Umweltfreundliche Beschaffung

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Ökofaire Beschaffung: Nicht fordern, umsetzen!

Studie von Brot für die Welt und EED

Der Einkauf von Lebensmitteln aus ökologischem Anbau oder Fairem Handel ist für die evangelischen Kirchen noch immer ein Randthema. Nach einer Studie von „Brot für die Welt“ und dem Evangelischen Entwicklungsdienst (EED) werden kaum zehn Prozent der jährlichen Beschaffungssumme in Kirchen und Diakonie für diese Produkte ausgegeben. Trotz gegenteiliger Beschlüsse setzen kirchliche Einrichtungen ihre Marktmacht bislang kaum zugunsten ökologischer und fairer Nahrungsmittelproduktion ein.

„Der Ruf der Kirchen nach einer gerechten Wirtschaftsweise und einem nachhaltigen Lebensstil richtet sich nicht nur an andere, sondern zunächst an sie selbst“, so Cornelia Füllkrug-Weitzel, Direktorin „Brot für die Welt“. „Es ist eine Frage der Glaubwürdigkeit und des klugen Einsatzes der eigenen Marktmacht.“ Auch EED-Vorstand Tilman Henke sieht Handlungsbedarf: „Landeskirchen und diakonische Einrichtungen sollten sich bei ihrer Umstellung auf ökofaire Beschaffung noch besser beraten und unterstützen lassen.“ Beide Entwicklungswerke tragen die Aktion „Fairer Kaffee in die Kirchen“. Die Studie „Ökofaire Beschaffungspraxis in Kirche und Diakonie“ wurde auch auf der Synode der Evangelischen Kirche in Magdeburg angesprochen.

Kirchliche Einrichtungen wie evangelische Krankenhäuser, Akademien, Tagungsstätten oder Kindergärten blieben in ihrem Einkaufsverhalten weit hinter dem zurück, was sozial und ökologisch für eine zukunftsfähige Kirche und eine gerechte Weltwirtschaft notwendig wäre, so das Fazit der Studie. Fast 766 Millionen Euro geben beispielsweise die stationären Einrichtungen der Diakonie pro Jahr für Lebensmittel aus. Der Anteil an biologisch angebauten oder fair gehandelten Produkten ist trotz vermehrter Anstrengung in vielen der Einrichtungen verschwindend gering. Für mehr als zwei Drittel wird er auf unter zehn Prozent geschätzt. „Noch immer findet in den Kirchen eine Abwägung zwischen ethischem Anspruch und wirtschaftlichen Zwängen statt“, so Füllkrug-Weitzel.

Beratung und Unterstützung bei der Umstellung auf ökofaire Produkte bekommen diakonische Einrichtungen, kirchliche Verwaltung oder Kirchengemeinden bei der Aktion „Fairer Kaffee in die Kirchen“ oder dem ökumenischen Projekt „Zukunft einkaufen".

Download der Studie beim EED

Kurzfassung der Studie beim EED

Wir kaufen anders

Die Servicestelle „Öko-fair-soziale Beschaffung in Kirche und Diakonie“ der evangelischen Landeskirche in Baden berät alle kirchlichen Einrichtungen innerhalb der EKIBA zu Fragen der öko-fair-sozialen Beschaffung.

Zukunft einkaufen

'Zukunft einkaufen' verfolgt als Ziele die Reduktion des Verbrauchs von Energie und Ressourcen in Kirchen und ihren Einrichtungen und Umstellung der Beschaffung auf der Grundlage ökologischer und sozialer Kriterien in Richtung Nachhaltigkeit.

Zukunftsfähiges Wirtschaften

Kirchen haben viele Möglichkeiten, selbst umweltfreundlich und fair zu wirtschaften. Welche Angebote und guten Beispiele zukunftsfähigen Wirtschaftens gibt es bereits? Wie sehen die Schwerpunkte in den einzelnen Landeskirchen aus? Die Internetplattform zu-wi.de von Brot für die Welt will zur „Entwicklungspolitik mit dem Einkaufskorb“ ermutigen.

Kontakt

Die AGU erreichen Sie über die AnsprechpartnerInnen in den Landeskirchen oder den Vorstand.


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Publikationsdatum dieser Seite: Mittwoch, 11. Juli 2018 22:23