Biologische Vielfalt

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Lebendige Inseln der Ruhe - Kleine Inseln der Vielfalt

Praktische Tipps für ökologische Grabgestaltung und Grabpflege

Wer einen Friedhof besucht, möchte trauern, der Verstorbenen gedenken oder einfach innehalten und sich besinnen. Friedhöfe gelten als Oasen der Stille und Entspannung. Sie sind aber auch Naturoasen, die eine bunte Lebensvielfalt zeigen.

Viele Friedhöfe sind alt und unterliegen oft schon seit Jahrhunderten dergleichen Nutzung. Mächtige Bäume, Hecken, Freiflächen, Mauern und Steine bieten wichtige Rückzugsorte für Pflanzen und Tiere. Dazu kommen liebevoll gepflegte Grabstätten. Jedes einzelne Grab stellt ein eigenes kleines Biotop für Flora und Fauna dar.

Besonders in dicht besiedelten Städten wie Bremen sind Friedhöfe mehr als eine Begräbnisstätte. Ihre wertvollen Grünflächen haben auch positive Auswirkungen auf das Stadtklima. Sie befeuchten die Luft und sorgen für Abkühlung, dazu filtern und binden sie Staub und mindern Lärm.

Auf Reisen besuchen wir gerne Kirchen und Friedhöfe, bewundern die sakralen Bauten und die schön angelegten Begräbnisstätten. Jede Region hat ihre Eigenheiten und Grabsteine können viel erzählen. Nur den Friedhof in unserer Nachbarschaft kennen wir oft nicht. Ein Spaziergang über den Friedhof, eine Pause auf einer Bank - entdecken Sie zu jeder Jahreszeit den Friedhof als kleines Naturparadies und als lebendige Insel der Ruhe.

Die individuelle Grabgestaltung hat großen Einfluss auf das Ökosystem Friedhof. Heimische und standortange-passte Pflanzen lassen ein abwechslungsreiches Öko-Paradies entstehen. Sie bieten für eine Vielzahl von Tieren wichtigen Lebensraum und Nahrungsquelle. Schmetterlinge, Bienen und andere Insekten aber auch Vögel, Fledermäuse und Kleinsäugetiere profitieren von einer naturnahen Friedhofsgestaltung.

Eine gut geplante, flächendeckende Dauerbepflanzung erfreut das ganze Jahr über und hält den Gieß- und Pflegeaufwand in Grenzen. Jahreszeitlich wechselnde Bepflan-zungen können dabei integriert werden, sollten aber einen Anteil von 20 Prozent nicht überschreiten.

Viele Blumen und Sträucher, die zumeist aus Kloster- und Bauerngärten stammen, haben eine lange Friedhofstradition und eine aussagekräftige Symbolik. Sie eignen sich besonders gut für eine ökologische Grabgestaltung. Leider ist viel Wissen in Vergessenheit geraten. Fragen Sie in Ihrer Friedhofsgärtnerei danach!

Die Bremische Evangelische Kirche hat zu diesem Arbeitsfeld eine entsprechende Broschüre herausgegeben.

Lebensraum Kirchturm

Der Naturschutzbund initiierte die Aktion "Lebensraum Kirchturm". Die Lippische Landeskirche hat dies aufgegriffen und fördert die Kontakte zwischen den örtlichen Arbeitsgruppen des NABU und den Kirchengemeinden. Aber auch in Gemeinden der Nordkirche und in vielen anderen Regionen geschieht ähnliches.

Fledermäuse finden neues Zuhause in Kirchengemeinden

Artenschutzaktion erfolgreich

Mehr als 80 Kirchengemeinden haben sich an der Artenschutzaktion der Evangelischen Landeskirche in Württemberg beteiligt. Das berichtete der Umweltbeauftragte Hans-Hermann Böhm bei einer Tagung zum UN-Jahr der Artenvielfalt in Bad Urach. Dabei ging es darum, entweder eine vom Aussterben bedrohte Baumart, die Elsbeere, zu pflanzen oder einen Nistkasten für die ebenfalls vom Aussterben bedrohte Fledermausart aufzuhängen. Böhm zeigte sich mit dem Verlauf der Aktion zufrieden: „Dadurch wird ein Zeichen gegen den rapiden Verlust der Artenvielfalt gesetzt“.

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Handeln für die Schöpfung

Natur und Umwelt rund um den Kirchturm

Mit Bildungsangeboten und einer Materialmappe unterstützt die Natur- und Umweltschutzakademie NRW (NUA)  Kirchengemeinden in ihren Bemühungen für Natur und Umwelt rund um den Kirchturm. Die Materialien wurden zusammen mit den Landeskirchen und Bistümern in Nordrhein-Westfalen erarbeitet.


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Publikationsdatum dieser Seite: Sonntag, 3. Juni 2018 10:52