EKD-Haushalt 2008 stärkt die Reformfähigkeit

EKD-Synode berät über den Haushaltsplan für 2008

Das Gesamtvolumen des Haushalts der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) für das Jahr 2008 wird sich auf rund 171 Millionen Euro belaufen. Das sind etwa 5 Millionen Euro weniger als im Jahr 2007; ein Resultat der strategisch angelegten Konsolidierung des EKD-Haushalts.

Daran ändert auch der gegenwärtige konjunkturbedingte Anstieg der Kirchensteuereinnahmen nichts. Das Kirchensteueraufkommen von 2006 liegt noch 13% unter dem des Jahres 1992. Seitdem sind die Preise und Gehälter um über 23% gestiegen. Durch die absehbaren Folgen der Unternehmenssteuerreform 2008 (zum Beispiel durch die Abgeltungssteuer) und die Entwicklung der Gemeindegliederzahlen verschaffen diese Mehreinnahmen nur eine Atempause. "So gibt es zu den vielfältigen kirchlichen Reformprozessen und finanziellen Konsolidierungsvorhaben keine Alternative", sagte das Mitglied des Rates der EKD, Klaus Winterhoff, am Dienstag, 6. November, anlässlich der Tagung der EKD-Synode in Dresden.

Zugleich können die Ergebnisse des Konsolidierungsprozesses im EKD-Haushalt dazu genutzt werden, um wichtige Reformvorhaben zu finanzieren. Dazu gehören die verstärkte Präsenz in der Lutherstadt Wittenberg, der Reformprozess „Kirche der Freiheit im 21. Jahrhundert“ und die Vorbereitung des Reformationsjubiläums im Jahr 2017. Mit dem Begriffspaar „Kontinuität und Aufbruch“ charakterisierte der Vorsitzende des Haushaltsausschusses der Synode, Rainer Meusel, deshalb den EKD-Haushalt.

„Die angestoßenen Reformen im Bereich der evangelischen Kirche benötigen Begleitung und sind nicht zum Nulltarif zu haben“, ergänzte Winterhoff. So schafft der EKD-Haushalt 2008 die Voraussetzungen für zeitlich begrenzte Investitionen und stärkt so die Reformfähigkeit der evangelischen Kirche in Deutschland.

Der Haushalt repräsentiert die Schwerpunkte der inhaltlichen Arbeit der EKD. Neben den klassischen kirchlichen Arbeitsfeldern gehört dazu als Markstein die entwicklungspolitische Arbeit mit 44,9 Millionen Euro. Dieser Betrag steht dem in Bonn angesiedelten Evangelischen Entwicklungsdienst (EED) für die vielfältigen Projekte zur Armutsbekämpfung in der Welt zur Verfügung. Dabei arbeitet der EED eng mit der evangelischen Aktion Brot für die Welt und kirchlichen Hilfswerken in Europa zusammen.

Mit gut 12,2 Millionen Euro wird die kirchliche Auslandsarbeit der EKD finanziert. Diese Mittel kommen vor allem den deutschen evangelischen Gemeinden im Ausland zu Gute, die den im Ausland ganz oder zeitweise lebenden Deutschen ein wichtiges Angebot sind. Weitere 3,8 Millionen Euro sind für der unverändert wichtigen Arbeit in der europäischen und internationalen Ökumene gewidmet.

Auf 13,2 Millionen Euro belaufen sich die Ausgaben für die Öffentlichkeitsarbeit und die publizistische Tätigkeit der EKD.

Dresden, 06. November 2007

Pressestelle der EKD
Silke Römhild

Rede zur Einbringung des EKD-Haushalts 2008