„Was ist der Mensch?“ EKD Synode trifft sich in Timmendorfer Strand vom 3. bis 8. November

Schwerpunktthema nimmt aktuelle Fragen auf

28. Oktober 2002

Ein „Kaleidoskop des Menschlichen“ soll während der kommenden Tagung der 9. Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) entfaltet werden. Vom 3. bis zum 8. November in Timmendorfer Strand treffen sich 120 Mitglieder der Synode unter dem Vorsitz von Präses Jürgen Schmude. Bei der jährlichen Tagung des höchsten gesetzgebenden Gremiums der EKD treffen sich aus den Landeskirchen entsandte Synodale und direkt berufene Vertreter gesellschaftlicher Gruppen, um aktuelle Fragen, Haushaltsplan und Gesetze für die EKD zu beraten und zu beschließen. Die Tagung der 9. Synode in Timmendorfer Strand ist die letzte Tagung in dieser Zusammensetzung.

Eine gefüllte Tagesordnung erwartet die Mitglieder der Synode, des Rats und der Kirchenkonferenz zu dem Sitzungsmarathon in Timmendorfer Strand. Eröffnet wird die Tagung mit einem Gottesdienst in St. Marien in Lübeck, bei dem die Hamburger Bischöfin Maria Jepsen predigen wird. Beginn des Gottesdienstes ist 9.30 Uhr. Der Gottesdienst wird im ZDF übertragen.

Am Sonntag, 3. November – nach dem Eröffnungsgottesdienst – steht der Ratsbericht auf der Tagesordnung, der den Synodalen die Möglichkeit bietet, alle aktuellen Themen anzusprechen. Der Ratsvorsitzende der EKD, Präses Manfred Kock, wird in seinem Ratsbericht aktuelle gesellschaftliche und kirchliche Entwicklungen aufnehmen und kommentieren. Manfred Kock wird auf die wichtigen Ereignisse seit dem letzten Ratsbericht kommentierend eingehen und Wegweisungen für die Zeit bis zur nächsten Synode im Mai 2003 eröffnen.

Am Montag, 4. November, gehört die Tagesordnung dem Schwerpunktthema „Was ist der Mensch?“ Mit zwei Vorträgen soll am Vormittag der Rahmen für die Diskussion abgesteckt werden: Renate Köcher, die Leiterin des Instituts für Demoskopie Allensbach, soll vor der Synode aufzeigen, wer dieser radikal säkular gewordene Mensch ist, was ihn beschäftigt, was ihn umtreibt, worüber er lacht und wann er weint, worauf er hofft und was ihm Angst macht. Dabei soll der Mensch nicht als defizitär beschrieben werden, sondern als der, „der liebt und lacht, sich anlehnt und vertraut“, wie es in dem Hit von Herbert Grönemeyer (Mensch) heißt. In einem zweiten Einführungsreferat wird Professor Wilfried Härle die theologische Sicht auf diesen Menschen eröffnen. Damit sollen die Synodalen wahrnehmen, wie der im ersten Referat beschriebene Mensch mit Würde ausgestattet ist: „Der säkulare Mensch ist Geschöpf Gottes“, fasst Oberkirchenrat Thies Gundlach zusammen, der Geschäftsführer der Vorbereitungsgruppe für das Schwerpunktthema. Pröpstin Monika Schwinge (Pinneberg) wird als Vorsitzende dieser Gruppe den Kundgebungsentwurf zum Schwerpunktthema einbringen, der während der Synode diskutiert, verändert und am Freitag verabschiedet werden soll. Die Kundgebung wird die Einsichten über den heutigen Menschen im Blick auf seine Größe und seine Grenze, seinen Glanz und seinen Kummer in konkreten Forderungen, Erwartungen und Warnungen an die gesellschaftlichen Gruppen auszusprechen versuchen.

Der Dienstag, 5. November, ist der gesetzgeberischen Aufgabe der Synode vorbehalten: Haushaltsplan für das kommende Jahr, Gestaltung der Militärseelsorge, Verträge mit den Kirchen in Finnland und Schweden müssen beraten werden. Am Mittwoch, 6. November, treffen sich die Ausschüsse, so dass am Donnerstag, 7. November, die am Dienstag eingebrachten Gesetze und die am Mittwoch in den Ausschüssen beratenen Anträge im Plenum diskutiert und entsprechend entschieden werden können. Der Abschlussgottesdienst mit Abendmahl ist für Donnerstagabend, 19.30 Uhr in der Waldkirche in Timmendorfer Strand vorgesehen. Am Freitagvormittag, 8. November, werden die Synodalen noch einmal zu abschließenden Berichten und zu einer aktuellen Fragestunde zusammen kommen.

Hannover, 28. Oktober 2002
Pressestelle der EKD
Christof Vetter



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