Ein Augenblick des dankbaren Innehaltens

Der EKD-Ratsvorsitzende zum Rücktritt des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz

Das Wirken von Karl Kardinal Lehmann als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz „war ein großes Geschenk nicht nur für die katholische Kirche in unserem Land, sondern für die Gemeinschaft der Christen und der Kirchen, ja für unser Land insgesamt.“ Dies schreibt der Vorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Wolfgang Huber, in einer ersten Reaktion auf die Ankündigung des Kardinals, von seinem Amt als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz zurückzutreten. Mit außerordentlichem Bedauern, doch zugleich mit tiefem Respekt und mit großem Verständnis nehme er die Gründe wahr, aus denen Karl Kardinal Lehmann sich zu diesem Schritt entschlossen habe. Wolfgang Huber sendet dem Mainzer Bischof seine herzlichen Genesungswünsche. Da der Rücktritt noch nicht vollzogen sei; und es gut sei zu wissen, dass Karl Lehmann seine Ämter als Bischof von Mainz und als Mitglied des Kardinalskollegiums wie der Bischofskonferenz weiter wahrnehmen werde, sei dies auch nicht der Zeitpunkt einer umfassenden Würdigung, sondern „eher ein Augenblick des dankbaren Innehaltens“, heißt es in dem Schreiben.

Dankbar blickt Wolfgang Huber dabei insbesondere auf das Wirken des Kardinals in der Gemeinschaft der Kirchen. Sein ökumenisches Wollen und seine ökumenische Weitsicht haben die Zusammengehörigkeit der Christen und das Miteinander der Kirchen gestärkt, schreibt Wolfgang Huber. Der Ratsvorsitzende der EKD erinnert daran, dass sie miteinander die gemeinsame Bindung an Jesus Christus als den Herrn der Kirche und an das Zeugnis der Heiligen Schrift als Grundlage auch für das Wirken der Kirche in der Öffentlichkeit bekräftigen konnten: in ökumenischen Gottesdiensten oder auch in dem gemeinsamen Buch zur Auslegung des Johannesevangeliums. Wolfgang Huber dankt Gott für die ungewöhnliche Ausstrahlung, die Karl Kardinal Lehmann seinem Amt gegeben habe. Dankbar habe der Ratsvorsitzende wahrgenommen, dass der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz beim Abschied aus seinem Amt sein fortdauerndes ökumenisches Engagement deutlich hervorgehoben habe. Der ökumenische Geist, den Karl Kardinal Lehmann repräsentiere, solle auch weiterhin bestimmend sein.

Hannover / Berlin, 15. Januar 2008

Pressestelle der EKD
Christof Vetter

Der Brief des EKD-Ratsvorsitzenden, Bischof Wolfgang Huber, an Karl Kardinal Lehmann im Wortlaut