Nachhaltige Entwicklung

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„Auf dem Wege der Gerechtigkeit ist Leben“

EKD legt Studie zu Global Governance vor

Die Globalisierung hat dazu geführt, dass heute viele globale Probleme nicht mehr angemessen auf der Ebene der Nationalstaaten gelöst werden können. Erforderlich ist daher eine „Global Governance“, die nach Möglichkeiten für globales politisches Handeln sucht. Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) legt jetzt eine Studie der Kammer der EKD für nachhaltige Entwicklung zu diesem Thema vor. Sie wird heute unter dem Titel „Auf dem Wege der Gerechtigkeit ist Leben. Nachhaltige Entwicklung braucht Global Governance“ als Nr. 117 in der Reihe EKD-Texte veröffentlicht.
Gegenwärtig sind an den Prozessen und Strukturen für globales politisches Handeln (Global Governance) verschiedene Akteure beteiligt: vor allem Regierungen und staatliche internationale Organisationen, aber auch Wirtschaftsverbände, zivilgesellschaftliche Organisationen und Zusammenschlüsse sowie soziale Bewegungen. Dazu gehören auch die christlichen Kirchen mit ihren weltweiten Netzwerken. Der Konziliare Prozess für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung und Impulse aus der ökumenischen Bewegung für eine „Wirtschaft im Dienst des Lebens“ liefern wichtige ethische Leitbilder für die Entwicklung von Kriterien für eine Global Governance.

Global Governance ist daran zu messen, inwiefern sie die Rahmenbedingungen und Instrumente dafür schafft, dass die Erwartungen aller Menschen heute und die der künftigen Generationen an ein von Gerechtigkeit geprägtes und menschenwürdiges Leben erfüllt werden. Dabei wird es wichtig sein, dass die Evangelische Kirche ihre Wertvorstellungen und die davon abgeleiteten politischen Kriterien nicht nur in der Ökumene, sondern auch in globalen Dialogen mit anderen Religionen zu den normativen Grundlagen von Global Governance einbringt und zur Diskussion stellt.

Neben solchen theologischen Überlegungen werden in der Studie vor allem drei „Wellen des globalen Wandels“ dargestellt, mit denen sich Global Governance befassen muss: entgrenzte Ökonomie, der Aufstieg einiger großer Schwellen- und Entwicklungsländer sowie globale Umweltveränderungen.

Auf der Basis dieser Analyse und der theologischen und ethischen Grundlagen werden dann einzelne internationale Politikprozesse beleuchtet, die besonders großes Potenzial bergen, nachhaltiger Entwicklung umfassend näher zu kommen. Dabei ist es der Kammer sehr wichtig, dass es für die in diesem Jahr anstehende Ausarbeitung von nachhaltigen Entwicklungszielen (Sustainable Development Goals, SDGs) und deren Umsetzung von 2015 bis 2030 Governance-Strukturen gibt, die zu mehr Kohärenz und Wirksamkeit beitragen. Die Kammer plädiert für die SDGs, die gegenüber den Millenniumsentwicklungszielen (MDGs) nicht hauptsächlich Ziele für die Entwicklungsländer vorgeben, sondern universellen Charakter haben und die sowohl den Kampf gegen extreme Armut und Hunger intensivieren, als auch verstärkt zum Schutz der natürlichen Ressourcen und dem Erhalt der biologischen Vielfalt beitragen.

Vor diesem Hintergrund und weiterer Gesichtspunkte empfiehlt die Studie in ihrem Schlusskapitel, Reformvorschläge verschiedener Expertengruppen der Vereinten Nationen wieder aufzugreifen und langfristig die Einrichtung eines „Global Council für soziale, ökologische und wirtschaftliche Fragen“ anzusteuern. Dies könnte entweder durch eine Neugründung oder einen Reform-, Transformations- und Fusionsprozess von G20 und ECOSOC, dem Weltwirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen, geschehen. Dieser Global Council sollte sich auf Leitlinien für ein nachhaltiges Wirtschaften verständigen und Empfehlungen erarbeiten, an denen sich Organisationen der Vereinten Nationen, der Internationale Währungsfonds, die Weltbank und auch die Welthandelsorganisation orientieren. Der Rat sollte zugleich über die Einhaltung von menschenrechtlichen, sozialen und ökologischen Mindeststandards wachen bzw. andere dafür zuständige Gremien unterstützen und koordinieren.

Der EKD-Text 117 „Auf dem Wege der Gerechtigkeit ist Leben. Nachhaltige Entwicklung braucht Global Governance. Eine Studie der Kammer der EKD für nachhaltige Entwicklung“ ist zum Preis von 2,- € zu beziehen bei: Kirchenamt der EKD, Herrenhäuser Straße 12, 30419 Hannover, Fax: 0511/2796-457, E-Mail: versand@ekd.de.  

Mobilität

Für die Deutschen Aktionstage der Nachhaltigkeit im Juni 2014 stehen vielfältige Aktionsmöglichkeiten für die Arbeit in Kirchengemeinden und kirchlichen Einrichtungen und Gruppen zur Verfügung.


Das Portal Bildung für Nachhaltige Entwicklung der Weltdekade der UN 2005-2014 stellt vielfältige Materialien zur Verfügung

Anders Wachsen

Der Zwang zum wirtschaftlichen Wachstum hat verheerende Folgen für den Menschen und die Natur. Wenn Maßlosigkeit das Maß aller Dinge geworden ist, müssen Christen aus der Freiheit ihres Glaubens heraus die besseren Alternativen aufzeigen. Deshalb hat sich in der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens der Initiativkreis "anders wachsen" gegründet. Mit einer Unterschriftenkampagne bittet er den Rat und die Synode der EKD, sich des Themas *Wirtschaft braucht Alternativen zum Wachstum* anzunehmen, der falschen Vorstellung vom grenzenlosen Wirtschaftswachstum zu widersprechen, von den Verantwortlichen in Politik, Wirtschaft und Wissenschaft ein Ende des Zwangs zum Wirtschaftswachstum zu fordern und dazu eine breite Öffentlichkeitskampagne durchzuführen.

Weitere Informationen unter: http://www.anders-wachsen.de

Arbeitskreis Kirchliche Investments

Im Auftrag des Rates der EKD erarbeitet der Arbeitskreis Kirchliche Investments Standards zur ethisch nachhaltigen Geldanlage.

Zukunftsfähiges Wirtschaften

Kirchen haben viele Möglichkeiten, selbst umweltfreundlich und fair zu wirtschaften. Welche Angebote und guten Beispiele zukunftsfähigen Wirtschaftens gibt es bereits? Wie sehen die Schwerpunkte in den einzelnen Landeskirchen aus? Die Internetplattform zu-wi.de von Brot für die Welt will zur „Entwicklungspolitik mit dem Einkaufskorb“ ermutigen.


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Publikationsdatum dieser Seite: Sonntag, 3. Juni 2018 10:52