Tag der Schöpfung

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Einen Tag des Schöpfers und der Schöpfung feiern

Plädoyer für einen Tag der Schöpfung im Kirchenjahr

In seiner Arbeit an Schöpfungstexten hat der Heidelberger Alttestamentler Claus Westermann entdeckt, dass deren Verfasser vielfältig und vielstimmig Gott, den Schöpfer, loben und ihn bekennen wollten. Westermann war es ein Anliegen, diesem Lob des Schöpfers im Kirchenjahr Raum zu geben.

In der Tat fällt auf, dass das Bekenntnis zum Schöpfer von keinem Fest im Kirchenjahr zum direkten Gegenstand der Besinnung und des Feierns gemacht wird. Im ersten Glaubensartikel bekennen wir: „Ich glaube an Gott den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde“. Wo wird dieses Bekenntnis in den Kirchen regelmäßig gefeiert und vergegenwärtigt?

Der ökumenische Patriarch von Konstantinopel, Dimitrius I., hat den 1. September, den Beginn des orthodoxen Kirchenjahres zum Umweltschutztag erklärt. In seiner Botschaft zum 1. September 1989 heißt es: „Der ökumenische Thron der Orthodoxen Kirche... nimmt mit Bestürzung zur Kenntnis, wie rücksichtslos und unbarmherzig heute die natürliche Umwelt durch Menschenhände zerstört wird und welch höchst gefährliche Folgen dies für das Überleben der von Gott geschaffenen Welt hat. Angesichts einer solchen Situation darf die Kirche Christi nicht gleichgültig bleiben.
Mit dieser Botschaft fordern wir die ganze orthodoxe und christliche Welt auf, jedes Jahr am 1. September in Gemeinschaft mit der Heiligen Mutter Kirche, der großen Kirche Christi, zum Schöpfer der Welt zu beten: Mit Dankgebeten für die große Gabe der geschaffenen Welt und mit Bittgebeten für ihren Schutz und ihre Erlösung.“

Die 2. Europäische Ökumenische Versammlung hat 1997 in Graz aufgerufen, die „Bewahrung der Schöpfung als Teil des kirchlichen Lebens zu betrachten und zu fördern und dazu als Beispiel einen Tag der Schöpfung einzuführen, wie er vom ökumenischen Patriarchat gefeiert wird.“ Das Europäische Christliche Umweltnetzwerk (ECEN), auf der 2. ökumenischen Versammlung gegründet.  bietet seitdem Material für einen Tag der Schöpfung an.

Die Repräsentanten der Kirchen Europas haben im Jahr 2001 in Straßburg die  „Charta Oecumenica“  unterschrieben und darin in Leitlinie 9 empfohlen: „Im Glauben an die Liebe Gottes, des Schöpfers, erkennen wir dankbar das Geschenk der Schöpfung, den Wert und die Schönheit der Natur. Aber wir sehen mit Schrecken, daß die Güter der Erde ohne Rücksicht auf ihren Eigenwert und ohne Rücksicht auf das Wohl zukünftiger Generationen ausgebeutet werden. Wir wollen uns gemeinsam für nachhaltige Lebensbedingungen für die gesamte Schöpfung einsetzen. ....Wir empfehlen, einen ökumenischen Tag des Gebetes für die Bewahrung der  Schöpfung in den europäischen Kirchen einzuführen.“

Der Zentralausschuss des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) hat im September 2002 in Genf einen Bericht über den „Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung“ entgegengenommen. Im Anschluss daran hat er empfohlen: „ Der Zentralausschuss bittet die Kirchen eindringlich, den 1. September eines jeden Jahres als Tag des Gebetes für Schöpfung und Nachhaltigkeit zu begehen.“

Die 3. Europäische Ökumenische Versammlung 2007 hat empfohlen, „dass der Zeitraum zwischen dem 1. September und 4. Oktober dem Gebet für den Schutz der Schöpfung und der Förderung eines nachhaltigen Lebensstils gewidmet wird, um den Klimawandel aufzuhalten“. (Empfehlung X Botschaft der dritten europäischen  ökumensichen Versammlung, Sibiu, September 2007 )

Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) hat diese  Beschlüsse aufgegriffen und lädt ihre Mitgliedskirchen ein, diese Schöpfungs-Zeit zu feiern.Es ist jetzt an der Zeit, im Ablauf des Kirchenjahres für einen Tag der Schöpfung einen festen Platz zu schaffen.

 

Materialen

Für die Vorbereitung und Durchführung von Gottesdiensten und Aktionen zur Schöpfungszeit gibt es vielfältige Materialien. Eins Auswahl findet sich hier:


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Publikationsdatum dieser Seite: Donnerstag, 29. November 2018 23:54