Spielräume eröffnet, ökumenische Perspektiven geschaffen

Catholica-Beauftragter der VELKD zu den Ergebnissen der Bischofssynode in Rom

Der Catholica-Beauftragte der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Landesbischof Dr. Karl-Hinrich Manzke (Bückeburg), hat die Ergebnisse der XIV. Generalversammlung der Bischofssynode der römisch-katholischen Kirche, die am Sonntag zu Ende gegangen ist, in einer ausführlichen Stellungnahme gewürdigt.

Der Abschlusstext der Bischöfe vermeide Festlegungen und unmittelbare Empfehlungen, z.B. in Fragen des Umgangs mit Geschiedenen und deren Zulassung zum Abendmahl, und schaffe damit Handlungsspielräume für Papst Franziskus, konstatiert Bischof Manzke. Das Dokument zeige zudem „die Vielfalt innerhalb der katholischen Theologie und Kirche“ und belege „eine produktive Auseinandersetzung mit den theologischen und kulturellen Differenzen“, so Manzke.

So seien „auch Schärfen und Spitzen im Blick auf alternative Lebensformen gegenüber der traditionellen Ehe und Familie“ vermieden worden. Vielmehr plädiert der Bericht für einen „differenzierten pastoralen Umgang“: So betone der Text „den Wegcharakter der Seelsorge und schärft die Notwendigkeit für alle Seelsorger ein, genau hinzuhören in ihren jeweiligen kulturellen Kontexten“, merkt der Catholica-Beauftragte an.

Bischof Manzke hält das Dokument auch in ökumenischer Hinsicht für bemerkenswert: Denn es zeige die Bereitschaft, unterschiedliche Lebensentwürfe und -modelle in ihrer jeweiligen Dynamik stärker zu berücksichtigen, „ohne Veränderungen in der Lehre und Moraltheologie vorzunehmen.“ Damit seien Handlungsspielräume eröffnet und „das ökumenische Gespräch über ethische Fragestellungen auch in Deutschland“ positiv gestärkt worden.

Hinweis: Die komplette Stellungnahme des Catholica-Beauftragten kann unter der u. a. Internetadresse heruntergeladen werden.

Hannover, 28. Oktober 2015

Gundolf Holfert
stellv. Pressesprecher