Bioethik, Biotechnologie und Gentechnik

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Verzicht auf den Anbau von gentechnisch veränderten Kartoffeln

fordert die Kirchenleitung der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs

Für einen Verzicht auf den Anbau von gentechnisch veränderten Kartoffeln hat sich die Kirchenleitung der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs bei ihrer jüngsten Sitzung (13. November 2010) in Schwerin ausgesprochen. Sie schloss sich damit Voten des Kirchenkreisrates Güstrow und der Müritzpropstei aus dem Herbst 2010 an.

"Die Mitglieder der Kirchenleitung halten die Folgen beim Anbau der gentechnisch veränderten Kartoffel Amflora gegenwärtig für nicht ausreichend abschätzbar", informierte Kirchenrat Markus Wiechert. Als Regierungsbeauftragter habe er in dieser Thematik auch das Gespräch mit Fachleuten gesucht. Für den Anbau der gentechnisch veränderten Kartoffel Amflora "besteht keine Notwendigkeit, da die Stärkeindustrie die gewünschte Optimierung im Herstellungsverfahren auch durch gentechnikfreie Alternativprodukte erzielen kann". Hintergrund: Es gibt bereits zwei herkömmlich gezüchtete Stärkekartoffeln, die fast ausschließlich den gewünschten Stoff Amylopektin enthalten, der bei der Stärkeproduktion so wichtig ist.

Als weiteres Argument führt die Kirchenleitung die Risiken im speziellen Fall ins Feld. So könnten negativen Auswirkungen auf Umwelt und Gesundheit nicht ausgeschlossen werden, da die Verwendung von Produktionsresten der gentechnisch veränderten Kartoffeln in der Futtermittelherstellung gestattet sei. "Die Nähe zum Nahrungskreislauf ist so gegeben, wie auch durch die Aufnahme von Wildtieren und durch Durchwuchs", zitiert Markus Wiechert aus dem Beschluss und ergänzt: "Die Amflora-Kartoffel enthält zudem einen bedenklichen Antibiotikaresistenz-Marker. Daraus ergibt sich das Risiko einer Beeinträchtigung der Wirksamkeit von medizinisch relevanten Antibiotika." Dies werde wissenschaftlich zwar als gering eingeschätzt, könne aber nicht vollends ausgeschlossen werden.

Für die Mecklenburgische Kirchenleitung ist klar: Durch Verzicht auf den Anbau der Amflora-Kartoffel entfallen sowohl "der zusätzliche Aufwand für die Sicherstellung der getrennten Produktionswege als auch die zusätzlichen Qualitätskontrollen für weiterverarbeitende Betriebe". Dies entlaste konventionell und ökologisch wirtschaftende Landwirtschaftsbetriebe gleichermaßen.

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Publikationsdatum dieser Seite: Sonntag, 3. Juni 2018 10:53