelalterlichen Ablasshandels – und jene, die ihn äußern, müssten Auskunft geben, welche Alternative sie sehen.
 
Der folgende Text erläutert die Durchführung von Projekten zur Kompensation von CO2-Emissionen von Tagungen und möchte die Leserinnen und Leser in den Stand versetzen, solche Projekte selbst durchzuführen. Für Anregungen zur Verbesserung der Arbeitsanleitung wenden Sie sich bitte an die Verfasser. 
 

Hans Diefenbacher
Dorothee Rodenhäuser
Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft
Institut für interdisziplinäre Forschung
Schmeilweg 5
69118 Heidelberg
hans.diefenbacher@fest-heidelberg.de
dorothee.rodenhaeuser@fest-heidelberg.de
 

  • Zur Ermittlung und Kompensation der CO2-Emissionen bei (Synodal)-Tagungen | von Hans Diefenbacher und Dorothee Rodenhäuser

    Upload am: 23.04.2010

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Publikationsdatum dieser Seite: Sonntag, 3. Juni 2018 10:53