Bioethik, Biotechnologie und Gentechnik

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Kirchliche Umweltbeauftragte zur Grünen Gentechnik

Schutz des gentechnikfreien Anbaus sichert sozialen Frieden auf dem Land

Die Umweltbeauftragten der evangelischen Landeskirchen und der katholischen Diözesen in Deutschland fordern die politisch Verantwortlichen dazu auf, bei den Beratungen über das Zweite Gesetz zur Neuordnung des Gentechnikrechts grundlegende Aspekte des Verbraucherschutzes zu erhalten. Da eine breite Mehrheit der Bevölkerung und der Landwirte den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen ablehnt, ist es notwendig, die Koexistenz der verschiedenen Anbauformen in Deutschland zu gewährleisten. Daher dürfen die Regelungen zum Standortregister nicht abgeschwächt werden: Hierzu gehören eine angemessene Frist für die Mitteilung des geplanten Anbaus sowie eine weitreichende Transparenz über die Standorte der Anbauflächen. Die kirchlichen Umweltbeauftragten mahnen weiterhin eine zeitnahe Regelung der guten fachlichen Praxis im Umgang mit gentechnisch veränderten Pflanzen an. Auch sollte die im Ersten Gesetz festgeschriebene gesamtschuldnerische Haftung zur Absicherung betroffener Landwirte bestehen bleiben.

Die kirchlichen Umweltbeauftragten setzten sich anlässlich ihrer Frühjahrssitzung vom 02. - 04. Mai 2005 in St. Ulrich bei Freiburg mit dem Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen auseinander. Aufgrund der vielfältigen Probleme im Blick auf Haftung und Koexistenz raten die Umweltbeauftragten vom Anbau ab. Auf ihre Initiative lassen bereits zahlreiche evangelische Landeskirchen und katholische Diözesen für ihre Pachtflächen das Ausbringen von gentechnisch verändertem Saatgut nicht zu. Die Umweltbeauftragten befürworten regionale Initiativen, in denen Bauern ihre Ländereien zu gentechnikfreien Zonen zusammenschließen, um sich auf diese Weise vor unerwünschten Verunreinigungen der Produkte zu schützen. Auf diese Weise sollen unnötige Konflikte unter Landwirten und zwischen Landwirten und Verbrauchern vermieden werden.

"Keine Gentechnik auf Kirchenland"

Die Kampagne "Keine Gentechnik auf Kirchenland" der kirchlichen Umweltbeauftragten führte zu zahlreichen Beschlüssen zum Umgang mit der Gentechnik auf kirchlichem Pachtland. Die jeweils aktuelle Beschlusslage aus EKD und Landeskirchen wird im folgenden dargestellt. 

Arbeitshilfe Grüne Gentechnik

Nach wie vor werden in Deutschland und Europa kaum gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut. Global gesehen nimmt der Anbau jedoch weiter zu. Meldungen über Probleme für Landwirte, die Umwelt und die Gesundheit weisen auf Nachteile des großflächigen Anbaus dieser Pflanzen hin. "In Gentechnisch veränderte Pflanzen - Eine Betrachtung aus kirchlicher Sicht" wird der Sachstand zu gentechnisch veränderten Pflanzen und die Position der Evangelischen Kirche von Westfalen dargestellt.  

Vielfalt säen - Freies Saatgut erhalten

80 Prozent der Lebensmittel auf der Welt werden von Kleinbauernfamilien angebaut, die nur eine kleine Ackerfläche und geringe technische Ausstattung zur Verfügung haben. Die Arbeit dieser Bauernfamilien ist von unschätzbarem Wert für den Großteil der Welternährung und den Erhalt der biologischen Vielfalt. Die vielen Kleinbauern und Kleinbäuerinnen benötigen dafür freien Zugang zu Saatgut. Wer kein Saatgut hat oder wem das freie Saatgut genommen wird, der kann sich nicht selbst ernähren und gerät in Abhängigkeit von Saatgutkonzernen ‒ mit verheerenden Folgen. Doch die internationale Agrarindustrie versucht seit längerem und zunehmend erfolgreich, den Saatgutmarkt zu kommerzialisieren.
 

Zellux.net

Stammzellen im Schlaglicht von Forschung, Medizin, Kirche, Ethik und Recht  

Next Generation

Das Institut für Kirche und Gesellschaft bietet unter dem Titel "Next GENeration?!" zwei Veranstaltungen zum Themenkomplex Gentechnik, Klonieren und genetische Auslese an. Das innovative Programm ist sowohl auf den Lehrstoff zum Themenkomplex Genetik und Ethik, als auch auf die besonderen Lernbedürfnisse junger Erwachsener abgestimmt. Die Veranstalterinnen und Veranstalter legen dabei besonderen Wert auf die Verknüpfung von Fachwissen und Erfahrungswissen sowie darauf, Freiräume zu schaffen, um die Entwicklung eines persönlichen Standpunktes zu fördern. Die Angebote "Diskurs" und "Kreativ" werden in Flyern näher vorgestellt.


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Publikationsdatum dieser Seite: Donnerstag, 29. November 2018 23:53