Bioethik, Biotechnologie und Gentechnik

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Keine Patente auf konventionell gezüchtete Pflanzen und Tiere!

Brot für die Welt, kirchliche Umweltbeauftragte und evangelischer Dienst auf dem Land unterstützen Aufruf gegen Auswüchse bei der Erteilung von Biopatenten

Im März 2015 hat die große Beschwerdekammer des Europäischen Patentamts (EPA) in zwei Präzedenzfällen, nämlich einem Tomaten- und einem Brokkolipatent, geurteilt, dass diese auf herkömmliche Art und Weise gezüchteten Pflanzen patentiert werden dürfen. Diese Entscheidung wird dazu führen, dass noch weitere konventionell gezüchtete Pflanzen und Tiere patentiert werden. Aus unserer Sicht widerspricht dies nicht nur den gesetzlichen Regelungen von Biopatenten in der EU und in Deutschland. Biopatente führen darüber hinaus zu Marktkonzentrationen für Saatgut und zu Risiken für die biologische Vielfalt und die Sicherung der Welternährung.

Daher bitten wir Sie, den Aufruf der Zivilgesellschaft an die Regierungen der Mitgliedstaaten des Europäischen Patentamtes und der Europäischen Union „Keine  Patente auf Pflanzen und Tiere!“ zu unterstützen.

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Keine Patente auf konventionell gezüchtete Pflanzen und Tiere!

Brot für die Welt, kirchliche Umweltbeauftragte und evangelischer Dienst auf dem Land unterstützen Aufruf gegen Auswüchse bei der Erteilung von Biopatenten

Im März 2015 hat die große Beschwerdekammer des Europäischen Patentamts (EPA) in zwei Präzedenzfällen, nämlich einem Tomaten- und einem Brokkolipatent, geurteilt, dass diese auf herkömmliche Art und Weise gezüchteten Pflanzen patentiert werden dürfen. Diese Entscheidung wird dazu führen, dass noch weitere konventionell gezüchtete Pflanzen und Tiere patentiert werden. Aus unserer Sicht widerspricht dies nicht nur den gesetzlichen Regelungen von Biopatenten in der EU und in Deutschland. Biopatente führen darüber hinaus zu Marktkonzentrationen für Saatgut und zu Risiken für die biologische Vielfalt und die Sicherung der Welternährung.
Daher bitten wir Sie, den Aufruf der Zivilgesellschaft an die Regierungen der Mitgliedstaaten des Europäischen Patentamtes und der Europäischen Union „Keine Patente auf Pflanzen und Tiere!“ zu unterstützen. Wir fordern – ebenso wie es bereits in der EKD-Studie „Die Erde ist des Herrn und was darinnen ist. Biopa-tente und Ernährungssicherung aus christlicher Perspektive“ (EKD-Texte 115) ausführlich dargelegt wurde – dass die Institutionen des EPA einer demokratischen Kontrolle unterworfen werden. Die im Aufsichtsrat des EPA vertretenen europäischen Staaten werden aufgefordert, über dieses Gremium durchzusetzen, dass keine Patente auf herkömmlich gezüchtete Pflanzen und Tiere mehr erteilt werden dürfen.
Die EKD bezieht in der o.g. Studie klar Stellung: „Die Evangelische Kirche in Deutschland und ihre ökumenischen Partner im Süden treten dafür ein, dass die genetischen Ressourcen von Pflanzen und Tieren auch zukünftig als Gemeingut für die Zucht und damit für die Sicherung der Ernährung und für die Erhaltung der Agrobiodiversität in Gottes guter Schöpfung zur Verfügung stehen.“
In den abschließenden Empfehlungen kommt die EKD-Studie zu dem Schluss, dass „aus Sicht der sozio-ökonomischen Folgenabschätzungen nur wenig für Bio-patente für Pflanzen und Tiere spricht. Auch aus schöpfungstheologischer Sicht ergeben sich grundlegende kritische Anfragen an die Erteilung von Bio-patenten.“
Als Handlungsbedarf benennt die Studie unter anderen: „Hierzu gehören strengere Maßstäbe an die Erteilung von Biopatenten und eine Begrenzung der Schutzrechtansprüche. Von grundlegender Bedeutung ist die Definition des Begriffs eines ‘im wesentlichen biologischen Verfahrens‘ als ein Zuchtverfahren, das technische Schritte enthalten kann, die nicht zu dem klassischen Zuchtverfahren gehören. Tiere und Pflanzen aus derartigen Zuchtverfahren dürfen keinesfalls eine patentierbare Erfindung darstellen.“ Damit stellt die EKD-Studie klar, dass konventionell gezüchtete Pflanzen und Tiere keine patentierbaren Erfindungen sind.
Tragen Sie mit Ihrer Unterschrift dazu bei, Biopatente auf herkömmlich gezüchtete Pflanzen und Tiere durch das EPA zu verhindern und die biologische Viel-falt als Gemeingut der Menschheit zu erhalten.

Aufruf der Zivilgesellschaft im Wortlaut:
https://no-patents-on-seeds.org/de/aktion/keine-patente-pflanzen-tiere#langertext

Unterschriftenlisten herunterladen:
http://no-patents-on-seeds.org/sites/default/files/aktion/keine_patente_auf_saatgut_aufruf_2015.pdf

Online unterzeichnen:
https://www.no-patents-on-seeds.org/de/aktion/unterzeichnen-privat

AnsprechpartnerInnen:
Dr. Gudrun Kordecki, Institut für Kirche und Gesellschaft der EKvW, Mitglied im Vor-stand der Arbeitsgemeinschaft der Umweltbeauftragten in der EKD (AGU)
gudrun.kordecki@kircheundgesellschaft.de

Stig Tanzmann, Referent Landwirtschaft, Brot für die Welt
Stig.tanzmann@brot-fuer-die-welt.de

Zur Vertiefung:
Die Erde ist des Herrn und was darinnen ist. Biopatente und Ernährungssicherung aus christlicher Perspektive, EKD-Texte 115
https://www.ekd.de/download/ekd_texte_115.pdf

Aufruf AGU - Brot für die Welt - edl: Download
 

"Keine Gentechnik auf Kirchenland"

Die Kampagne "Keine Gentechnik auf Kirchenland" der kirchlichen Umweltbeauftragten führte zu zahlreichen Beschlüssen zum Umgang mit der Gentechnik auf kirchlichem Pachtland. Die jeweils aktuelle Beschlusslage aus EKD und Landeskirchen wird im folgenden dargestellt. 

Arbeitshilfe Grüne Gentechnik

Nach wie vor werden in Deutschland und Europa kaum gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut. Global gesehen nimmt der Anbau jedoch weiter zu. Meldungen über Probleme für Landwirte, die Umwelt und die Gesundheit weisen auf Nachteile des großflächigen Anbaus dieser Pflanzen hin. "In Gentechnisch veränderte Pflanzen - Eine Betrachtung aus kirchlicher Sicht" wird der Sachstand zu gentechnisch veränderten Pflanzen und die Position der Evangelischen Kirche von Westfalen dargestellt.  

Vielfalt säen - Freies Saatgut erhalten

80 Prozent der Lebensmittel auf der Welt werden von Kleinbauernfamilien angebaut, die nur eine kleine Ackerfläche und geringe technische Ausstattung zur Verfügung haben. Die Arbeit dieser Bauernfamilien ist von unschätzbarem Wert für den Großteil der Welternährung und den Erhalt der biologischen Vielfalt. Die vielen Kleinbauern und Kleinbäuerinnen benötigen dafür freien Zugang zu Saatgut. Wer kein Saatgut hat oder wem das freie Saatgut genommen wird, der kann sich nicht selbst ernähren und gerät in Abhängigkeit von Saatgutkonzernen ‒ mit verheerenden Folgen. Doch die internationale Agrarindustrie versucht seit längerem und zunehmend erfolgreich, den Saatgutmarkt zu kommerzialisieren.
 

Zellux.net

Stammzellen im Schlaglicht von Forschung, Medizin, Kirche, Ethik und Recht  

Next Generation

Das Institut für Kirche und Gesellschaft bietet unter dem Titel "Next GENeration?!" zwei Veranstaltungen zum Themenkomplex Gentechnik, Klonieren und genetische Auslese an. Das innovative Programm ist sowohl auf den Lehrstoff zum Themenkomplex Genetik und Ethik, als auch auf die besonderen Lernbedürfnisse junger Erwachsener abgestimmt. Die Veranstalterinnen und Veranstalter legen dabei besonderen Wert auf die Verknüpfung von Fachwissen und Erfahrungswissen sowie darauf, Freiräume zu schaffen, um die Entwicklung eines persönlichen Standpunktes zu fördern. Die Angebote "Diskurs" und "Kreativ" werden in Flyern näher vorgestellt.


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Publikationsdatum dieser Seite: Sonntag, 3. Juni 2018 10:53