Der Herr der Kabel

Synode im Informationszeitalter

02. November 2002

Panik liegt in der Luft, wenn nach Klaus Knief gerufen wird: "Klaus? Wo ist Klaus? Hier geht gar nichts mehr." Klaus Knief ist der Koordinator der Informations- und Kommunikationstechnik bei der Synoden-Tagung der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in Timmendorf. Ein wichtiger Mann.

300 Meter Kabel wurden für die Büros am Rande der Tagung verlegt. 100 Stromanschlüsse sorgen dafür, dass die Arbeitsplätze funktionieren. 20 zusätzliche Telefonanschlüsse wurden im Kongresszentrum freigeschaltet. Aber all die Technik würde nichts helfen, gäbe es nicht Klaus Knief, den Herrn der Kabel.

Er ist ein zurückhaltender Typ, der auch bei hektischen Anfragen nicht die Ruhe verliert. Wenn er über die technischen Hintergründe erzählt, kann man hinter seinem bescheidenen Schmunzeln echte Begeisterung spüren. "Das meiste habe ich durch Anwendung gelernt", erzählt er. "Mir macht das Spaß und irgendwann haben sie mich gefragt, ob ich mich nicht richtig darum kümmern will."
 
Auf einem Fensterbrett im Synodenbüro steht ein unscheinbarer schwarzer Kasten, nicht mal so groß wie ein Aktenordner. Kleine gelbe und grüne Lampen blinken, ein gutes Zeichen. Denn das bedeutet, dass Daten übertragen werden. Der Kasten heißt Router und stellt die Verbindung zum Kirchenamt in Hannover her. Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bedeutet das, dass sie arbeiten können, als wären sie zu Hause.

Der Router bildet den Ausgangspunkt eines ganzen Spinnennetzes von Verbindungen. Alle Computer hängen zusammen, quer durch die Räume im Kongresszentrum. Das war gar nicht so einfach. Damit nicht eine zufallende Tür alle Verbindungen zerreißt, wurden Löcher in die Wand gebohrt und die Kabel hindurch gelegt. "Eigentlich hatte ich mir drahtlose Übertragung gewünscht", sagt Klaus Knief. "Aber das ist noch fehleranfälliger." Eine Menschengruppe oder schon eine dicke Aktentasche kann die Datenübermittlung behindern.

An einer Stelle wollte Knief diese Technik aber zumindest ausprobieren. Er zeigt auf einen Drucker im Vorraum des Synodenbüros: "Theoretisch kann ein Referent aus dem Stockwerk über uns von seinem Laptop aus einen Befehl geben und hier unten springt der Drucker an." Für alle Fälle liegen neben dem Drucker aber auch noch bunte Kabel: "Man kann den Laptop auch ganz normal anschließen."

Die rasante Entwicklung der Technik macht Klaus Knief keine Sorge. "Jede Synode ist durch ein neues technisches Highlight geprägt", sagt er. "Ich bin schon gespannt, was es das nächste Mal sein wird."

Timmendorfer Strand, 02. November 2002
Pressestelle der EKD
Silke Fauzi



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