Konsens statt Mehrheitsdiktat

Präses Schmude würdigt Impulsgebung der EKD-Synode

29. Oktober 2002

Jürgen Schmude (66) hat schon an vielen Gesetzen mitgearbeitet. 25 Jahre lang war er Mitglied des deutschen Bundestages, unter anderem als Wissenschafts- und Justizminister. Seit 1985 ist er Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). "Im Bundestag wird schon mal mit der Brechstange der knappsten Mehrheit gearbeitet, um eine politische Linie durchzusetzen", sagt er. "Bei der Synode ist das anders. Da geht es um Konsens."

Darin liegt für ihn das Besondere der Synoden-Arbeit: die Zusammenführung unterschiedlicher Positionen. "Konsensfindung kostet Zeit und Kraft. Aber wenn am Ende alle Beteiligten die getroffenen Beschlüsse tragen können, hat es sich gelohnt." Dass dadurch Standpunkte verwässert werden könnten, befürchtet er nicht: "Bisher hat sich in der weiteren Arbeit immer erwiesen, dass die Kompromisse hinreichend klar waren."

Auf der anstehenden 7. Tagung der 9. EKD-Synode vom 3. bis 8. November in Timmendorfer Strand wird auch auf die Arbeit der vergangenen sechs Jahre zurückgeblickt.  "Durch die Schwerpunktthemen ist es immer wieder gelungen, wichtige Impulse für die gesellschaftliche Debatte zu geben", erinnert sich Schmude. "Diesmal geht es um die Frage, was den Menschen ausmacht. Es ist überall viel von der Würde des Menschen die Rede, aber was heißt das genau? Auf der Synode können wir zur Klärung von Maßstäben beitragen."

Im Frühjahr 2003 wird eine neue Synode gewählt. "Ich hoffe, dass es gelingen wird, wieder kreative Menschen zu gewinnen", so Präses Schmude. "Die Reform der Kirche muss weiter betrieben werden. Ich wünsche mir auch eine zeitgemäße Verkündigung des Evangeliums, wo man Experimente wagt. Wenn man keine Risiken eingeht, haben wir bald eine Senioren-Kirche, die niemanden mehr interessiert."

Auch in Zukunft viel Diskussionsstoff: Das ist es, was für Jürgen Schmude die EKD-Synode ausmacht: "Ich freue mich auf das Wiedersehen mit interessanten Menschen und die Gespräche mit ihnen."

Hannover, 29. Oktober 2002
Pressestelle der EKD
Silke Fauzi

Hinweis: Aktuelle Informationen zur EKD-Synode finden Sie ab sofort im Internet unter www.ekd.de/synode2002/



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