Bioethik, Biotechnologie und Gentechnik

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Ungelöste Fragen - Uneingelöste Versprechen

10 Argumente gegen die Nutzung von gentechnisch veränderten Pflanzen in Landwirtschaft und Ernährung

Mit 10 Argumenten gegen die Nutzung von gentechnisch veränderten Pflanzen in Landwirtschaft und Ernährung wendet sich ein Bündnis der Arbeitsgemeinschaften der evangelischen und katholischen Umweltbeauftragten (AGU), des Ausschusses Kirchlicher Dienste auf dem Lande in der EKD (ADL) und der Katholischen Landvolkbewegung (KLB) im Jahr 2003 an Politik und Kirche.

In dem Positionspapier empfehlen sie den politischen Entscheidungsträgern, gegen die gentechnische Verunreinigung von Saatgut vorzugehen und das zurzeit ungeklärte Nebeneinander von gentechnikfreier und gentechnikhaltiger Landwirtschaft, die sog. Koexistenz, europaweit verbindlich zu regeln. Für Schäden durch gentechnisch veränderte Pflanzen und Produkte ist eine Haftungsregelung nach dem Verursacherprinzip einzuführen. Die Patentierung von Leben wird abgelehnt und eine Revision bestehender Regelungen auf EU- und WTO-Ebene angemahnt.

An die Kirchengemeinden richtet sich die Empfehlung, den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen auf kirchlichem Pachtland auszuschließen. Die Gemeinden sollten sich über die Chancen und Risiken der Grünen Gentechnik informieren und zum Gespräch einladen. Durch den bewussten Einkauf gentechnikfreier Lebensmittel können der ökologische Landbau und konventionelle Landwirte, die gentechnikfrei produzieren, unterstützt werden.

"Keine Gentechnik auf Kirchenland"

Die Kampagne "Keine Gentechnik auf Kirchenland" der kirchlichen Umweltbeauftragten führte zu zahlreichen Beschlüssen zum Umgang mit der Gentechnik auf kirchlichem Pachtland. Die jeweils aktuelle Beschlusslage aus EKD und Landeskirchen wird im folgenden dargestellt. 

Arbeitshilfe Grüne Gentechnik

Nach wie vor werden in Deutschland und Europa kaum gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut. Global gesehen nimmt der Anbau jedoch weiter zu. Meldungen über Probleme für Landwirte, die Umwelt und die Gesundheit weisen auf Nachteile des großflächigen Anbaus dieser Pflanzen hin. "In Gentechnisch veränderte Pflanzen - Eine Betrachtung aus kirchlicher Sicht" wird der Sachstand zu gentechnisch veränderten Pflanzen und die Position der Evangelischen Kirche von Westfalen dargestellt.  

Vielfalt säen - Freies Saatgut erhalten

80 Prozent der Lebensmittel auf der Welt werden von Kleinbauernfamilien angebaut, die nur eine kleine Ackerfläche und geringe technische Ausstattung zur Verfügung haben. Die Arbeit dieser Bauernfamilien ist von unschätzbarem Wert für den Großteil der Welternährung und den Erhalt der biologischen Vielfalt. Die vielen Kleinbauern und Kleinbäuerinnen benötigen dafür freien Zugang zu Saatgut. Wer kein Saatgut hat oder wem das freie Saatgut genommen wird, der kann sich nicht selbst ernähren und gerät in Abhängigkeit von Saatgutkonzernen ‒ mit verheerenden Folgen. Doch die internationale Agrarindustrie versucht seit längerem und zunehmend erfolgreich, den Saatgutmarkt zu kommerzialisieren.
 

Zellux.net

Stammzellen im Schlaglicht von Forschung, Medizin, Kirche, Ethik und Recht  

Next Generation

Das Institut für Kirche und Gesellschaft bietet unter dem Titel "Next GENeration?!" zwei Veranstaltungen zum Themenkomplex Gentechnik, Klonieren und genetische Auslese an. Das innovative Programm ist sowohl auf den Lehrstoff zum Themenkomplex Genetik und Ethik, als auch auf die besonderen Lernbedürfnisse junger Erwachsener abgestimmt. Die Veranstalterinnen und Veranstalter legen dabei besonderen Wert auf die Verknüpfung von Fachwissen und Erfahrungswissen sowie darauf, Freiräume zu schaffen, um die Entwicklung eines persönlichen Standpunktes zu fördern. Die Angebote "Diskurs" und "Kreativ" werden in Flyern näher vorgestellt.


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Publikationsdatum dieser Seite: Sonntag, 3. Juni 2018 10:53