Leipzig feiert 25 Jahre Förderung evangelischer Schulen

Festgottesdienst in der Leipziger Peterskirche

Der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm beim Festgottesdienst in Leipzig

Mehr als 300 evangelische Schulen sind nach der Wedervereinigung gegründet worden. Für den Vorsitzenden des Rates der EKD, Heinrich Bedford-Strohm, ist das „ein Grund großer Dankbarkeit“.

Leipzig (epd). Mit einem Festgottesdienst in der Leipziger Peterskirche haben am 14. März die zweitätigen Feierlichkeiten zu 25 Jahren Förderung evangelischer Schulen begonnen. „Die Evangelische Schulstiftung und die Barbara-Schadeberg-Stiftung stehen für den evangelischen Geist der Freiheit“, würdigte der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, die Jubilare. Dass nach der Wiedervereinigung in Ostdeutschland mehr als 300 evangelische Schulen gegründet worden seien, sei für ihn „ein Grund großer Dankbarkeit“, sagte der Theologe.

Sachsens evangelischer Landesbischof Carsten Rentzing hatte zuvor das Engagement zahlreicher Ehrenamtlicher hervorgehoben. Allein im Raum der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens gebe es daher heute 72 evangelische Schulen mit insgesamt 12.000 Schülern, erklärte Rentzing. Bundesweit sind es demnach etwa 1.100 Schulen mit gut 190.000 Schülern. „Nach der systematischen Benachteiligung von christlichen Schülerinnen und Schülern in der DDR war die Gründung freier Schulen für die Kirchen und für viele Akteure der friedlichen Revolution ein entscheidender Punkt im Aufbau demokratischer Verhältnisse“, betonte Rentzing.

„Die Evangelische Schulstiftung und die Barbara-Schadeberg-Stiftung stehen für den evangelischen Geist der Freiheit.“

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm (l.). ueberreicht die Martin-Luther-Medaille der EKD an Kardinal Karl Lehmann.
Heinrich Bedford-Strohm Vorsitzender des Rates der EKD

Politiker würdigen evangelische Schulen

Nach dem Gottesdienst hielt Bedford-Strohm die Laudatio auf die Sieger eines erstmals ausgelobten Wettbewerbs zur Gestaltung von Schulgottesdiensten. Der Gewinner, das Evangelische Gymnasium im brandenburgischen Doberlug-Kirchhain, erhielten 5.000 Euro Preisgeld. Die mit 3.000 und 2.000 Euro dotierten Plätze zwei und drei gingen nach Baden-Württemberg: Geehrt wurden das sonderpädagogische Bildungs- und Beratungszentrum Johannes-Wagner-Schule in Nürtingen und die Elisabeth-von-Thadden-Schule in Heidelberg-Waiblingen.

Am zweiten Tag der Leipziger Feierlichkeiten zum 25-jährigen Bestehen zweier evangelischer Schulstiftungen haben Vertreter aus Politik und Kirche den Wert christlicher Bildungseinrichtungen betont. Der ehemalige Schulleiter und heutige Leipziger Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) hob in seiner Festrede die Bedeutung evangelischer Schulen für die Gesellschaft hervor. Auch Sachsens Kultusminister Christian Piwarz (CDU), Thüringens Bildungsminister Helmut Holter (Linke) und der hannoversche Landesbischof Ralf Meister waren gekommen.

„Wir dürfen den Mut haben, von evangelischen Schulen als sinnstiftenden Schulen zu reden“

Christen seien weder bessere Pädagogen noch bessere Menschen, erklärte Jung, der 1991 Gründungsdirektor des Evangelischen Schulzentrums Leipzig war, laut Redetext. „Aber sie leben mit dem Anspruch, sich an ihren Überzeugungen messen zu lassen, für sie zu werben und anderen Menschen zu erlauben, diesen Maßstab an ihr Handeln anzulegen“, ergänzte er. Kirchlichen Schulen riet Jung zum selbstbewussten Auftritt. Der „Hunger nach Sinn“ sei selten so groß gewesen, betonte er: „Wir dürfen also auch den Mut haben, von evangelischen Schulen als sinnstiftenden Schulen zu reden.“

Auch Holter, der derzeit Vizepräsident der Kultusministerkonferenz ist, betonte die besondere Rolle evangelischer Schulen. Sie verständen ihren Bildungsauftrag wertebasiert und leisteten wichtige Arbeit für wechselseitiges Verständnis und den Zusammenhalt der Gesellschaft, erklärte er. Bischof Meister sagte, evangelische Schulen wollten „eine zukunftssichere Gesellschaft gestalten, in der das Bewusstsein für die Schöpfung, eine klare demokratische Haltung und das Achten auf gerechte Teilhabe“  entscheidend seien.

Die Evangelische Schulstiftung in der EKD stärkt bundesweit Schulen in evangelischer Trägerschaft und vernetzt Akteure aus der Bildungsarbeit. Entstanden ist sie ebenso wie die Barbara-Schadeberg-Stiftung 1994 aus dem Aufbau des Evangelischen Schulzentrums Leipzig. Dieses habe nach der Wende als Modell für zahlreiche Schulneugründungen in Ostdeutschland gedient, weshalb das Doppeljubiläum in Leipzig gefeiert werde, hieß es.