Ehemaliger Bischof Janssen wird Seemannspastor in Rotterdam

Jan Janssen übernimmt im Herbst 2018 die Leitung der dortigen Station der Deutschen Seemannsmission

Jan Janssen

Oldenburg/Bremen (epd). Europas größter Hafen in Rotterdam bekommt einen neuen evangelischen Seemannspastor: Der ehemalige oldenburgische Bischof Jan Janssen übernimmt im Herbst 2018 die Leitung der dortigen Station der Deutschen Seemannsmission, wie die oldenburgische Kirche am 2. Dezember mitteilte. Er freue sich auf das persönliche Gespräch mit den Menschen „in diesem Brennpunkt der Globalisierung“, sagte Janssen zu seiner neuen Aufgabe. Er ist Nachfolger von Seemannspastor Walter Köhler, der dann in den Ruhestand geht.

In der vergangenen Woche war der 54-jährige Theologe nach neun Jahren im Amt als Bischof überraschend zurückgetreten. Er wolle einen Neuanfang als Pastor „in Verkündigung und Seelsorge an der Basis vor Ort“, hatte er erklärt.

Engagiert in Missionswerken

Janssen sei ein grundlegend ökumenisch ausgerichteter Theologe, sagte die Generalsekretärin der Deutschen Seemannsmission, Heike Proske, in einer ersten Reaktion. Der gebürtige Niedersachse  engagiert sich seit Jahren im Evangelischen Missionswerk in Deutschland. Er arbeitet überdies in der Norddeutschen Mission mit, die eng mit Partnerkirchen in Westafrika kooperiert, wo die Seemannsmission auch eine Station hat.

Bei seiner Wahl zum Oldenburger Bischof am 23. Mai 2008 war der der jüngste Bischof innerhalb der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Zuvor arbeitete er seit 2002 als Pastor beim Deutschen Evangelischen Kirchentag. Derzeit ist er noch bis Ende Januar mit der Vertretung im Bischofsamt beauftragt.

Mehr als 700 haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter in der Seemannsmission

Rotterdam zählt zu den weltweit zehn größten Seehäfen. Das Hafengebiet erstreckt sich über 42 Kilometer und hat eine Fläche von rund 120 Quadratkilometern. Jedes Jahr machen hier etwa 30.000 Seeschiffe und 110.000 Binnenschiffe fest.

Die niederländische Metropole ist Teil des weltweiten Netzwerkes der Deutschen Seemannsmission mit ihrer Geschäftsstelle in Bremen. Dazu zählen 16 Stationen im Inland und ebenso viele im Ausland. Die Arbeit zur sozialen und seelsorgerlichen Unterstützung von Seeleuten ist unabhängig von Herkunft und Religion und wird durch freiwillige Schiffsabgaben, Kirchensteuern sowie Spenden finanziert. Mehr als 700 Frauen und Männer arbeiten weltweit haupt- und ehrenamtlich für das Werk.