Hans Leyendecker hält unter Franziskus mehr Ökumene für möglich

Der Journalist äußert sich zur Ökumene in einem Gastbeitrag für das evangelische Magazin „chrismon spezial“

Hans Leyendecker
Hans Leyendecker ist Präsident des 37. Deutschen Evangelischen Kirchentags in Dortmund.

Frankfurt a.M. (epd). Hans Leyendecker setzt in der Ökumene zwischen Protestanten und Katholiken auf Papst Franziskus. „Wir sollten jetzt aufs Tempo drücken, weil mit ihm manches möglich scheint, was vielleicht nach ihm nicht so einfach zu erreichen sein wird“, schreibt der Journalist in einem Gastbeitrag für das evangelische Magazin „chrismon spezial“. Leyendecker ist Präsident des 37. Deutschen Evangelischen Kirchentages 2019 in Dortmund.

Schwierige Themen wie Differenzen beim Kirchenverständnis, beim Abendmahl und in Bezug auf kirchliche Ämter seien auch unter Franziskus nicht verschwunden. „Aber es gibt doch ein hohes Maß an Gemeinsamkeiten“, schreibt der 68 Jahre alte Leyendecker, der als junger Mann von der römisch-katholischen in die evangelische Kirche übergetreten ist. Papst Franziskus wisse, „dass auch seine Kirche mehr Freiheit braucht, weil sie sich sonst ins Abseits stellt“.

„Man darf nicht den kleinsten gemeinsamen Nenner suchen“

„Ökumene ist nichts Extravagantes, sondern muss Alltag werden“, forderte Leyendecker, der bis 2016 das Investigativressort bei der „Süddeutschen Zeitung“ leitete. Dabei müsse das Profil der jeweiligen Kirchen nach innen und außen wahrnehmbar bleiben. „Man darf nicht den kleinsten gemeinsamen Nenner suchen, denn der würde am Ende alle ärmer machen“, warnte der Kirchentagspräsident.

Das 36-seitige „chrismon spezial“ zum diesjährigen Reformationstag, an dem die evangelische Kirche den 500. Jahrestag des Thesenanschlags durch Martin Luther begeht, liegt in einer Auflage von 6,7 Millionen Exemplaren bundesweit mehr als 70 Tages- und Sonntagszeitungen bei. Monatlich werden 1,6 Millionen „chrismon“-Hefte als Beilage großer Tages- und Wochenzeitungen verteilt. Verlegt wird „chrismon“ vom Hansischen Druck- und Verlagshaus (HDV), einer 100-prozentigen Tochter des Gemeinschaftswerks der Evangelischen Publizistik (GEP). Die zentrale Medieneinrichtung der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) trägt unter anderem die Zentralredaktion des Evangelischen Pressedienstes (epd), die Rundfunkarbeit der EKD und das Onlineportal „evangelisch.de“.