Bioethik, Biotechnologie und Gentechnik

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Katholische Kirche setzt sich gegen Vorwürfe von Lobbyisten zur Wehr

Nachdem das "Forum Grüne Vernunft", nach eigenen Aussagen "eine Initiative von Privatpersonen, die offensiv über die Grüne Gentechnik informieren will", in einem offenen Brief den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz Erzbischof Zollitsch angegriffen hatte, setzt sich dieser nun zur Wehr: der Brief der Forums "entbehre jeder Grundlage".

In einer Zeitungsanzeige der "Badischen Nachrichten" hatte am 12. Juni Horst Rehberger, Vorsitzender des "Forums", Zollitsch vorgeworfen, jedes Gespräch über eine Gentechnik-freundliche Tagung zum Thema bei der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften im Jahr 2009 abzulehnen. Es sei dagegen moralisch geboten, "jede sinnvolle Möglichkeit zur Bekämpfung des Hungers in der Welt zu nutzen, also auch die Grüne Gentechnik". Seit der Tagung seien drei jahre vergangen und inzwischen 6,5 Millionen Kinder verhungert. Dazu dürfe Zollitsch nicht schweigen.

In einer Erwiderung der Deutschen Bischofskonferenz vom 15. Juni weist Zollitsch alle Vorwürfe von sich: es seien diverse Briefe beantwortet worden und ein Austausch auf Fachreferenten-Ebene habe stattgefunden. Die deutschen katholischen Bischöfe begleiteten "seit Jahren die öffentliche Diskussion um den Einsatz transgener Pflanzen in der Landwirtschaft kritisch und differenziert", so Zollitsch weiter. Die "uneingeschränkt positiven Positionen" der erwähnten Konferenz mache sich auch der Papst erklärtermaßen nicht zu eigen.

Die Bischöfe wollten auch weiterhin das Thema "aufmerksam und differenziert begleiten", würden aber auch verfolgen, "ob es tatsächlich um ein humanitäres Anliegen oder eher um die Steigerung von Profit geht". Den Zusammenhang von Zollitsch angeblichen Schweigen mit dem Tod von 6,5 Millionen Kindern weist dieser von sich: "Es ist infam, wenn Herr Rehberger behauptet, dass Kinder vor Hunger sterben, weil die katholische Kirche sich differenziert kritisch zur Grünen Gentechnologie verhalte".

"Keine Gentechnik auf Kirchenland"

Die Kampagne "Keine Gentechnik auf Kirchenland" der kirchlichen Umweltbeauftragten führte zu zahlreichen Beschlüssen zum Umgang mit der Gentechnik auf kirchlichem Pachtland. Die jeweils aktuelle Beschlusslage aus EKD und Landeskirchen wird im folgenden dargestellt. 

Arbeitshilfe Grüne Gentechnik

Nach wie vor werden in Deutschland und Europa kaum gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut. Global gesehen nimmt der Anbau jedoch weiter zu. Meldungen über Probleme für Landwirte, die Umwelt und die Gesundheit weisen auf Nachteile des großflächigen Anbaus dieser Pflanzen hin. "In Gentechnisch veränderte Pflanzen - Eine Betrachtung aus kirchlicher Sicht" wird der Sachstand zu gentechnisch veränderten Pflanzen und die Position der Evangelischen Kirche von Westfalen dargestellt.  

Vielfalt säen - Freies Saatgut erhalten

80 Prozent der Lebensmittel auf der Welt werden von Kleinbauernfamilien angebaut, die nur eine kleine Ackerfläche und geringe technische Ausstattung zur Verfügung haben. Die Arbeit dieser Bauernfamilien ist von unschätzbarem Wert für den Großteil der Welternährung und den Erhalt der biologischen Vielfalt. Die vielen Kleinbauern und Kleinbäuerinnen benötigen dafür freien Zugang zu Saatgut. Wer kein Saatgut hat oder wem das freie Saatgut genommen wird, der kann sich nicht selbst ernähren und gerät in Abhängigkeit von Saatgutkonzernen ‒ mit verheerenden Folgen. Doch die internationale Agrarindustrie versucht seit längerem und zunehmend erfolgreich, den Saatgutmarkt zu kommerzialisieren.
 

Zellux.net

Stammzellen im Schlaglicht von Forschung, Medizin, Kirche, Ethik und Recht  

Next Generation

Das Institut für Kirche und Gesellschaft bietet unter dem Titel "Next GENeration?!" zwei Veranstaltungen zum Themenkomplex Gentechnik, Klonieren und genetische Auslese an. Das innovative Programm ist sowohl auf den Lehrstoff zum Themenkomplex Genetik und Ethik, als auch auf die besonderen Lernbedürfnisse junger Erwachsener abgestimmt. Die Veranstalterinnen und Veranstalter legen dabei besonderen Wert auf die Verknüpfung von Fachwissen und Erfahrungswissen sowie darauf, Freiräume zu schaffen, um die Entwicklung eines persönlichen Standpunktes zu fördern. Die Angebote "Diskurs" und "Kreativ" werden in Flyern näher vorgestellt.


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Publikationsdatum dieser Seite: Mittwoch, 11. Juli 2018 22:22