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Mobilfunk auf dem Kirchturm?

Publikation

Eine ökumenische Arbeitsgruppe aus dem Kreis der Umweltbeauftragten beider Kirchen hat ­- mit Förderung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) - eine Broschüre mit Informationen und Entscheidungshilfen für Kirchengemeinden zum Thema Mobilfunk veröffentlicht. Die Broschüre wurde erstmals am 29. Mai 2003 auf dem Ökumenischen Kirchentag in Berlin am gemeinsamen Stand der Umweltbeauftragten und der DBU vorgestellt.

Der Mobilfunk ist im zurückliegenden Jahrzehnt für viele Menschen in unserem Land zu einem selbstverständlichen Bestandteil der Lebenswelt geworden: Ermöglicht er doch die drahtlose Kommunikation an jedem Ort. Mit der Nutzung dieser Technik wächst allerdings bei vielen auch die Sorge vor unerwünschten Begleiterscheinungen. Es gibt eine Anzahl von Hinweisen darauf, dass die vom Mobilfunk ausgehenden elektromagnetischen Felder Wirkungen auf Mensch und Tier ausüben, deren gesundheitliche Bedeutung in der Wissenschaft kontrovers diskutiert wird. Die Ängste der Bevölkerung vor Gesundheitsgefahren durch den Mobilfunk führen in vielen Fällen zu öffentlichen Auseinandersetzungen, wenn eine Mobilfunksendeanlage errichtet werden soll.

Kirchengemeinden sind von diesen Auseinandersetzungen besonders betroffen: Kirchtürme sind attraktive Standorte für die Mobilfunkbetreiber. So wurden in den letzten Jahren evangelische und katholische Kirchengemeinden häufig in den gesellschaftlichen Interessenkonflikt hineingezogen. Dies hat in erheblichem Umfang auch zu Zerreißproben in den Gemeinden geführt. Eine Reihe von Bistümern hat daher entschieden, Mobilfunkanlagen auf Kirchen grundsätzlich nicht zu genehmigen. Andere Kirchenleitungen empfehlen Zurückhaltung gegenüber entsprechenden Angeboten der Betreiber. Vielen Verantwortlichen wurde dabei deutlich, dass es dringend einer allgemeinverständlichen Handreichung für den Umgang mit dem Komplex Mobilfunk bedarf, um den örtlichen Meinungsbildungsprozess zu versachlichen und insbesondere jene Kriterien zur Geltung zu bringen, die für das kirchliche Selbstverständnis angemessen sind.

Kirchliche Entscheidungsträger brauchen verlässliche Informationen, um die Mobilfunktechnik verstehen und die damit verbundenen Risiken abschätzen zu können. Nur so werden sie in die Lage versetzt, informierte Entscheidungen zu treffen. Die vorliegende Handreichung kann dazu beitragen, innerkirchliche Meinungsbildungs- und Entscheidungsprozesse transparent und ergebnisoffen zu gestalten sowie den Gesichtspunkten des vorsorgenden Gesundheitsschutzes und des Gemeindefriedens ein besonderes Gewicht zu verleihen.

Diese Schrift ist aber auch als Beitrag der Kirchen zu der gesellschaftspolitischen Auseinandersetzung über die möglichen Risiken des Mobilfunks zu verstehen. Erfahrungen mit der Nutzung der Mobilfunktechnik, insbesondere hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf Mensch und Tier, liegen erst für einen vergleichsweise kurzen Zeitraum vor. Im Spannungsfeld von wirtschaftlichen Interessen einerseits und den Ängsten vieler Menschen andererseits muß dem Vorsorgegedanken daher ein hoher Stellenwert eingeräumt werden. Aus diesem Grunde treten die kirchlichen Umweltbeauftragten für die größtmögliche Sorgfalt im Umgang mit der neuen Technik ein.

Wir wünschen der vorliegenden Handreichung eine weite Verbreitung in den Kirchengemeinden, aber auch darüber hinaus.

Weitere Informationen und Bezugsquelle:
Die Broschüre ist in gedruckter Form nur noch in Restexemplaren erhältlich bei:
Bezugsadresse Broschüre:
Institut für Kirche und Gesellschaft
z. Hd. Frau Simon, Iserlohner Str. 25, 58239 Schwerte
Tel. 0 23 04 / 755 307 - Fax: 0 23 04 / 755 318
Email: k.simon@kircheundgesellschaft.de
Der Preis beträgt 5 Euro inkl. Porto.

Bezugsadresse CD-ROM:
Dr. Hans Diefenbacher
Beauftragter des Rates der EKD für Umweltfragen
c/o FEST
Schmeilweg 5
69118 Heidelberg
Fax 06221-167257, 
Email: hans.diefenbacher@fest-heidelberg.de

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Publikationsdatum dieser Seite: Sonntag, 3. Juni 2018 10:53