Landwirtschaft und Ernährung

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Landwirtschaft im Spannungsfeld, zwischen Wachsen und Weichen

Eine Denkschrift der Kammer der Evangelischen Kirche in Deutschland für soziale Ordnung, Denkschrift der EKD 123, 1984

Vorwort

Auf die Landwirtschaft kommen heute neue Herausforderungen wirtschaftliche durch bedrängende gesellschaftliche, politische und Fragen zu. Die großen Problembereiche unserer Zeit finden nicht zuletzt auch in den Zukunftssorgen der Landwirte ihren Niederschlag: Die Beschäftigungskrise, die Gefährdung der natürlichen Umwelt und der Nord-Süd-Konflikt. So fragt eine wachsende Zahl von Menschen quer durch alle Berufe besorgt: Werden die neuen Technologien zu weiteren Rationalisierungen und zugleich auch zur Verschlechterung der Chancen am Arbeitsmarkt führen? Können sich die Industriegesellschaften weiter entwickeln wie bisher, ohne daß Wälder und Seen, Tiere und Pflanzen, letztlich auch der Mensch bedroht werden? Wie kann vermieden werden, daß der Abstand zwischen den reichen und den armen Nationen dieser Erde trotz mancher Teilerfolge in einigen Entwicklungsländern dennoch immer größer wird? Die Fragen der in der Landwirtschaft tätigen Menschen lautet ähnlich: Wie sieht die Zukunft unserer Landwirtschaft aus im Spannungsfeld zwischen Wachsen und Weichen, Ökonomie und Ökologie, Hunger in der Dritten Welt und Überfluß bei uns?

Vornehmlich auf diese drei Themenbereiche konzentriert sich diese Denkschrift. Sie wendet sich nicht nur an die Landwirte, ihre Verbände und an die Agrarpolitiker, sondern auch an die Verbraucher und engagierte Umweltschützer. Sie alle verbindet das gemeinsame Interesse, unsere Landwirtschaft zu erhalten, Natur und Landschaft zu schützen und den Menschen in der Dritten Welt zu helfen. Mit welchen Schritten aber diese Ziele erreicht werden können, darüber gibt es unterschiedliche Ansichten und Vorschläge, Wert- und Interessenkonflikte sowie eine heftige und kontroverse Diskussion mit mancher Unsachlichkeit und festgefahrenen Fronten. Diese Denkschrift will einen Beitrag zur Versachlichung und Vertiefung der Diskussion leisten und Orientierungshilfen geben. Sie ist entstanden aus der Erfahrung, daß die Kirche nicht nur in gesellschaftliche Konflikte, Spannungen und Sorgen mit eingebunden ist, sondern daß der christliche Glaube den Auftrag zum rechten Umgang mit der Schöpfung und zur solidarischen Hilfe für die notleidenden Mitmenschen dieser Erde einschließt.

Ich hoffe, daß diese Denkschrift einen fruchtbaren Beitrag dazu leistet, die Gewissen zu schärfen, gegenseitiges Verständnis in der Diskussion zu wecken und Entscheidungshilfen für die großen Herausforderungen zu geben.

D. Eduard Lohse
Landesbischof
Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland

in: Die Denkschriften der Evangelischen Kirche in Dutschland, Bd. 2/3 Soziale Ordnung, 2000

Essen wir die Welt? - Ernährung der Zukunft

Eine Ausstellung mit Begleitmaterial zum Deutschen Evangelischen Kirchentag 2017 in Berlin und Wittenberg

"Keine Gentechnik auf Kirchenland"

Die Kampagne "Keine Gentechnik auf Kirchenland" der kirchlichen Umweltbeauftragten führte zu zahlreichen Beschlüssen zum Umgang mit der Gentechnik auf kirchlichem Pachtland. Die jeweils aktuelle Beschlusslage aus EKD und Landeskirchen wird im folgenden dargestellt. 

Gscheit essen - mit Genuss und Verantwortung

Nicht nur Kampagne der Umweltbildung.Bayern, sondern auch Zwei-Jahres-Thema 2012/2013 der kirchlichen Umwelt- und Klimaarbeit in der Ev.-Luth. Kirche in Bayern.

niemand isst für sich allein

Eine Milliarde Menschen weltweit hungert, die Hälfte von ihnen sind Kleinbauern. Die Kampagne von Brot für die Welt zeigt auf, wie die Ernährungsunsicherheit im Süden entsteht und mit unseren eigenen Konsumgewohnheiten zusammenhängt. 

Vielfalt säen - Freies Saatgut erhalten

80 Prozent der Lebensmittel auf der Welt werden von Kleinbauernfamilien angebaut, die nur eine kleine Ackerfläche und geringe technische Ausstattung zur Verfügung haben. Die Arbeit dieser Bauernfamilien ist von unschätzbarem Wert für den Großteil der Welternährung und den Erhalt der biologischen Vielfalt. Die vielen Kleinbauern und Kleinbäuerinnen benötigen dafür freien Zugang zu Saatgut. Wer kein Saatgut hat oder wem das freie Saatgut genommen wird, der kann sich nicht selbst ernähren und gerät in Abhängigkeit von Saatgutkonzernen ‒ mit verheerenden Folgen. Doch die internationale Agrarindustrie versucht seit längerem und zunehmend erfolgreich, den Saatgutmarkt zu kommerzialisieren.
 

Lesetipp aus der Ökumene

Die Arbeitsgemeinschaft der Katohlischen Umweltbeauftragten weist auf zwei Publikationen aus der Ökumene hin. Sie bieten weitere Informationen und Anregungungen für die Diskussion: In der Sachverständigengruppe »Weltwirtschaft und Sozialethik« der Deutschen Bischofskonferenz erschien die Studie »Den Hunger bekämpfen. Unsere gemeinsame Verantwortung für das Menschenrecht auf Nahrung« -
Quelle: http://www.dbk-shop.de/de/DBK/Publikation-der-Wissenschaftlichen-Arbeitsgruppe/Den-Hunger-bekaempfen-1519.html

Der Zentralrat der deutschen Katholiken gibt eine Erklärung "Eckpunkte für eine nachhaltige Landwirtschaft" heraus
Quelle: http://www.zdk.de/veroeffentlichungen/erklaerungen/detail/Eckpunkte-fuer-eine-nachhaltige-europaeische-Landwirtschaft-201W/ 

München, im Juli 2012


Das Jahresthema 2012 von Bildung für Nachhaltige Entwicklung war Ernährung


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Publikationsdatum dieser Seite: Mittwoch, 11. Juli 2018 22:23