Energie

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Am Ausstieg aus der Kernenergie festhalten

Ohne Not will die Bundesregierung nun tatsächlich, wie im Koalitionsvertrag angekündigt, die 2001 unter großen Mühen gefundene Konsensvereinbarung zum Atomausstieg rückgängig machen. Die Diskussion der letzten Monate drehte sich jedoch weniger um die Zukunftsfähigkeit unterschiedlicher Energiekonzepte sondern vorrangig um die Aufteilung der Gewinne, die durch eine längere Laufzeit der Atomkraftwerke zu erzielen sind.  Die Debatte ist so in Gefahr, an zwei wesentlichen Punkten der Auseinandersetzung um das Für und Wider der Kernkraft vorbeizugehen.

  • Der nach wie vor wichtigste Umstand, der für einem möglichst schnellen Ausstieg aus der Kernkraft spricht, ist das extrem hohe Schadenspotenzial von großen Unfällen. Auch wenn die Wahrscheinlichkeit, dass ein solcher Unfall eintritt, sehr niedrig ist, das Schadensausmaß ist nach wie vor nicht akzeptabel. Alle Erfahrung lehrt, dass das Risiko großtechnischer Anlagen mit hoher Laufzeit wieder ansteigt. Dieses Risiko sollte sich Deutschland ohne Not nicht zumuten. Finanzielle Überlegungen müssen hier eine untergeordnete Rolle spielen.
  • Nach wie vor völlig ungeklärt ist das Problem der Endlagerung hoch radioaktiver Abfälle. Keine der bundesdeutschen Regierungen hat in den letzten Jahrzehnten hier eine Lösung präsentieren können. Durch eine Verlängerung der Laufzeit würde sich die Größenordnung dieses Problems deutlich erhöhen.

Im November 2006 hat die Synode der EKD an ihren Beschluss aus dem Jahr 1987 erinnert, in dem unmissverständlich festgestellt wurde: „Die nicht mit Sicherheit beherrschbaren Gefahren der gegenwärtigen Kernenergiegewinnung haben zu der verbreiteten Einsicht geführt, dass diese Art der Energiegewinnung mit dem biblischen Auftrag, die Erde zu bebauen und zu bewahren, nicht zu vereinbaren ist. Wir müssen so bald wie möglich auf andere Energieträger umsteigen." Dieser Beschluss wurde 1998 und 2006 erneut von der Synode bekräftigt. Die Synode bat den Rat der EKD, die Bundesregierung darin zu bestärken, am Ausstieg aus der Kernenergie festzuhalten. Dem ist auch heute im Grunde nichts weiter hinzuzufügen. Der Weg in eine nachhaltige und zukunftsfähige Energieversorgung wäre ohne Laufzeitverlängerung der Kernenergie ohne Probleme möglich.

Prof. Dr. Hans Diefenbacher ist stellv. Leiter der Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft und Beauftragter des Rates der EKD für Umweltfragen. Er ist apl. Prof. für Volkswirtschaftslehre an der Universität Heidelberg.

http://www.ekd.de/aktuell_presse/news_2010_09_07_umweltbeauftragter.html 

Mobilität

Für die Deutschen Aktionstage der Nachhaltigkeit im Juni 2014 stehen vielfältige Aktionsmöglichkeiten für die Arbeit in Kirchengemeinden und kirchlichen Einrichtungen und Gruppen zur Verfügung.

Klimaschutzkonzepte in Landeskirchen

Im Rahmen der Förderprogramme der nationalen Klimschutzinitative wird die Erstellung von integrierten Klimaschutzkonzepten gefördert. In diesen Konzepten werden die Bereiche Liegenschaften, Mobilität und Beschaffung ausführlich untersucht und Maßnahmen zur Reduzierung von CO2-Emissionen erarbeitet. Eine aktuelle Übersicht findet sich beim Projektbüros Klimaschutz der EKD

Kernpunkte für ein nachhaltiges Energiekonzept

Aufgrund eines Beschlusses der Landessynode hat die Evangelische Kirche im Rheinland 2012 ein Diskussionspapier zur Energiepolitik vorgelegt. Dafür wurden fachliche Beiträge zur C02-Reduktion, zur Energiewende und zum Ausstieg aus der Kernenergie aufgearbeitet. Das Diskussionspapier dient als Grundlage, um sich an der kirchlichen und öffentlichen Diskussion zu Klimaschutz und Energiewende angemessen beteiligen zu können. Die "Kernpunkte für ein nachhaltiges Energiekonzept" wurden u.a. auf zwei Tagungen in der Evangelischen Akademie Bonn und bei einer Regionalsynode einiger Kirchenkreise zu Energie vorgestellt und diskutiert.  


in 2009 war Energie das Jahresthema des Portals Bildung für Nachhaltige Entwicklung. 


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Publikationsdatum dieser Seite: Mittwoch, 11. Juli 2018 22:22