Bioethik, Biotechnologie und Gentechnik

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Verzicht auf Amflora

Wir begrüßen die ablehnende Haltung der Stärkeindustrie in Bezug auf den Einsatz von Amflora. Aufgrund der existierenden gentechnikfreien Alternativprodukte kann die Stärkeindustrie ihr Herstellungsverfahren optimieren, ohne den Anbau gentechnisch veränderter Kartoffeln zu unterstützen, die einen bedenklichen Antibiotikaresistenzmarker enthalten. Aus kirchlicher Sicht sollte hier nach dem Vorsorgeprinzip gehandelt werden: Auch wenn das Risiko einer Beeinträchtigung der Wirksamkeit von medizinisch relevanten Antibiotika als gering eingeschätzt wird, so sollte dennoch auf Anbau und Einsatz der gv Kartoffeln mit diesem Resistenzmarker verzichtet werden.

Wenn der Anbau der Amflora-Kartoffel nicht stattfindet, entfallen sowohl der zusätzliche Aufwand für die Sicherstellung der getrennten Produktionswege als auch die zusätzlichen Qualitätskontrollen für weiterverarbeitende Betriebe. Hierdurch tritt eine Entlastung der konventionell arbeitenden und ökologisch wirtschaftenden Betriebe ein. Die Diskussion um die Kosten der Koexistenz zwischen gentechnisch veränderten und konventionellen Pflanzen und daraus hergestellten Produkten muss in diesem Fall nicht geführt werden.

 

  • Verzicht auf Amflora | von Arbeitsgemeinschaft der Umweltbeafutragten in der EKD (AGU) und Institut für Kirche und Gesellschaft (IKG) der evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW)

    Upload am: 27.07.2010

"Keine Gentechnik auf Kirchenland"

Die Kampagne "Keine Gentechnik auf Kirchenland" der kirchlichen Umweltbeauftragten führte zu zahlreichen Beschlüssen zum Umgang mit der Gentechnik auf kirchlichem Pachtland. Die jeweils aktuelle Beschlusslage aus EKD und Landeskirchen wird im folgenden dargestellt. 

Arbeitshilfe Grüne Gentechnik

Nach wie vor werden in Deutschland und Europa kaum gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut. Global gesehen nimmt der Anbau jedoch weiter zu. Meldungen über Probleme für Landwirte, die Umwelt und die Gesundheit weisen auf Nachteile des großflächigen Anbaus dieser Pflanzen hin. "In Gentechnisch veränderte Pflanzen - Eine Betrachtung aus kirchlicher Sicht" wird der Sachstand zu gentechnisch veränderten Pflanzen und die Position der Evangelischen Kirche von Westfalen dargestellt.  

Vielfalt säen - Freies Saatgut erhalten

80 Prozent der Lebensmittel auf der Welt werden von Kleinbauernfamilien angebaut, die nur eine kleine Ackerfläche und geringe technische Ausstattung zur Verfügung haben. Die Arbeit dieser Bauernfamilien ist von unschätzbarem Wert für den Großteil der Welternährung und den Erhalt der biologischen Vielfalt. Die vielen Kleinbauern und Kleinbäuerinnen benötigen dafür freien Zugang zu Saatgut. Wer kein Saatgut hat oder wem das freie Saatgut genommen wird, der kann sich nicht selbst ernähren und gerät in Abhängigkeit von Saatgutkonzernen ‒ mit verheerenden Folgen. Doch die internationale Agrarindustrie versucht seit längerem und zunehmend erfolgreich, den Saatgutmarkt zu kommerzialisieren.
 

Zellux.net

Stammzellen im Schlaglicht von Forschung, Medizin, Kirche, Ethik und Recht  

Next Generation

Das Institut für Kirche und Gesellschaft bietet unter dem Titel "Next GENeration?!" zwei Veranstaltungen zum Themenkomplex Gentechnik, Klonieren und genetische Auslese an. Das innovative Programm ist sowohl auf den Lehrstoff zum Themenkomplex Genetik und Ethik, als auch auf die besonderen Lernbedürfnisse junger Erwachsener abgestimmt. Die Veranstalterinnen und Veranstalter legen dabei besonderen Wert auf die Verknüpfung von Fachwissen und Erfahrungswissen sowie darauf, Freiräume zu schaffen, um die Entwicklung eines persönlichen Standpunktes zu fördern. Die Angebote "Diskurs" und "Kreativ" werden in Flyern näher vorgestellt.


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Publikationsdatum dieser Seite: Mittwoch, 11. Juli 2018 22:22