Landwirtschaft und Ernährung

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Beschluss der EKD-Synode zum Schutz der Biodiversität

Beschluss

der 11. Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland

auf ihrer 6. Tagung

zum

Schutz der Biodiversität

Die Synode begrüßt die gemeinsam von den Arbeitsgemeinschaften der Umweltbeauftragten der Gliedkirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland und der deutschen Bistümer erarbeiteten Handlungsempfehlungen zum Schutz der Biodiversität, wie sie in der Schrift „Bio¬diversität und Kirchen – eine Empfehlung der kirchlichen Umweltbeauftragten“ vom März 2013 zusammengestellt wurden. In dieser Schrift heißt es:

„Wir bitten kirchenleitende Gremien,

  • geeignete organisatorische Maßnahmen zu treffen, um die Einhaltung der gesetzlichen Grundlagen zum Biodiversitätsschutz durchgängig sicherzustellen;
  • im Bereich Land- und Forstwirtschaft sowie beim Umgang mit Gewässern und auf an Gewässer angrenzenden Grundstücken die Richtlinien zur eigenen Bewirtschaftung oder Verpachtung anhand der hier vorgestellten Kriterien zu überprüfen,
  • die Friedhofssatzungen gegebenenfalls an die vorgestellten Überlegungen anzupassen,
  • sich auf landespolitischer Ebene für den Erhalt der Biodiversität einzusetzen.

Wir bitten die haupt- und ehrenamtlich Aktiven in Kirchengemeinden und kirchlichen Einrichtungen,

  • eine Bestandsaufnahme der Gebäude und Außenanlagen im Blick auf mögliche Verbesserungen im Bereich Biodiversitätsschutz vorzunehmen und zumindest die leicht umzusetzenden Maßnahmen bald durchzuführen;
  • zu überlegen, wie das Thema Biodiversität in die Verkündigung und in die Bildungsarbeit der Gemeinde aufgenommen werden kann;
  • sofern nicht bereits geschehen, ein Umweltmanagement nach der Europäischen Umweltmanagement-Verordnung EMAS oder den Leitlinien des kirchlichen Umweltmanagements, des ‚Grünen Hahns‘ beziehungsweise des ‚Grünen Gockels‘ in absehbarer Zeit einzuführen, um die Umweltwirkungen der Gemeinde systematisch zu verbessern;
  • sich offen zu zeigen für gemeinsamen Umwelt- und Naturschutz außerhalb der kirchlichen Liegenschaften und Gebäude durch den Aufbau von Netzwerken mit den verschiedensten, auch außerkirchlichen Gruppen.“

Damit wird in praktischer Absicht an die vom Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland und der Bischofskonferenz verfasste Erklärung „Verantwortung wahrnehmen für die Schöpfung“ aus dem Jahre 1985 angeknüpft, in der es heißt: „… nicht allein menschliches, sondern auch tierisches und pflanzliches Leben verdienen Wertschätzung, Achtung und Schutz. Die Ehrfurcht vor dem Leben setzt voraus, dass Leben ein Wert ist und dass es darum eine sittliche Aufgabe ist, diesen Wert zu erhalten“. Dem Schutz der biologischen Vielfalt ist deshalb durch die Kirchen eine verstärkte Aufmerksamkeit zu schenken.

Die Synode empfiehlt dem Rat der EKD, die Landeskirchen, die Kirchengemeinden und die Einrichtungen und Werke zu bitten, sich intensiver mit den Fragen zum Erhalt der Artenvielfalt in Fauna und Flora zu befassen, denn Christinnen und Christen leben von der Zusage Gottes, das Leben nicht ein zweites Mal zu vernichten (1. Mose 9.11). Mit den Zeichen des Regenbogens schloss Gott den Bund mit allen lebenden Wesen und vertraute seine Schöpfung der Verantwortung den auf der Erde lebenden Menschen an. Diesem Auftrag entsprechend sind wir als Christenmenschen aufgefordert, die Erde und alles, was auf ihr lebt, wächst und gedeiht, zu bewahren.

Düsseldorf, den 12. November 2013

Die Präses der Synode
der Evangelischen Kirche in Deutschland

Dr. Irmgard Schwaetzer

 

Essen wir die Welt? - Ernährung der Zukunft

Eine Ausstellung mit Begleitmaterial zum Deutschen Evangelischen Kirchentag 2017 in Berlin und Wittenberg

"Keine Gentechnik auf Kirchenland"

Die Kampagne "Keine Gentechnik auf Kirchenland" der kirchlichen Umweltbeauftragten führte zu zahlreichen Beschlüssen zum Umgang mit der Gentechnik auf kirchlichem Pachtland. Die jeweils aktuelle Beschlusslage aus EKD und Landeskirchen wird im folgenden dargestellt. 

Gscheit essen - mit Genuss und Verantwortung

Nicht nur Kampagne der Umweltbildung.Bayern, sondern auch Zwei-Jahres-Thema 2012/2013 der kirchlichen Umwelt- und Klimaarbeit in der Ev.-Luth. Kirche in Bayern.

niemand isst für sich allein

Eine Milliarde Menschen weltweit hungert, die Hälfte von ihnen sind Kleinbauern. Die Kampagne von Brot für die Welt zeigt auf, wie die Ernährungsunsicherheit im Süden entsteht und mit unseren eigenen Konsumgewohnheiten zusammenhängt. 

Vielfalt säen - Freies Saatgut erhalten

80 Prozent der Lebensmittel auf der Welt werden von Kleinbauernfamilien angebaut, die nur eine kleine Ackerfläche und geringe technische Ausstattung zur Verfügung haben. Die Arbeit dieser Bauernfamilien ist von unschätzbarem Wert für den Großteil der Welternährung und den Erhalt der biologischen Vielfalt. Die vielen Kleinbauern und Kleinbäuerinnen benötigen dafür freien Zugang zu Saatgut. Wer kein Saatgut hat oder wem das freie Saatgut genommen wird, der kann sich nicht selbst ernähren und gerät in Abhängigkeit von Saatgutkonzernen ‒ mit verheerenden Folgen. Doch die internationale Agrarindustrie versucht seit längerem und zunehmend erfolgreich, den Saatgutmarkt zu kommerzialisieren.
 

Lesetipp aus der Ökumene

Die Arbeitsgemeinschaft der Katohlischen Umweltbeauftragten weist auf zwei Publikationen aus der Ökumene hin. Sie bieten weitere Informationen und Anregungungen für die Diskussion: In der Sachverständigengruppe »Weltwirtschaft und Sozialethik« der Deutschen Bischofskonferenz erschien die Studie »Den Hunger bekämpfen. Unsere gemeinsame Verantwortung für das Menschenrecht auf Nahrung« -
Quelle: http://www.dbk-shop.de/de/DBK/Publikation-der-Wissenschaftlichen-Arbeitsgruppe/Den-Hunger-bekaempfen-1519.html

Der Zentralrat der deutschen Katholiken gibt eine Erklärung "Eckpunkte für eine nachhaltige Landwirtschaft" heraus
Quelle: http://www.zdk.de/veroeffentlichungen/erklaerungen/detail/Eckpunkte-fuer-eine-nachhaltige-europaeische-Landwirtschaft-201W/ 

München, im Juli 2012


Das Jahresthema 2012 von Bildung für Nachhaltige Entwicklung war Ernährung


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Publikationsdatum dieser Seite: Mittwoch, 11. Juli 2018 22:23